Pendeln, Familie, Freizeitmehrwert (Allgemeines Forum)

Chrispy, Freitag, 07.01.2011, 01:41 (vor 5616 Tagen) @ Südfeld

Hallo Südfeld

Zum Familienaspekt: Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Familienmitglieder gleichzeitig fernpendeln, ist nicht so hoch, weil man dies üblicherweise qua strategischer Wohnsitzwahl zu vermeiden versucht. Häufig bleibt der/die Partner/in zuhause oder arbeitet vor Ort bzw. pendelt nah (ggf. auch mit Auto), von daher leuchtet mir das Argument mit den verbilligten Zusatztickets in der Schweiz auch nicht so sehr ein.

Dies betrifft hier in der Schweiz sehr viele Familien. Ich würde sagen, dass in meiner Klasse damals 30% ein GA-Familia-Plus-Junior besass (weiss ich noch, weil wir bei Klassenfahrten kein Zugticket brauchten und die anderen ausgelacht haben ;-)).

In D wären umgekehrt Preise von vergünstigten Familien-Zusatzabos, die niedriger lägen als diejenigen lokaler ÖPNV-Abos (Schul-/Arbeitsweg etc.), aus naheliegenden Gründen kaum durchsetzbar. Daher wohl auch keine entsprechenden Extras bei der MBC100.

Wie ich >hier< schon beschrieben habe, kostete damals mein GA 450 CHF und ein Jahresabonnement für die zwei Zonen meines ÖPNV-Verbundes 380 CHF. Hätte ich nur zwei Orte weiter weg gewohnt, hätte ich das GA sogar ohne Urlaubsreisen und Klassenfahrten amortisiert. Wie du sehen kannst sind die lokalen ÖPNV-Abos in der Schweiz etwa in derselben Preislage wie die Familien-GAs und es funktioniert trotzdem. Und weshalb funktioniert es?

1. Nicht alle fahren mit den vergünstigten GAs (normal GAs oder Strecken/Zonenabos)
2. Diese lokalen Anbieter kriegen einen Teil der Einnahmen am GA-verkauf
3. Durch das flächendeckende und günstige Angebot werden viel mehr GAs verkauft
4. Man hat eine wirkliche Alternative zum Auto und somit profitiert der gesamte ÖPNV
5. Kundenbindung: Auch Kinder werden einmal gross und Kaufen dann höchstwahrscheinlich ein GA für grosse.

Daraus resultieren:
a. wieder Mehreinnahmen für den gesamten ÖPNV
b. mehr Reisende (bessere Auslastung auch bei lokalen Anbietern)
c. im idealfall ein Gewinn für die Lokalen-ÖPNV (und sonst Quersubventionierung)

Zu 4: Es gibt in der Schweiz seit einigen Jahren das Phänomen, dass es immer mehr Leute gibt, die keinen Führerschein/Auto besitzen, da man jeden Punkt der Schweiz mit dem ÖPNV erreichen kann (Alphütten mal ausgenommen). Ich gehöre auch dazu und einige aus meinem Freundeskreis

Gruss Christoph


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