Exkurs: Preisfindung und Kostenrechnung (Allgemeines Forum)

ice_pendler, Freitag, 07.01.2011, 11:13 (vor 5618 Tagen) @ GUM

Meine Sicht der Dinge:

Die BC100 ist ja ein tolles Produkt, allerdings muss jede ökonomische Einheit für sich selbst entscheiden, wie sie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgeht. Ich lasse den langen Weg (zur Verfügung stehende Zeit -> Arbeit -> verfügbares Kapital) weg.

Folgende Faktoren beeinflussen ganz massiv die Entscheidung für eine BC100:

1) Pendlerpauschale
Die Pendlerpauschale führt zu massiven Verschiebungen bei der Wahl des Wohnorts und des Verkehrsmittels

Die Pendlerpauschlae führt dazu, dass viele Menschen damit ihr Auto und mittelbar ihr Haus auf dem Land finanzieren. Das passiert, weil die Kilometerpauschale die tatsächlichen Kosten i.d.R. überschreitet. Diese Quersubvention begünstigt die Entscheidung fürs Auto. Bei der BC100 (öffentliche Verkehrsmittel) setzt du nicht die Entfernungspauschale an, sondern wirst bei 4800 Euro gedeckelt. Das langt ja nicht mal für eine Bahncard.

2) Anzahl Menschen, die in einer ökonomischen Einheit (meist Familie) gemeinsam reisen wollen

Sobald eine herkömmliche Familie mit Kindern im reisefähigen Alter verreisen möchte (z.B. zwei 16-Jährige, ein Partner und ein BC100-Kunde) sind ziemlich schnell 600-800 Euro fällig. Am Zielort habe ich dann noch keine Beförderungsmöglichkeit. Ein Auto kann ich zu dem Preis locker mieten. Wenns natürlich schon da ist sehe ich nur die zwei Tankfüllungen. (Ja, man kann 5'er BMW mit 5,8 Litern Diesel auf 100km mit vollbesetzter Mannschaft fahren.)

Wer eine solche Reise ca. 12 mal im Jahr macht hat sein Auto schon finanziert.

3) Anzahl, Entfernung und Preis der Wegstrecken
Es gibt Situationen (z.B. wenn die Pendelei ins Ausland geht) bei denen eine BC100 teurer ist als eine BC50, obwohl die Gesamtausgaben pro Monat bei ca. 500-800 Euro liegen.

Der Preis einer Bahncard muss sich also auch an den Alternativen orientieren. Da der französische Fiskus eine Entfernungspauschale (Hinweis: auch wer von Hamburg nach München pendelt bekommt die) nicht kennt, sieht die Situation dort anders aus. Die Familie muss die Vollkosten für ein Fahrzeug mit den Vollkosten für eine Pendlerkarte vergleichen. Und da gewinnt die Bc100-Alternative eben auch für 800 Euro. Vor allem, weil dort auch die Zeit als Faktor noch eine Rolle spielt.

Viele Grüße von einem BC50-Nutzer.


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