Langläufer - dafür! (Allgemeines Forum)

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 20.07.2010, 12:10 (vor 5827 Tagen) @ Anoj 1
bearbeitet von Sören Heise, Dienstag, 20.07.2010, 12:12

Moin,

der Einfachheit halber antworte ich hier mal mehr als einem Beitragsschreiber.

Vor einigen Jahren und Jahrzehnten (zur Blütezeit der EC-Züge) gab es viel mehr so genannte "Langläufer".
Die bisherigen Antworten zu deinem Posting zeigen schon einige Pro-"Langläufer"-Argumente auf. "Langläufer" entstehen oft durch Bauarbeiten: Der Prager Hbf wurde/wird umgebaut, in Wien wird ein neuer Hbf errichtet. Es ist nicht geplant, dass es nach der Fertigstellung des Hbf Wien einen Direktzug von Villach nach Hamburg gibt.

Der Umbau des Prager Hauptbahnhofs ist fertig. Die "Langläufer" bedienen jetzt diesen Bahnhof und nicht mehr nur Holešovice. Hamburg - Villach wurde oft genug erklärt, auch aufs Umsteigen eingegangen. Das beides kann ich mir also sparen.

Es kann mir keiner erzählen, dass irgend jemand mit dem Zug von Budapest nach Frankfurt fährt, genau so wenig wie mit einem EC von Frankfurt nach Graz, oder gar Zagreb, von Berlin (via Prag) nach Villach oder mit dem IC von Leipzig (via Hanover, Köln) nach Oberstdorf um nur ein paar dieser Schwachsinnszüge zu nennen.

Es ist doch so, daß man aus umlauftechnischen Gründen lange Zugläufe erhält (es gab doch mal einen IC Dresden - Passau über Leipzig, Hannover, Dortmund, Köln, Frankfurt). Budapest - Frankfurt kann ich mir durchaus vorstellen. Nicht umsonst wird der ICE Hamburg - Wien wieder eingeführt, Oscar erwähnt ja den Zug Amsterdam - München. Leipzig - Oberstdorf ist einfach die Verknüpfung zweier Zugläufe mit längerer Standzeit in Dortmund.

Diese Endloszüge sammeln doch nur irgendwo Verspätung (besonders bei Zügen, die aus dem Ausland kommen) und tragen diese den ganzen Tag mit sich herum. Oder wie soll man einem Reisenden erklären, dass wegen einer Weichenstörung in Ungarn der RJ in Stuttgart nach Frankfurt 30 Min später ist.


Ja, das ist ein gültiges Contra-Argument.

Aha, eine Weichenstörung in Neuoffingen ist weniger schlimm als eine in Almásfüzitő? Das kann's doch nicht sein.

Es lebe der Ersatzzug und die Bimze.

Ferner verkehren regelmäßig Ersatzzüge, weil die DB es nicht schafft, ihre ICEs rechtzeitig nach Basel zu bringen.

Meiner Meinung nach müsste auch für den Fernverkehr nach spätestens 4-5 Stunden Schluss sein um nen stabilen Fahrplan anbieten zu können.


Meiner Meinung nach nicht! :-)

Unter Mehdorn (?) gab es mal ein Projekt, die Fernzüge nur zwischen den großen Knotenpunkten pendeln zu lassen. Dieses Vorhaben wurde recht schnell zu den Akten (oder in den Reißwolf?) gegeben.

Zusammenfassend: Es gibt Argumente dafür, Fahrgäste zwischen Hamburg und Zürich viermal umsteigen zu lassen (H, F, KA, BS [CH]). Von mir aus auch nur in F und BS [CH]. Die Frage ist jetzt, ob man mit dieser Umsteigeritis mehr Reisende gewinnt als verprellt. Verspätungen wird es immer geben. Wenn ein Zug nun in der deutlichen Mehrheit der Verkehrstage eine starke Verspätung hat, dann müßte man sich damit näher befassen. Solange aber langlaufende Züge nich bedeutend stärkere Verspätungen haben als andere, halte ich Bedenken über langlaufende Züge für verkehrt.

Viele Grüße, Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum