Anschlüsse in Hannover gestern und heute (Aktueller Betrieb)

liebe70, Montag, 19.07.2010, 13:03 (vor 5792 Tagen) @ sebastian-berlin

Ja, manchmal passiert es, daß ein ICE bei der Abfahrt aus der Ausfahrgruppe kaputtgeht. Von Rummelsburg zum Ostbahnhof braucht man knapp 10 Minuten mit den Leerpark.

Ja, ich weiss! Aber es darf eben nicht passieren, wenn so etwas passiert, ist das dann entweder mangelnde Wartung, falsche Auslegung oder ähnliches. Sowas kann nur passieren, wenn ich auf Verschleiss warte, nicht, wenn ich vorausschauend warte!

Klar doch, immer die gleiche Leier.
Entweder mangelnde Wartung oder falsche Auslegung oder irgendwas anderes böses. Zur vermeintlich falschen Auslegung: Als die Klimaanlagen konzipiert und gebaut wurden, schauten sich die Konstrukteure auch die Temperaturen der letzten Jahre an, Da sah man u.a. dieses: Die Sommer 1911, 1947, 1983 waren besonders heiß, also alle 36 Jahre. Deutschland liegt in der Klimazone, wo die Klimaanlagen für Temperaturen bis 35°C ausgelegt sind. Wozu sollte man dann stärkere einbauen, wenn man noch nicht einmal ahnte, daß zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Temperaturen steil nach oben gehen?

Für wen wäre es teuer geworden?

Für die Bahn, weil ich ja dann mehr als eine Stunde Verspätung am Zielort gehabt hätte!

So? Teuer? Du schreibst doch weiter unten, daß Du ne BC 100 hast.

Und wenn jemand am Bahndamm kokelt? Was ist vernünftiger Zuschnitt und Bewuchsplanung? Was sagen die ganzen Öko- und Umweltfuzzis dazu? Die Bahn darf nämlich nicht so ohne weiteres abholzen und runterschnippeln.

Was ich nicht begrüße!

Die Bahn muß sich Vorgaben unterwerfen, die von der Politik gewollt, aber dennoch unsinnig sind. Das geht schon damit los, daß ein umweltfreundliches Verkehrsmittel Öko- und Mineralölsteuer löhnen muß.

- nach RIS hat 557/547 8 min Verspätung, es hätte also noch klappen können
- 557/547 holt Verspätung auf, und wartet nicht (er hätte max 7 Minuten warten müssen, Umstieg war bahnsteiggleich)

ICE 547/557 hätte mehr als die 7 Minuten warten müssen. Es gilt nämlich Ankunft des verspäteten Zuges + Übergangsszeit zum anderen Zug. Diese beträgt in Hannover 4 Minuten, wenn es bahnsteiggleich ist. Das gilt nicht, wenn innerhalb von 30 Minuten eine annähernd gleichwertige Verbindung besteht.

Der 2039 kam also um 13.38 Uhr an, plus die 4 Minuten Übergangszeit wäre ICE 557/547 frühestens um 13.42 Uhr abgefahren. Macht 11 Minuten Verspätung.

Zum Glück kam der IC 2010 hinterher, und zwar um 14.06 Uhr Uhr. Ankunft IC 2039 um 13.38 Uhr + 30 Minuten = 14.08 Uhr. Der IC 2010 fuhr um 14.06 Uhr ab = Bedingung einer "annähernd gleichwertigen Verbindung" erfüllt.

2039 war nur um 25 Minuten verspätet, nicht um 30.

Falsch verstanden.

25 Minuten des 2039 plus
4 Minuten Übergangszeit auf 547/557 = 11 Minuten Verspätung des 547/557 bei Abfahrt.

Ankunftszeit des verspäteten 2039 plus Wartezeit auf nächste Verbindung nach Berlin mit 2010 = unter 30 Minuten.

Und eine annähernd gleichwertige Verbindung ist für micht nicht IC statt ICE mit 42 Minuten späterer Ankunft.

Du steigst von einem Fernverkehrszug in einen anderen Fernverkehrzug um. Das IST annähernd gleichwertig. wenn der ICE soviel Verspätung gehabt hätte, daß Du auch 42 Minuten später in Berlin wärst: was dann?

Die "paar Minuten hätte rausholen können"? Weißt Du wieviel Trassenprobleme das ergibt? Mit den 11 Minuten läuft der 557/547 auf den 143 spätestens Höhe Stendal auf.

Wir mussten den 1005 aus Hamburg vorlassen, hat uns dann auch nochmal 5 Minuten gekostet...

Siehste, also doch Trassenprobleme in Spandau. Zugfolge. 1105 (so hieß die Kiste tatsächlich) war plan.

Mir ist sowas nicht ganz klar - und es fällt auch stark auf, dass die Anschlusserreichung reine Willkür ist ...

...was auch nur Außenstehende, die die Gegebenheiten nicht kennen, vermuten und deswegen solche ungerechtfertigten Vorwürfe wie diesen hier erheben:

Ganz so aussenstehend bin ich nicht, ...

Doch biste, weil kein DB-Mitarbeiter und schon gar nicht aus Transportleitung, Stellwerksdienst oder Zub.

...ich fahre geschätzt mehrere 10.000 Kilometer im Jahr Bahn, ...

Ich hatte vor vielen Jahren - als ich nur "rund um den Kirchturm" fuhr - meine absolvierten Jahreskilometerleistungen ausgerechnet, da kamen regelmäßig etwas über 2,5 Umrundungen der Erde zusammen - und zwar auf dem Äquator. Heute fahre ich nicht mehr nur "rund um den Kirchturm".

...und man kann sehr wohl sehen, dass da Entscheidungen verschieden getroffen werden, bei vergleichbaren Situationen!

Subjektives Empfinden, weil die Gegebenheiten stets anders und damit nicht vergleichbar sind.

Aber klar - Personal was nicht mitdenkt, und das Problem auf Zugpersonal und Bahnhofspersonal verlagert, ist natürlich billiger!

Noch eine Unterstellung, die einerseits schlichtweg falsch und andererseits auch nicht besser wird, wenn man vermeintlich das Zub und Bahnsteigpersonal in Schutz nimmt.


Ich nehme die in Schutz, weil die im Regelfall am wenigsten dafür können und die Prügelknaben der Kunden sind.

Davon merke ich nichts. Jeder im Unternehmen hat sich bestimmten Forderungen und Weisungen zu unterwerfen, auch die Kollegen der TP'en.

...Und bei der Auffassung bleibe ich, dass die Intelligenz und die Fähigkeit zu vernetztem Denken leider sehr ungleich verteilt sind bei den Leuten, die solche Entscheidungen treffen.

Soso, Du mußt es ja wissen. Solche Einstellung zeugt von grenzenloser Dummheit. Meine Meinung.

Okay, wenn ich unbedingt auf den Zubs rumhacken soll: Der im 2039 hat nicht rumgefragt, wieviele Leute den Anschluß in Hannover nach Berlin benötigen!

Die werden schon gewußt haben, daß der 547/557 sowieso nicht wartet. Die TP wird ihnen das von sich aus mitgeteilt haben.

Warum? Du bist sauer, weil Du später angekommen bist - und keine müde Mark dafür siehst, weil 42 Minuten eben noch nicht einmal annähernd 60 Minuten sind.

Das Geld ist mir als BC100-Besitzer ziemlich egal, die paar EUR sind die Rennerei nicht werd. Ich bin genervt, weil ich seit 4 Jahren beobachten kann, wie das System immer morscher wird und immer mehr auf den zahlenden Passagieren abgeladen wird!

Wende Dich an Deinen zuständigen Bundestagsabgeordneten, damit er sich stark macht, daß die Fehler der Privatisierung der DB rückgängig gemacht und die DB mit ordentlich Geld versorgt wird, um endlich ihren Versorgungsauftrag erfüllen zu können.

PS: Ich nehme hier nicht die "böse Bahn" in Schutz, sondern komme ursprünglich aus dem Stellwerksdienst und kann eins und eins zusammenzählen. Ab 20 Minuten Verspätung sind tagsüber die Anschlüsse im Regelfall futsch.

Ja und nein - es geht ja nicht darum, dass der Anschluß die 25 Minuten Verspätung mitgenommen hätte, sondern eben deutlich unter 10! Übergang wären ja normalerweise 17 Minuten gewesen!

Es sind nicht "deutlich unter 10 Minuten", sondern 11 Minuten! Du weißt auch nicht - im Gegensatz zu mir und anderen DB-Mitarbeitern - was da noch so hinten dran hängt!

Angenommen der 547/557 hätte gewartet, dann wäre er mit +11 Minuten abgefahren, diversen anderen Zügen hinten drauf gelaufen und hätte von der Zeit nix wettmachen können. Er kommt also mit +10 Minuten im Ostbahnhof an. Nachdem alle Reisenden ausgestiegen sind, geht das Zub nochmals durch den Zug und guckt, ob nicht etwas liegengeblieben ist, öffnet alle Schränke und WC-Räume, schließt alle Türen und steigt dann auch aus. Planmäßig vorgesehen Zeit: 9 Minuten. Das Zub beeilt sich aber, weil es weiß, daß der Zug gebraucht wird und so ist nach 5 Minuten alles erledigt. Die Ausfahrt steht schon, der Zug fährt runter ins Werk. Vom Ostbahnhof bis ins Betriebswerk braucht der Zug 9 Minuten. Dann steht er aber noch lange nicht da wo er hin muß, sondern erst einmal in der Einfahr-/Ausfahrgruppe.

Vorziehen in die Behandlungsanlage dauert ca. 10 Minuten.

Der 547/557 muß gereinigt und mit neuer Ware bestückt werden. Dazu der Zug in die Halle einfahren weil der 30er Teil nur eine Nachlieferung, der 20er aber einen Komplettausch bekommt.

Macht weitere 5 Minuten, bis der Zug im entsprechenden Hallengleis steht, da er nur halbe Schrittgeschwindigkeit (ca. 2 km/h) fahren darf.

Komplettausch bedeutet, daß alle Trolleys (2 Trockentrolleys, 3 Kühltrolleys, sämtliche Getränke Kisten, die Ware aus der Tiefkühlung und aus der Schauvitrine, sowie der Müll ausgeladen werden müssen. -und dann kommt alles neu herein: 2 Trockentrolleys, 3 Kühltrolleys (gleich in die Kühlung) die vorgesehene Anzahl an Getränkekisten, die benötigten Premix-Fässer, das M+E (Pappbecher, Deckel, usw. eingeladen und verstaut werden. Ggf. wird noch eine neue CO2-Flasche angeschlossen. Dann dauert es nicht lange und der Zug muß in die Ausfahrgruppe zurück, um dann neu zu starten.

Dann rechnen wir mal:

15.29 verspätete Ankunft 547 im Ostbahnhof
15.34 Abrüsten des Zub beendet
15.35 Abfahrt des Leerparks nach Rummelsburg
15.44 Ankunft in der Einfahrgruppe ICE WErk
15.54 Halt vor Triebzughalle
16.00 Ankunft und Halt auf Behandlungsgleis in der Halle

17.00 Abfahrt aus Triebzughalle
17.05 Zug ist aus Triebzughalle raus und zieht in Ausfahrgruppe vor
17.15 Ankunft Ausfahrgruppe ICE-Werk und technische Vorbereitung des Zuges Bremsproben usw.)
17.27 Abfahrt als Leerzug zum Ostbahnhof
17.38 Ankunft Ostbahnhof = Bereitstellung als 844/854

Das heißt also, daß der Zug eine knappe Stunde im ICE-Werk ist, um gesäubert, neu bestückt und kleinere Schäden behoben werden können. Und dann gibts ein größeres Problem, was ggf. ein paar wenige Minuten mehr benötigt. Schon schreien oben im Ostbahnhof und Hauptbahnhof Reisende wie Du "Scheiß Bahn, kann noch nicht einmal den Zug pünktlich bereitstellen!" Und das nur, weil Leute wie Du unbedingt ihren ICE bekommen wollen, auch wenn hinterher noch was fährt.

Ist das nicht schlimm, wenn man von der Uhr gejagt wird?

Gruß, Ralf


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