Gleisstromkreise in Deutschland haben 50Hz oder 70Hz (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Donnerstag, 01.01.2026, 20:43 (vor 39 Tagen) @ ffz

Hoi,

ich würde auch eher davon ausgehen, dass die Störstromüberwachung mit den Gleisstromkreisen zu tun hat.

Nein, da schreibst du völligen Quatsch. Eine solche Störstromüberwachung, wie du sie dir hier vorstellst, gibt es in Schienenfahrzeugen gar nicht! Der Störstrommonitor überwacht nur die Netzspannung und -frequenz ab Fahrleitung ins Fahrzeug und nicht das, was das Fahrzeug aussendet.

Für die elektromagnetische Verträglichkeit eines Fahrzeugs findet ausschliesslich zur Erlangung der Netzzulassung eine Abnahme statt. Im laufenden Betrieb wird das nicht gemessen. Man geht dann davon aus, dass das Fahrzeug die zulässigen Werte einhält, nachdem diese im Zulassungsprozess gemessen werden. Ich hab das letztes Jahr mitmachen dürfen, und zwar solange bis nach einigen technischen Anpassungen die zulässigen Werte eingehalten wurden und somit der Mess-Ingenieur sein Gutachten zu Handen der ERA verfassen konnte.

Man beauftragt dafür ein dafür zertifiziertes Mess-Institut und dieses richtet eine Messstelle im Gleis ein mit diversen Sensoren und auch mit allen in Deutschland vorhanden Gleisfreimeldeeinrichtungen. Und dann fährt man da zig Male über mehrere Tage drüber, mit verschiedenen Ausgangsgeschwindigkeiten rollend und an der Messstelle selbst dann direkter Wechsel von 0% zu 100% Zugkraft oder auch umgekehrt zu 100% elektrischer Bremse. Damit werden alle möglichen Extremzustände abgedeckt.

Netzrückwirkung wird dann zwischen Straubing und Plattling gemessen, dafür werden dann am Fahrzeug zusätzliche Messsonden installiert, mit dem der Mess-Ingenieur die Werte überhaupt erst sieht. Das Fahrzeug selbst kann das nicht messen. Wenn all diese über mindestens zwei Wochen gemessenen Werte innerhalb der Toleranzen liegen, dann bekommt das Fahrzeug im Teilbereich EMV die Zulassung in Deutschland. Ab dann wird das nicht mehr gemessen im späteren Einsatz, das Fahrzeug hat im Rahmen dieses Prozesses ausführlich nachgewiesen, dass es das Fahrleitungsnetz und die Gleisstromkreise/Achszähler nicht negativ beeinflusst. Diese Verträglichkeit wird natürlich auch umfassend für Mehrfachtraktionen nachgewiesen.

Der Störstrommonitor im Fahrzeug überwacht nicht das, was das Fahrzeug rausgibt, das kann er gar nicht. Wenn nun der Giruno, dessen Störstrommonitor nach TSI eingestellt ist, den Hauptschalter fliegen lässt, dann weil DB InfraGO die ordnungsgemässe Stromversorgung nicht im Griff hat (eben 14.9 kV obwohl 15.0 kV die unterste Toleranz ist). Allerdings ist wie geschrieben es viel einfacher, dem Zug grössere Toleranzen einzuprogrammieren; grössere als nach TSI eigentlich zulässig.


Grüsse aus IC 8.


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