Störströme kommen nicht aus der Fahrleitung! (Allgemeines Forum)

JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 01.01.2026, 18:24 (vor 39 Tagen) @ Twindexx

Und hier nochmal ein wenig Inhaltliches:

Die Störstromüberwachung überwacht, ob das, was die Fahrleitung dem Fahrzeug gibt, innerhalb der genormten Toleranzen liegt. Da Deutschland, Österreich und die Schweiz dasselbe Stromsystem nutzen, 15 kV 16.7 Hz, sind die Toleranzen auch dieselben, die gemäss TSI zur Anwendung kommen.

Ist das wirklich so? Ansonsten müsste ich das Kompliment mit dem "blödsinn schreiben" direkt wieder an dich zurückgeben.

Ich hab ja damals mein Schienenfahrzeugtechnik-Studium abgebrochen (und darf mich daher nicht "Elektro-Ingenieur_in, das sich mit Schienenfahrzeug-Traktionstechnik auskennt" nennen), aber soweit ich mich erinnern kann, geht es bei Störströmen nicht um Spannungsspitzen (oder Bäuche) in der Oberleitung, sondern um Störströme, die das Fahrzeug verursacht, und die Auswirkungen auf die Sicherungstechnik (insbesondere Gleisstromkreise) haben können - also im Schlimmsten Fall den Nf-Gleisstromkreis so überlagern, dass das Gleis fälschlicherweise freigemeldet wird. Da es in Deutschland signifikant mehr Gleisstromkreise gibt als in der Schweiz (ich meine mal gehört zu haben, es gäbe in der Schweiz gar keine mehr, keine Ahnung ob das stimmt), sind die Anforderungen an die Störstromüberwachung dies- und jenseits des Rheins eben technisch begründbar andere.

Ich halte die Erklärung, dass es zu Beeinflussungen der Zugteile untereinander kommt, und diese in der Schweiz aufgrund der anderen Anforderungen (keine Störstromüberwachung beim geführten Fahrzeug) schlicht nicht detektiert werden für plausibel. Und an der Stelle muss dann halt geschaut werden, ob ein Softwareupdate reicht (sodass die Störstromüberwachung diese Ströme als harmlos erkennt), oder ob irgendwelche zuginternen Leitungen möglicherweise besser geschirmt werden müssen.

--
Weg mit dem 4744!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum