Generalsanierungskonzept (Allgemeines Forum)

Henrik, Freitag, 10.03.2023, 18:21 (vor 1189 Tagen) @ bendo

...Natürlich sind große Anstrengungen/Investitionen geplant. Die bringen sicher auch ihre Verbesserungen. Systemisch und politisch glaube ich aber nicht daran, dass das System Bahn in Deutschland einen Zustand erreichen wird, mit dem eine derart hohe Verlässichkeit über Jahre hinweg sichergestellt sein wird...Schön wäre es natürlich...

den Punkt Systemisch kann ich fachlich nicht nachvollziehen.

mit "systemisch" meinte ich in diesem Kontext die Herausforderungen, die das "System Bahn" ständig meistern muss um einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. Das wären z.B.:
- Redundanzen bei Ausfällen/Störungen
- Robustheit gegenüber Störungen
- Ausreichende Vorsorge gegenüber Störungen (z.B. Baumfällungen, weil ein Zug nicht mal eben um einen umgestürzten Baum herum fahren kann, oder auch die Wahl der Fahrroute nicht so leicht änderbar ist, als beim Straßenverkehr)
- Ein auf hohe Zuverlässigkeit ausgelegtes Investitions- und Instandhaltungskonzept
- ausreichende Anzahl Fahrspuren (technisch/Gleis) bzw. Trassen (technisch-organisatorisch) auf konkreten Strecken
Diese technischen Punkte lassen sich alle lösen, womit der begriffliche Übergang zur Politik (auch: Interne Bahnpolitik) gegeben ist. KA, vielleicht gibt es da bessere/offizielle Begriffe anstelle "systemisch"...

..und das ist eben fachlich nicht nachzuvollziehen,
erst recht nicht am heutigen Tage nach dem Interview in der ZEIT.

Vielleicht kannst du uns mehr, bzw. die im Interview gefallenen Argumente verraten? Der Artikel aus der Zeit steckt hinter einer Paywall (wenn es denn dieser Artikel ist...). Sorry, dass ich nicht bei jedem Herausgeber ein Abo besitze...


andere Medien berichteten darüber,

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/warnung-von-bahn-vorstand-schienennetz-st...

https://www.welt.de/wirtschaft/mobilitaet/article244172383/Bahn-Vorstand-Peterson-sieht...

https://www.chip.de/news/Deutsche-Bahn-Bis-2029-soll-sich-Lage-in-Deutschland-extrem-ve...

danke für die Links!
Die Ankündigung eines "Generalsanierungskonzepts" durch den FV-Vorstand ist natürlich toll...besonders, wenn versprochen wird, dass sich die Lage bis 2029 "extrem verbessern" wird. Qualitativ überzeugt mich das leider noch nicht: Auch andere Bahn-obere haben schon große Anstrengungen angekündigt. Die Probleme (v.a. in Bezug auf Zuverlässigkeit/Pünktlichkeit) wurden in Summe betrachtet nie wirklich gravierend verbessert. Aber ja, wenn sukzessive ganze Bahnstrecken saniert werden, kann man hoffen, dass dort zunächst mal alles etwas besser läuft. Bis die ganze Saniererei beendet ist, kann man allerdings wieder vorne anfangen. Meine o. aufgeführten Stichpunkte bleiben m.E. erhalten, bzw. vom "Generalsanierungskonzept" weitestgehend unberührt.. dass dies fachlich nicht nachzuvollziehen sei, lässt sich auf Basis des Interviews mit dem FV-Vorstand also nicht ableiten.
Fazit: Ich bin ja dafür, auszubauen und zu sanieren. Aufgrund der o.g. Punkte zweifle ich aber weiterhin daran, dass das "System" Bahn in D einen Zustand erreichen wird, in dem Umsteigeknoten mit hoher Zuverlässigkeit funktionieren werden. Besser fände ich die Zielrichtung der höheren Frequenz: Wenn der Anschluss verpasst wird: Egal, nimmt man halt den nächsten...

was bleibt ist,
dass Deine Anmerkungen fachlich nicht nachzuvollziehen sind, noch am wenigsten nach diesem ausführlichen Interview. Die dringende Empfehlung auf das ZBS bleibt weiter.
Du vertiefst Dich in Schwurbeleien, Verschwörungstheorien und widersprichst Dir selbst - die reine Gefühlsebene.
ok, Du sprichst selbst wörtlich von "glaube" & "hoffen".. Da spielt Logik dann ja eh keine Rolle.. zumindest muss es das nicht.

Wenn der zig Milliardenfache Sanierungsstau komplett abgebaut ist,
dann ist nicht am nächsten Tag ein neuer Sanierungsstau in Höhe von 130 Mrd Euro vor der Tür.

Die höhere Frequenz ist eine elementare Zielrichtung des Deutschlandtaktes.


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