über Flachlandbahnen und so. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 03.03.2023, 15:02 (vor 1178 Tagen) @ J-C

Hallo J-C, hallo ICE-Fans,

Es sei die Rede von 2070. "Deutschland in Zweistundentakt" stammt aus 1972. Jahrhundertprojekt passt also... ;)

Zweistundentakt ist nicht mehr genug.

Ich weiss, aber der 2h-Takt von 1971 war der erste Schritt (bei uns gab es den ersten Taktfahrplan schon 1938). 1979 wurd das dann das altbekannte "jede Stunde, jede Klasse".

Ist bei uns in NL nicht anders. Nur mit dem Unterschied, dass die FDP eine marginale Partei ist und unsere VVD (die "Mark Rutte Partei") schon mehr als eine Dekade lang eine Regierungspartei ist.

Und in Österreich kriegen ÖVP und Grüne eine halbwegs ordentliche Verkehrspolitik hin, wenngleich Altmann das sicher anders sehen wird.. Es kommt auch dort natürlich zu Friktionen, aber irgendwie scheint Österreich so ein Land zu sein, wo so ziemlich jede Partei einen Konsens über den Ausbau der Bahn hat.

Auch bei uns sind die meisten damit einverstanden, dass wir eine gute und zuverlässige Bahn brauchen. Nur sind die Argumente unterschiedlich. Die Grünen streben nachhaltige Mobilität nach, die VVD auch. Aber die Grünen sehen eine Hauptrolle für Bus und Bahn, die VVD für das Elektromobil. Denn VDL Nedcar und den Automotive Campus in Helmond sollte man möglichst kein Weh tun.

Ich selber sage immer: eine Rennbahn in DE oder NL, das ist 20 Jahre hinundherreden, 20 Jahre bauen und 50 Jahre versuchen, das investierte Geld zurückzuverdienen.

Weil man im Gegensatz zu früher auch längere Tunnels, komplexere Anlagen erstellt und diese auch langfristig Bestand haben sollen.
Eine Flachbahn kannst du definitiv schneller erstellen. Ich bin ja schon gespannt, ob Tschechien beim VRT-Projekt im nächsten Jahrzehnt wie geplant fertig ist.

Auch im Flachland NL sind Neubaustrecken eine Herausforderung. Auf Amsterdam-Rotterdam-Breda befinden sich folgende Kunstwerke:

)==( Schipholtunnel, Unterquerung des Flughafens.

)==( Tunnel des grünen Herzens, Unterquerungs eines Naturschutzgebietes (Danke liebe Grünen).

/^^\ Viadukt Zoetermeer, minimaler Impakt mit Landwirtschftsoberfläche.

)==( Tieflage Berkel Rodenrijs, Lärmschutz besagter Ort.

)==( Willemsspoortunnel, Kapazitätserweiterung Rotterdam und Unterquerung Nieuwe Maas.

)==( Überdachung Barendrecht (9 Gleise), Lärmschutz und Vorbeugung von Zerschneidung des Ortes.

)==( Tunnel Oud Beijerland, Unterquerung Oude Maas.

)==( Tunnel Dordtsche Kil, Unterquerung besagter Wasserstrasse.

/^^\ Moerdijkbrücke, Überquerung Hollands Diep.

Hinzu kommt noch der butterweiche Boden. Es bestehen also durchaus erhebliche Herausforderungen auf dieser "Flachbahn".
Zwar ist die Situation bei meinem Rennbahnvorschlag Utrecht-Köln weniger problematisch (weniger Wasserstrassen, mehr Bodenfestigkeit), aber immer noch sehr herausfordernd. Die Strecke würde viele Landwirtschaftsgebiete kreuzen. Frage ist, was wäre besser: Langstreckenviadukt oder "Treckerpassagen" (so wie es hier Wildpassagen gibt).


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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