Interessante ITinerarii im Immunisierungs-Impf-Iahr: Okt 2/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Mittwoch, 07.12.2022, 22:58 (vor 1207 Tagen) @ Krümelmonster

Am Freitag stand ein Ausflug nach Matera an. Matera ist die zweitgrößte Stadt der Basilikata, ist aber aufgrund der Nähe und der Relevanz in den meisten Reiseführern über Apulien enthalten.^^
Um auf Schienen dorthin zu kommen, braucht man wieder eine Privatbahn, diesmal die FAL Ferrovie Appulo Lucane. Die Firma ist grob gesagt westlich von Bari bis hin nach Potenza aktiv. Elektrifiziert ist dort nichts. Die FAL brummte mit modernen Gefährten in durchaus annehmbarer Geschwindigkeit (vmax müsste 90 km/h sein) auf schmalen Gleisen (950 mm) durch die Lande. Extrem langsam ist allerdings der Abschnitt innerhalb Baris.^^ Die Hauptstrecke der Ferrovie dello Stato wird auf einer Brücke überquert, dabei fahren die Züge 10 – 15 km/h.^^
Ich startete noch vor acht Uhr ab Bari. Am Anfang war der Zug nicht voll, er füllte sich erst im Laufe der Fahrt durch die dünn besiedelte Landschaft. War eben doch noch arg früh für die Italiener.^^ Nach 50 min planmäßiger Fahrzeit hatte er schon + 10. :D 70 min planmäßige Fahrzeit sind es bis Altamura, nach Matera muss dort umgestiegen werden. Die Ankunft war mit + 8, aber die Umsteigezeit 14 min, das haute hin.^^ Der zweite Zug war ganz motiviert und erreichte nach 20 min planmäßiger Fahrzeit den ersten Halt auf dem Stadtgebiet von Matera gleich 3 min vor Plan.^^ Ich blieb sitzen bis zur Endstation Matera Sud, 30 min ab Altamura.
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373 Dieselteil in Bari
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374 Überquerung der Hauptstrecke
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375 Das zweite Gleis vergammelt
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376 – 378 Die weite Landschaft Apuliens
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378 Italo-Schafe
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379 Trullo
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380 – 381 Umstieg in Altamura
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382 Der erste Zug fährt noch eine Station weiter nach Gravina
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383 Am Ziel: Matera Sud


Matera ist wirklich krass!!!
Die Stadt ist bekannt für ihre Sassi, das sind Wohnungen, die teilweise in den Felsen geschlagen sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg (!) lebten immer noch 15.000 Menschen ohne Strom oder fließend Wasser in den Höhlen, erst in den 50ern begann die (häufig nicht ganz freiwillige) Umsiedelung in Neubaugebiete. Zum Glück hat man die Höhlenbehausungen erhalten, sie dienen teilweise als Museen. 2019 war Matera Europäische Kulturhauptstadt. Auch einige der Kirchen von Matera sind teilweise aus dem Felsen gehauen. In einigen von ihnen sind originale mittelalterliche Fresken erhalten.
Spektakulär war nicht nur Matera selbst, sondern auch die tiefen & zerklüfteten Flusstäler der Umgebung. In der Nähe gibt es einen Aussichtspunkt, aber irgendwie beschloss ich, in der Mittagshitze (durchaus 25 Grad) doch nicht dorthin zu laufen. Ich habe auch so an jedem Tag des Urlaubs (außer dem in Alberobello) mehr als 20.000 Schritte geschafft. ;-)
Achtung, es folgen wieder sehr viele Fotos.
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384 – 385 Erster Blick über Matera
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386 In dem zentralen Felsen befindet sich die Felsenkirche Chiesa rupestre di Santa Maria di Idris
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387 Die Chiesa del Purgatorio
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388 Eingang passend zum Jahresmotto
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389 – 391 Trotz der Totenköpfe wagen wir uns hinein
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392 Blick zur Decke
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393 Totenköpfe auch drinnen
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394 Direkt daneben steht die Chiesa di Santa Chiara
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395 Quasi Pennywise mit Haaren: eine wahrlich furchteinflößende Gruselkatz
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396 – 397 Der vordere Teil, der Eingangsbereich der Sassi ist herkömmlich gebaut, der hintere Teil ist direkt in den Felsen geschlagen
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398 Café im Felsen
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399 Sassi & Canyon
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400 Canyon
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401 Hier verbirgt sich die Chiesa di Santa Lucia alle Malve mit mittelalterlichen Fresken (fotografieren nicht erlaubt, wahrscheinlich weil es viele nicht hinkriegen, mal den Blitz auszuschalten -.-)
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402 – 403 So lebte die einfache Bevölkerung in den Sassi: X Kinder, Vieh, Küche – alles in einem Raum. (Bitte bedenken, dass es damals auch noch keine Windeln gab…)
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404 Die Chiesa di San Pietro Caveoso thront unterhalb vom zentralen Felsen
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405 Ausblick von ihrem Vorplatz auf die Sassi …
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406 …oder auf den Canyon
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407 Eine Etage weiter oben
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408 Eingang zur Felsenkirche Chiesa rupestre di Santa Maria di Idris
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409 Sassi-Architektur
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410 Rückblickend war es womöglich die vernünftigste Entscheidung des Urlaubs, dass ich nicht durch den Canyon da rübergelatscht bin^^
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411 Ausblick auf die Sassi gibt’s nämlich auch hier
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412 Der Canyon
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413 – 414 Noch ein Canyon
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415 Alte Höhlenwohnungen auch außerhalb der Stadt
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416 – 417 Der Dom von Matera
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418 – 419 Drinnen
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420 Nebenschiff
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421 – 422 Neben-Altare
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423 – 424 Der Hauptaltar
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425 Mittelalterliche Fresken
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426 Auch vom Dom-Vorplatz bietet sich ein spektakuläres Panorama
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427 Außerhalb des Bereichs der alten Sassi findet man z. B. den Palazzo del Sedile
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428 Die Basilika San Francesco d‘Assisi
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429 Chiesa di Santa Lucia e Agata alla Fontana
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430 Mittagessen mit Blick auf den Dom
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431 Höhlenpizza
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432 Niemand, absolut niemand:
Italiener: „Hey, lass mal einen Elefanten mit einem Storch kreuzen und den Schmarrn mitten im Ort aufstellen!“
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433 Unter dem Hauptplatz bietet die Zisterne Palombaro Lungo Platz für 5 Mio. Liter Wasser
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434 Sie wurde erst 1991 bei Bauarbeiten zufällig wiederentdeckt
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435 Wir gehen hinein
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436 – 437 Im Inneren der Zisterne
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438 – 439 Vom Hauptplatz blickt man über die alten Gebäude (hier keine Sassi) Richtung Dom
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440 Zu guter Letzt sehen wir neben dem Bahnhof Matera C.le noch dieses wunderhässliche Gebäude :D
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441 Nun sind wir am Bahnhof angelangt

Am Nachmittag fuhr ich zurück nach Bari. Ich kaufte ein Ticket und merkte erst beim Einstieg in den Zug, dass ich in Altamura gut 1:15 h Aufenthalt haben würde. Allzu viel machen kann man dort nicht. -.- Doch in Altamura angekommen stand am Nebengleis ein Zug bereit. Ich fragte drinnen nach, der würde gleich nach Bari fahren. Den planmäßigen 2-min-Anschluss hatte mir Trenitalia tatsächlich verschwiegen. Vielleicht rechnete niemand damit, dass das funktionieren würde. ;-)
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442 Der Bahnhof Matera C.le wurde für das Jahr als europäische Kulturhauptstadt ordentlich aufgemotzt
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443 Zügli fährt ein
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444 Ui, dass es auch einen Zug um 16:35 Uhr ab Altamura war, war eine freudige Überraschung^^
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445 – 446 Wieder nach Bari
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447 Angekommen
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448 – 449 Bari C.le

Etwas südlich von Rimini hatte es am Mittag ein Erdbeben gegeben. Im Süden war davon nichts zu merken, aber ich war ja auch 500 km entfernt. (Am frühen Nachmittag hatte es in Kampanien ebenfalls ein leichtes Erdbeben gegeben, aber auch das war 130 km entfernt nicht zu spüren.)
Deutlich zu spüren waren die Auswirkungen des Bebens von Fano bei Rimini auf den Betrieb von Trenitalia. ;-) Natürlich ist ein Erdbeben kein Bahn-Verschulden. Ich weiß, dass Erdbeben dort häufiger mal auftreten, freilich weiß ich nicht, wie häufig genau Erdbeben dieser Stärke sind.
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450 Da ist der Übeltäter
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451 Massaker
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452 Auch gut, dass der Zug 10 min nach dem Erdbeben noch weitergefahren ist & direkt aufs Epizentrum zu, um kurz darauf 4 h stehen zu bleiben :-/
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453 „Die Erkundungen nach einem Erdbeben zwischen Pesaro & Ancona sind abgeschlossen. Der Verkehr wird schrittweise wieder aufgenommen.“
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454 Hübsche Pyramide^^
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455 ICN Lecce – Tarent – Bari (Kopfmachen) – Mailand

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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