Überrascht mich nicht (Allgemeines Forum)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 06.01.2022, 14:03 (vor 18 Tagen) @ Der Blaschke

Hey.

Da meinte unser geschätzter J-C in einer anderen Diskussion noch, die DIE WELT sei eine Art BILD für Vermieter - und jetzt das: der Kommentator stört sich am ewigen Gejammer um die Pünktlichkeit.

Die Bild-Zeitung kritisiert mitunter die selben Ressentiments, die sie zuvor schürt.


Für alle positiv Denkenden hier der passende Artikel:

https://amp.welt.de/debatte/kommentare/article236059338/Puenktlichkeitsstatistik-Warum-...

Da zitiere ich mal.

Reisen ist nun mal beschwerlich, ob mit dem Flieger oder dem Auto. Da ist die Bahn noch die am wenigsten schlimme Methode.

Das wird als gegeben angenommen, obwohl es mit meiner Realität in einem starken Widerspruch steht. Reisen kann unheimlich viel Spaß machen.

Und mit der Bahn hat man ja besonders viel Möglichkeiten, sich die Reise zu versüßen. Nur ein Schiff kann mehr. Aber da siehst du Wasser und Küsten. Bei der Bahn eben je nach Strecke Städte und Landschaften ;)

Die Bahn hat mal wieder ein Pünktlichkeitsproblem.

Das überrascht jetzt niemanden

Nur drei Viertel aller ICEs und ICs seien im vergangenen Jahr pünktlich (...) angekommen.

Und fast immer, wenn ich in Deutschland reise, liege ich in den 3/4.

Die Realität, das vorweg, ist deutlich schlimmer.

Kommt darauf an.

Aus der Praxis eines Bahn-Vielfahrers muss gesagt werden: Wer in Hamburg-Altona in den ICE nach München steigt, kommt nur in Ausnahmefällen zum erwarteten Zeitpunkt an.

Wie oft wird gereist?

(...) Der Störfall ist beim Bahnfahren die Regel.

Das ist subjektiv, bei einer 3/4 Pünktlichkeit ist Pünktlichkeit ja die Regel.

(...) Welches Unternehmen bietet mehr Angriffsflächen als die Bahn mit ihren unbeholfenen Durchsagen, dem Zugchef-Denglisch, diesen unterwürfigen Pünktlichkeitsstatistiken, mit denen sie ihren Widersachern noch Munition liefert? (...) Bei der Verkehrsmittelwahl ging es schon immer nicht um die beste Alternative, sondern um die am wenigsten schlimme. Und das ist in vielen Fällen eben die Bahn. (...)

D'accord.

Und jetzt werde ich mal den Rest durchnehmen.

Kein Wunder, dass jeder Modelleisenbahner glaubt, er könnte zweieinhalb Millionen Bahnreisende zügiger ans Ziel bringen.

Es gibt angeblich auch 80 Millionen Fußballtrainer in Deutschland... oder 80 Millionen Virologen. Je nach Saison.

Doch wenn es eins gibt, das noch mehr nervt als die Bahn, dann sind es die Bahn-Kritiker. Die im Zugrestaurant bei jeder Durchsage laut aufstöhnen, als wäre es eine persönliche Zumutung, zehn Minuten später in Uelzen anzukommen.

Vor allem im Zugrestaurant. Ich bin sogar ziemlich glücklich, wenn ich mehr Zeit für's Mittagessen habe und noch einen weiteren Gang einlegen kann. Oder generell mich über den längeren Aufenthalt im Zug freuen kann. Wenn die Verspätung einen nicht gerade zu spät zu einem Termin kommen lässt, bin ich der Meinung, dass man das als geschenkte Zeit wahrnehmen sollte. Aber dafür wird man als Typ mit Job und so weiter natürlich nichts anfangen können. Züge sind als Werkzeug zu gebrauchen und nicht als Genussmittel.

Die 10 Minuten Verspätung sind ja natürlich absolut Katastrophe und werfen sämtliche minutiös geplanten gehetzten Zeitpläne durcheinander. In einer schnelllebigen Gesellschaft inakzeptabel.

Was ich damit sagen will, man kann die Zeit im Zug doch eh zu irgendwas nutzen. Völlig verloren ist sie nicht. Und wenn es dazu ist, mal bisserl Ruhe vorm Aussteigen zu finden.

Die Mitropa-Kellner, Schaffner und Mitreisende über ihr erlittenes Schicksal informieren und mit frischem Schaum vorm Mund Twitter einschalten. Sie sind einfach keine Profis. Sonst würden sie den Mund halten und einfach alles auf sich zukommen lassen.

Meine Rede!

Es ist einfach so: Reisen ist beschwerlich. Je weiter, desto mehr. Früher wurden die Leute in der Postkutsche überfallen. Heute verbringen sie Nachmittage in der Dauerbaustelle auf der A1 bei Osnabrück. Oder sie lassen sich am Flughafen demütig wie die Schafe durch absurd zeitaufwendige Abfertigungsrituale schleusen und stundenlang vor geschlossenen Gates eingattern.

Und da kriegst du keine Curry-Wurst vom Speisewagen!

Bei der Verkehrsmittelwahl ging es schon immer nicht um die beste Alternative, sondern um die am wenigsten schlimme. Und das ist in vielen Fällen eben die Bahn. Dafür an dieser Stelle ein einsames: Senk ju!

Perfektion ist der Feind des Guten, wie ich zu sagen pflege. Jeden Tag geben sich die Mitarbeiter:innen der DB die Mühe, das System am Laufen zu halten. In solch einem komplexen System in einem durch politische Gemengelagen nicht optimal erhaltenen Netz, welches auch anfällig für externe Störungen durch Personen im Gleis, Unwetter, die mit dem Klimawandel eher öfter auftreten, Störungen in der immer mehr komplexen Technik, etc. können eben Störungen auftreten. Passiert


Na dann!

Schöne Grüße von jörg

der heute den Fernzug auch genießen konnte: zwischen Osnabrück und Hannover durchgängig einziger Fahrgast im Waggon! Jei! Nur die FV-übliche Ansageritis nervte etwas - obwohl das eine der wenigen Zugchefs war, die die Ansagen vernünftig hinbekommt..

Das ist auch eine Erfahrung. Die ECs von Wien nach Polen sind mit 5 Wagen zu kurz, als dass man nur einen Fahrgast im Wagen hat. Vielleicht gibt es in Deutschland irgendwelche Beschränkungen. Das einzige Mal, wo ich der einzige im Großraumwagen war, ist damals gewesen, wo ich im EC von Wien nach Tschechien während des Lockdowns und der Einreisebeschränkungen einreiste. Da musste ich zumindest auf dem Papier in Quarantäne gehen für 1-2 Wochen glaub ich...

--
Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
[image]
(Bildquelle: ČD)


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