Der TGV hat wenige Mg Bremsen (Allgemeines Forum)

EK-Wagendienst, Münster, Mittwoch, 17.02.2021, 08:52 (vor 15 Tagen) @ ICETreffErfurt

Nennen wir das Kind doch beim Namen. Dem TGV fehlen Magnetschienenbremsen. In Frankreich sind diese für Züge mit vmax > 140 km/h nicht vorgeschrieben. In Deutschland ist dies aus historischen Gründen (Bremswegeabstand am Vorsignal von 1000 m) aber so.

In Frankreich wird mit 1500 Meter Bremsweg gefahren, dazu wird bei einer Geschwindigkeit über 160 km/h über 3 Signale Abstände signalisiert.
Grün - Grün blinkend - Gelb - Rot. = 4500 Meter
Zusätzlich fahren in Frankreich die Züge mit ep-Bremse.


Reisezugwagen die schneller als 140 km/h fahren sollten und dafür zugelassen waren, müssen in D zwingend eine Magnetschienenbremse oder ein anderes Bremssystem zusätzlich zur Druckluftbremse besitzen. Das kann im Zweifel auch eine Wirbelstrombremse (WB) sein. Aber es gibt keine Reisezugwagen mit WB auf dem Markt.

Die Reisezugwagen müssen nicht zwingend eine Magnetbremse haben um sie so zuzulassen. Fast alle Bm 234 mit Scheibenbremse waren für 160 km/h zugelassen, nur die ersten 30 nicht 22-30 001-030.
Die ersten 35 Wagen 22-70 001- 70 036 hatten da auch schon eine Mg Bremse erhalten, Nummernreihe 22-70 xxx und 22-71 xxx sind zusammen 1073 Wagen gewesen.
Die Mg-Bremsen wurden erst mit dem Umbau zu Bm 235 nachgebaut.

Auch die Speisewagen der Mitropa mit Baujahr 1984 durften 160 km/h ohne Magnet-Bremse fahren.

Was richtig ist, das man wenn man in Deutschland 160 km/h fahren wollte, der Zug fast komplett mit Mg-Bremse ausgerüstet sein musste, aber ohne kann man mit LZB auch 160 km/h fahren. Diese Wagen führen auch im Ausland und dann ohne Einschränkung mit 160 km/h.
Warum wurden dann bei der DR Wagen mit 140 km/h oder 160 km/h zugelassen, obwohl man nirgends in der DDR schneller als 120 km/h fuhr.

Der TGV hat nur E-Bremse und Druckluftbremsen an den Wagen. Auf den LGV nimmt man die längeren Bremswege einfach in Kauf, darüber hinaus ist die E-Bremse des TGV stärker als die E-Bremse eines ICE1 oder ICE2 oder einer 101/120/182 mit Reisezugwagen. Eventuell auch stärker als die eines ICE3, kann ich aber nicht beurteilen.

In Frankreich wird eben mit längeren Bremswegen gefahren, in den Bahnhöfen oft auch immer nur 30 km/h. Der TGV der eine Deutschlandzulassung hat hat auch wenige magnetbremsen eingebaut, aber nicht in jedem Drehgestell.
Die Magnetbremse ist auch nur im Gefahrfall im Einsatz, im normalen Betrieb aber nicht.
Die Sitzwagen des CityNightLine waren sogar als 200 km/h Wagen ohne Mg-Bremse zugelassen.

Ein Zug darf nur so schnell fahren, wie die vorhandenen Bremskraft, vergleichbar mit dem ICE3, der auf bestimmten Strecken ohne WB Bremse langsamer unterwegs ist.

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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.


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