Das Problem heißt HVZ und nicht HGV (Allgemeines Forum)

ICETreffErfurt, Eisenach, Dienstag, 16.02.2021, 23:44 (vor 19 Tagen) @ Paladin

Um profitabel zu sein, muss ein privates EVU im Fernverkehr zur Hauptverkehrszeit fahren. Die Nebenverkehrszeit reicht nicht aus um profitabel zu sein.

Da spielt es keine Rolle, ob die nun über die Schnellfahrstrecken mit 300 km/h oder über Bestandsstrecken mit maximal 200 km/h fahren.

Das Hauptproblem ist, dass zur HVZ es kaum noch freie Trassen in den Knoten und auf den Hauptstrecken gibt. Der Nahverkehr fährt in der Regel ein verdichtetes Angebot und der DB Fernverkehr hat mit den Sprintern und den Entlastungszügen zu Fr und So schon viele für Dritt-EVU potentiell interessante Trassen belegt.

Schon in so relativ kleinen Knoten wie Erfurt merkt man das. Flixtrain musste im Gegensatz zum DB Fernverkehr immer NV auf offener Strecke überholen. Hat natürlich zum Kuriosum geführt, dass ein FLX mit 23 min Fahrzeit die schnellste Trasse zwischen Erfurt und Eisenach bekommen hat, während der schnellste Takt-ICE (696 nach Kiel) 24 min benötigt hat.

Egal mit was für Zugmaterial ein neuer Wettbewerber fährt, er ist systembedingt immer erstmal im Nachteil. Es sei denn die Bundesnetzagentur entzieht der DB Fernverkehr in der HVZ Verstärker-Trassen um sie dem Dritt-EVU zu geben. Oder der Nahverkehr wird leiden.

Dabei spielt es auch keine große Rolle, wie gut das deutsche Netz mit neuen Schnellfahrstrecken (Mannheim–Frankfurt, Frankfurt–Fulda, Hannover–Hamm, Ulm–Augsburg, Fulda–Eisenach) ausgebaut wird. Der Engpass sind die innerstädtischen Hauptbahnhöfe und deren Zulaufstrecken.


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