Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre... (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 08.01.2021, 15:40 (vor 7 Tagen) @ J-C

Hallo J-C,

Die Bahn ist außerordentlich platzsparend im Verhältnis, für den Konsumenten bedeutet das ganz konkret, dass du dir gar nicht erst Gedanken um den Parkplatz machen musst.

Bin ich mir nicht sicher. In der Praxis gebe ich Dir recht. Eine doppelspurige Bahntrasse hat in etwa die Kapazität einer 2x2-spurige Autobahn; erst recht wenn man bedenkt dass a. z.B. zwischen Den Bosch-Utrecht Doppelstock-"IC"s in 10-Minutentakt verkehren und b. in den meisten Autos sich nur eine Person befindet.
Aber was, wenn man auf Carsharing setzt? Auch auf der Strasse das Potential voll ausnutzt?

Die Bahn bietet gleichzeitig Platz im Innenraum. Im kleinen Auto kommt man her nicht dazu, sich so richtig aufzurichten und vielleicht mal die Beine zu vertreten. Beim Auto müsstest dazu anhalten und damit auch Zeit verlieren.

Das ist zwar richtig, aber Jan wird dafür argumentieren, dass die Zeit, die er beim Anhalten des Autos verliert, bei der Bahn auch dadurch verliert, dass er umsteigen muss.
Zudem steht das Auto von Jan direkt zur Verfügung, während der Bahnfahrer zuerst mal zum Bahnhof kommen muss.

Darüber hinaus bietet die Bahn für längere Strecken den Vorteil des Bordrestaurants. Du musst dich also theoretisch gar nicht um's Proviant kümmern und auch keinen Zwischenhalt machen, wenn der Hunger zuschlägt. Und ob man im kleinen Auto sich mal eben eine schmackhafte Mahlzeit zubereiten kann? Die Verhältnisse wären jedenfalls ziemlich beengt.

So ein Bordresto muss zuerst mal vorhanden sein. Im deutschsprachigen Raum sind die Verhältnisse gut. Italien okay. FR/ES ist in Prinzip nur Bistrocafé. Japan hat das Verfahren "ekiben" (Wiki).
Gut, auf der Strasse gibt es die Raststätten ja auch nur im "Fernverkehr" (an den Autobahnen).

Die Bahn bringt den Vorteil des Austauschs. Es wird da eine Zeit nach Corona geben. Gerade in Abteilen habe ich durchaus so manche schöne Zeit mit anderen Fahrgästen verbringen können. Im autonomen Auto kannst du halt am ehesten dazu deinen Twitter-Feed checken.

Das ist definitiv eine Qualität. In der Coronakrise haben wir (und erst recht Jugendliche), den Sprachen-, Augen- und Körperkontakt vermisst. Die Bahn gibt die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, z.B. Sitznachbarn, Mitreisenden im Bistrocafé, usw.

Dann bezüglich Flieger: ja, der Flugverkehr wird zunehmen; die Jungs bei Airbus, Boeing usw. werden nicht arbeitslos. Allerdings nicht so sehr weil in Europa mehr geflogen wird, sondern weil in Indien, Afrika und Südamerika VIEL mehr geflogen wird. Dort ist eine Kundschaft von 2-3 Milliarden Menschen zu gewinnen.
Europa sollte zumindest bestreben, Reisen dreistelliger Kilometerzahl mit der Bahn zu bewältigen. Das Kontinent ist dafür prädestiniert. Dies in Gegensatz zu Reisen wie Recife-Rio de Janeiro (BR) oder Kapstadt-Johannesburg (ZA), wo der Flieger unverzichtbar ist.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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