Früher gab es 1. Klasse im Regionalverkehr! (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 23.08.2020, 12:55 (vor 2239 Tagen) @ Altmann

Auch die Wiener S Bahn hat längere Strecken. Warum macht das in Wien keinen Sinn?


Sicher, kann man auch drüber nachdenken. Aber der Vorteil einer ersten Klasse ist doch eher dort vorhanden, wo jemand wirklich längere Strecken fährt (ja, klar, man kann theoretisch mit der S-Bahn von Gänserndorf nach Wiener Neustadt fahren - aber Hand aufs Herz, hat das schon mal jemand gemacht?).

Ich glaube am ehesten in Richtung Langstrecke, die auch wirklich auf voller Länge als S-Bahn genutzt wird, käme man mit Wolfsthal - Wien. Wer von Baden nach Wien fährt, nimmt den Regionalzug, insbesondere in der HVZ ist es so, dass man am ehesten an den Halten der Regionalzüge von der S-Bahn aus umsteigt.

Ich glaube, was gemeint ist, sind eher die Regionalzüge, die durch die Stammstrecke fahren. Man kann darüber reden, wenn man es denn wirklich nötig hat.

Außerdem würden permanent Fahrgäste durch die 1. Klasse durchwandern auf der Suche nach ihrem Sitzplatz (oder sich in die 1. Klasse setzen trotz fehlendem Fahrschein). An ruhiges Arbeiten oder Entspannen wäre wohl kaum zu denken.

Im Oberdeck eines Dostos oder am Zugsende eines Desiro ML sehe ich nicht wirklich den Durchgangsverkehr.

Aber man verschenkt sich Kapazität, es gibt dann eben Zeiten, wo auch mal die S-Bahn etwas voller wird. Das sind eher kurze Peak-Zeiten, aber immerhin. Wenn man dort jetzt daher käme und die Kapazitäten durch eine erste Klasse für das Gros an Fahrgästen einschränkt, ist das halt ziemlich doof. Und das würde zu Corona-Zeiten nicht so toll sein, wenn man noch mehr kuschelt.

Und letztlich würden bei jedem Halt Fahrgäste erst mal ihren Einstieg suchen und die Haltezeit des Zuges in der Station verlängern (was auf der überlasteten Stammstrecke mittellustig wäre).

Oder man darf durch den halben Zug wandern, um den Platz zu kriegen, für den man bezahlt hat.

Ich weiß wirklich nicht, wer tatsächlich mal mit den Zügen der ÖBB gereist ist. Die Doppelstockzüge haben doch komfortable Sitze - sogar mit ein paar Komfortmerkmalen mehr als ein Railjet. Die Cityjet eben auch, dank Verstellbarkeit auch angenehmer als im Interpanter in Tschechien (mal davon abgesehen, dass Siemens wesentlich laufruhigere Züge herstellt als Skoda)

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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