Auch faszinierend (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 23.08.2020, 10:39 (vor 2236 Tagen) @ gnampf

Wie viele nutzen das dann aber? Ob sich das rentiert...


Muß man sich im Einzelfall anschauen, wenn man es nicht anbietet: keiner. Ist doch das gleiche wie beim ganzen Angebot, man muß halt schauen welcher Bedarf besteht. Nur: der Zug fährt hier ja eh schon und hat womöglich sogar mehr Kapazität als vom Besteller gefordert. Da hätte man dann nahezu null Zusatzkosten und es wäre somit sogar egal wenn es niemand nutzen würde... und es wird garantiert jemand nutzen.

Das Problem ist halt, so wie es jetzt ist, bringt man sich halt sehr viel Flexibilität ein. Wenn man regionalspezifisch erste Klasse einführt, heißt das im Endeffekt, dass man solche Züge womöglich nur auf einer gewissen Linie sinnvoll einsetzen kann, weil es sonst keinen Bedarf dafür in der Region gibt. Und Flexibilität ist halt cool, so kann man Kapazitäten wesentlich besser disponieren.

Sitzplätzen zweiter Klasse genau dem Angebot an Sitzplätzen im Zug entspricht? Die genannten Beispiele, wo REX eine erste Klasse haben, sind ja alleine dem Umstand geschuldet, dass sie allesamt vorher oder nachher als Fernverkehrszug fahren.

Dann kann man vermuten das bei der Ausschreibung "ein wenig" gemauschelt wurde und sie auf genau das ausgelegt wurde was die ÖBB anbieten, damit ja sonst keiner zum Zug kommt. Ist ja schon merkwürdig wenn die Ausschreibung so haargenau auf ein Zugmodell passt. Da die Verbünde das Zugmodell aber eh nicht vorschreiben können könnte der Anbieter auch eins wählen das entsprechend mehr Plätze bietet.

Es gab de facto keine Ausschreibung, es sind bisher immer Direktvergaben gewesen. Aber die Verbünde haben auch bei den Privatbahnen keine erste Klasse gefordert und diese bieten sie nicht an - außer der Mariazellerbahn manchmal, das ist dann aber ein Sonderangebot mit Panoramawagen.

Das Problem ist, Zeitkartenbesitzer müssen dann eine
ÖBB-Zeitkarte für die Relation kaufen. Das gibt es auch dort, wo in der zweiten Klasse nur Verbundszeitkarten verkauft werden.


Warum sollten sie das müssen? Sie kaufen ein ganz normales Verbundticket (egal ob Zeitkarte oder nicht) und einen ÖBB-Aufpreis (egal ob Zeitkarte oder nicht).

Meines Wissens ist ein Aufpreis zur ersten Klasse von Verbundsfahrscheinen gar nicht vorgesehen. Da muss schon ein erste Klasse Ticket gelöst werden.

Es hat nur ein Problem: mit der Zeitkarte kriegst du nicht die anderen Verkehrsmittel des Bundes, also Busse, Straßenbahnen, in Wien noch die U-Bahn. Und das ist halt etwas blöd.


Wie schon geschrieben: Denkfehler deinerseits.

Nope. Weder die Verbünde, noch die ÖBB, noch die Privatbahnen haben ein Interesse daran.

Das würde nicht langen, weil ein Mindeststandard im Komfort unterschritten wird.


den wer festlegt? Für mich ist der Mindeststandard an Komfort unterschritten wenn ich jemanden neben mir sitzen hab oder jemanden anglotzen muß weil er mir gegenüber sitzt.

Den die Fahrgäste festlegen, die im Zweifel mit den Füßen abstimmen.

Deine Probleme hätte ich nebenbei ur gerne. Wenn es nicht wegen Corona wäre, wäre es mir sowas von egal, ob ich wen gegenüber hätte oder nicht. Ich hab ja kein Problem damit, dass in meiner Nähe Menschen existieren. Und ich bin mir eh bewusst, dass den, den ich gegenüber habe, in meinem Leben vorraussichtlich nie mehr wieder sehen werde, sobald man aussteigt.

Und deswegen ist mir mein Gegenüber herzlich egal, es sei denn ich habe mal aus Gründen die Idee, ein wenig Smalltalk oder so anzufangen. Das war ja vor allem im Abteil so, dass ich schnell ein Gespräch mit Mitreisenden anfing, einfach weil es ein netter Zeitvertreib ist.

Bloß, der Komfort der in der Zweiten Klasse des Regionalverkehrs angeboten wird, übertrifft manche erste Klasse in Deutschland und hat allgemein eine hohe Zustimmung. Es gibt glaube ich nur wenige, die den Komfort im Cityjet nicht gut finden.


Komisch, das konnte ich bei meinen Fahrten im Regionalverkehr der ÖBB nicht feststellen. Und wie schon geschrieben geht Komfort für manchen weiter als bis zum Sitzabstand.

Ich kenne viele Züge in Deutschland, da hat die erste Klasse keine verstellbaren Sitze, keine Fußstützen, manchmal nicht mal Steckdosen.

Na man geht ja eben auf die Ansprüche des Kunden ein und denen wird auch genügt. Man wird es nie allen Recht machen können. Am Ende wird's noch welche geben, die auf ihren Massagesitz und ihren Am-Platz-Service in der S-Bahn bestehen.


Na anscheinend ja nicht auf die Ansprüche aller Kunden, wenn hier die Frage aufkommt warum es denn keine 1. Klasse gibt. Und keine Sorge, auch in Güterwagen würden viele Leute mitfahren, ganz einfach weil ihnen nichts anderes übrig bleibt.

Ohh Mann. Deine Extremvergleiche erleben ja auch wieder Hochkonjunktur. Mal ernsthaft, fahren alle Leute im Regionalverkehr der ÖBB nur, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt? Es ist doch so, man kann im Cityjet bereits super am Laptop arbeiten, hat ja die Steckdosen, den großen Tisch, den einigermaßen komfortablen Sitz...

...und das ist eben ein Standard, der über das hinausgeht, dass man nur fahren würde, weil es nichts anderes übrig bleibt.

Vor allem, es bliebe einem was anderes über: das Auto. Österreich hat top ausgebaut Autobahnen und Schnellstraßen. Wenn die Wahl auf's Auto wählt, hat man dort bereits gute Bedingungen. Selbstverständlich wird einem da die Wahl gelassen, immerhin ist man in einer Demokratie.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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