SEV Oberstdorf Immenstadt (Reiseberichte)

Mike65, Sonntag, 12.01.2020, 12:30 (vor 322 Tagen) @ J-C

Ein schöner Sonntag im Oktober hatte viele Ausflügler in die Allgäuer Berge gelockt, so auch mich. Nach erfolgreicher Besteigung des Rubihorns gab es abends am Bahnhof dann die bittere Pille: Aus irgendeinem Grund war der Zugverkehr eingestellt. Nach längerem Warten kam endlich der SEV-Bus, der uns nach Immenstadt zum letzten Zug Richtung Ulm bringen sollte.
Am Steuer saß ein bayrisch-schwäbisches Urgestein, der Typ sah aus wie ein Wurzelsepp. Im breiten Allgäuer Dialekt begrüßte er die Fahrgäste und meinte, dass er etwas auf die Tube drücken müsse, um den Zug noch zu erreichen. Das war leichter gesagt als getan, denn auf der Bundesstraße staute sich eine endlose Schlange heimwärts strebender Wochenendausflügler. Da klar war, dass wir es so nicht pünktlich zum Zielbahnhof schaffen würden, nahm er eine Umleitung. Mit traumwandlerischer Sicherheit steuerte er den langen Gelenkbus über die Dörfer durch enge Ortsdurchfahrten und winzige Sträßchen. Vielleicht waren es auch Feldwege, das war in der Dunkelheit nicht zu erkennen. Letztendlich kamen wir sicher am Bahnhof Immenstadt an, wo der Zug abfahrbereit wartete. Vom Busfahrer kam nur der Kommentar "Do hammas no mal gschafft!". Der Beifall der Fahrgäste war ihm sicher.


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