Versuch einer sachlichen Entgegnung (Fahrkarten und Angebote)

telemaxx, Bremen, Hannover, Sonntag, 03.11.2019, 15:13 (vor 2329 Tagen) @ Eingleisigkeit

Moin,

ich finde es schade, dass du diesen etwas abfälligen Ton in deine Argumentation einbauen musst. Ich habe nicht das Gefühl, dass du das nötig hättest.

Achja, die "Menschen". Wenn nicht mal du selbst, der Bahn angesichts dieser Preise den Rücken kehrst, warum sollten es andere tun?

Wer sagt denn, dass ich der Bahn langfristig nicht den Rücken kehre? Das ist ja ein eher schleichender Prozess. Es gibt ja nicht die eine Preisgrenze, bei der man sagt, das ist mir jetzt zu teuer.

Aber gut, angenommen. Auf welche unökologischeren Verkehrsmittel sollten "die Menschen" denn ausweichen? Das Flugzeug hat genau dieselbe Preispolitik wie die Bahn und ist freitags und sonntags teurer. Das Auto kostet eventuell nicht mehr, ich stehe aber im Stau und bezahle eben mit Zeit. Am Ende kostet das auch (etwas) mehr Sprit.

Die Preise fürs Autofahren sind in den letzten Jahren deutlich geringer gestiegen als für den öffentlichen Verkehr. Ich finde das ist keine gute Entwicklung, auch wenn das volkswirtschaftlich vielleicht begründet oder gerechtfertigt werden kann. Aber dann liegt das doch auch daran, dass bestimmte externe Kosten nicht eingepreist sind. Wieso sollen ausgerechnet die Bahnfahrer mehr bezahlen, wo das aus Umwelt- und Klimaschutzsicht eine der schonenderen Fortbewegungsarten ist?

Mir geht es nicht primär um ein paar Euro mehr pro Fahrt. Sondern um den Trend und die Tendenz. Der läuft meiner Meinung nach in die falsche Richtung.

Um beim Autofahren einen ähnlichen Effekt zu erzielen wie mit den differenzierten Flexpreisen, müsste es eine nachfrageabhängige und streckenabhängige Straßengebühr geben. Diese wäre freitagnachmittags dann auch höher als samstagvormittags. Die gibt es aber nicht, weil die Politik sie bisher nicht für durchsetzbar hielt. Den Bahnfahrern kann man es aber aufbürden.

Statt einer Kapazitätsausweitung bei der Bahn, die diese Form der Auslastungssteuerung überflüssig machen würde, gibt es höhere Preise, die das Bahnfahren relativ zum Autofahren teurer machen.

Ich könnte gut damit leben, wenn es ein verkehrspolitisches Gesamtkonzept gäbe, wenn also auch das Autofahren wie weiter oben beschrieben nachfragegesteuert bepreist würde. Dann könnte man auf das gesamte Verkehrssystem sowas wie einem Optimum näher kommen.


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