Der argumentative Rundumschlag (Fahrkarten und Angebote)

Eingleisigkeit, Freitag, 01.11.2019, 18:57 (vor 2339 Tagen) @ telemaxx
bearbeitet von Eingleisigkeit, Freitag, 01.11.2019, 18:57

Hallo telemaxx,

2019 ist nicht mehr so recht respräsentativ.

Das ist schade. Dann können wir die Diskussion hier beenden, weil du deinem Ausgangsposting selbst die Grundlage entziehst. Und john.lennon müsste die Kudos zurücknehmen ;) Dann ist alles nur noch Bauchipedia.

Ich habe einige Reisen am Freitag dieses Jahr nachgesehen und dort nie mehr als 51,50 Euro bezahlt. Für den Rest des Jahres gibt es aber fast nur 53,50 Euro am Freitag.

Naja, es gibt ja Licht am Ende des Tunnels: 2020 wird es für dich wieder günstiger *yaay* Dann zahlst du an 15 von 19 Freitagen wieder "nicht mehr als 51,50 Euro".

Ich finde es unehrlich, denn selbst wenn die Tagespreise im Durchschnitt nicht erhöht würden, die Fahrgäste natürlich trotzdem höhere Fahrpreise zahlen. Denn die Preise werden ja an den Tagen, wo viele Menschen fahren, erhöht und an den Tagen, wo weniger Menschen reisen gesenkt.

Das habe ich schon verstanden. Ich verstehe nur nicht, was sich ändert, wenn sich die Öffentlichkeit mit dir zusammen darüber aufregt. Am Ende fehlen dir bis zu 56 Euro im Geldbeutel. Mal mit mehr, mal mit weniger stark geteilter Aufregung.

Die Frage ist für mich, wo soll das hinführen? Zu einem zweiten Sparpreis-System? Wie stark dürfte deiner Meinung nach die Spreizung noch werden? Am Freitag für 65 Euro und am Mittwoch für 40 Euro?

Fragst du mich persönlich? Meinetwegen kann die Spreizung beliebig weit steigen. Ich bin eh zum Pauschalpreis unterwegs.
Fragst du mich als Volkswirt? Grundsätzlich wird der Preis so lange steigen, bis der Effekt der zurückgehenden Menge den Effekt der zusätzlichen Erlöse überkompensiert. Die DB wird also die Spreizung erst dann eindämmen, wenn du (und noch viele andere) ihr freitags den Rücken kehren.
Es gilt also der Blaschke: Handeln, nicht reden.

Grundsätzlich erkenne ich aber zwischen 2020 und 2019 keinen großen Unterschied. An Feiertags-Wochenenden wird die Spreizung etwas größer. Das betrifft wenige Tage. Da geht es vielleicht in Summe um 10-20 Euro im Jahr. Der andere Zeitraum bleibt doch ziemlich vergleichbar. Hier nimmt die Spreizung sogar ab: Freitage sind (wieder) etwas günstiger, Samstage etwas teurer. Alles paletti.

Irgendwann passt das Preisgefüge m. E. nicht mehr und ich befürchte, dass die Menschen auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Denn Wettbewerber auf der Schiene gibt es kaum. Dann hätte die DB die Verkehrsströme zwar etwas gelenkt, aber nicht so wie gedacht. Das kann ja auch politisch nicht gewollt sein.

Achja, die "Menschen". Wenn nicht mal du selbst, der Bahn angesichts dieser Preise den Rücken kehrst, warum sollten es andere tun?
Aber gut, angenommen. Auf welche unökologischeren Verkehrsmittel sollten "die Menschen" denn ausweichen? Das Flugzeug hat genau dieselbe Preispolitik wie die Bahn und ist freitags und sonntags teurer. Das Auto kostet eventuell nicht mehr, ich stehe aber im Stau und bezahle eben mit Zeit. Am Ende kostet das auch (etwas) mehr Sprit.

Das Schöne am Bahnfahren war/ist für mich eigentlich die Flexibilität und die relative Einfachheit.

Ich erkenne daran im Jahr 2020 keine Änderung. Nur könnte die Fahrt an manchen Tagen teurer und an anderen billiger werden. An den Tarifkonditionen ändert sich m.W.n. nichts.

Allzeit gute Fahrt
Eingleisigkeit


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum