Ich denke, das ist schon repräsentativ (Fahrkarten und Angebote)

Henrik, Freitag, 01.11.2019, 20:31 (vor 2333 Tagen) @ Eingleisigkeit

dazu ein paar Anmerkungen von mir:

Erstens ist das Ganze nicht übertragbar auf andere Strecken (du hast schließlich keine Daten zu anderen Strecken).

Doch, denn der differenzierte Flexpreis wird prozentual in ganz Deutschland gleich gesteuert. Ansonsten könnte man Inkonsistenzen nicht ausschließen, dass z.B. Hamburg-Hildesheim günstiger wäre als Hamburg-Hannover oder sich durch Stückeln günstigere Preise ergeben. Das führt leider auch dazu, dass eine Strecke wie Stralsund-Berlin an einem Winterfreitag teurer wird und an einem Frühlingssamstag möglicherweise billiger wird. Da die Nachfrage auf den Hauptachsen im ICE-Kernnetz aber einigermaßen synchron schwankt, nimmt man diese Außenseiter-Effekte in Kauf.

Was meinst Du mit Stralsund-Berlin und dem "leider"?
Es ist auf der Relation die gleiche Berechtigung wie andernorts, insofern kann ich das "leider" nicht nachvollziehen.
Wenn die Bahn meint, auf der Relation Stralsund-Berlin ist es an jenem Freitag bzw. Samstag sinnvoll, die Preise anzuheben oder abzusenken, dann wird sie das tun - mit anderen Strecken hat das an den Tagen nichts zu tun.
Insofern ist der Punkt john.lennon ja auch nachvollziehbar. Die Betrachtung einer einzelnen Relation ist nicht aufs gesamte Netz übertragbar. Die prozentuale Sätze mögen gleich sein - nee, das passt doch auch schon nicht, oder? höchstens an vergleichbaren Tagen. Allein.. die Tage sind nicht die selben. Erkennt man bestens an heute und gestern.

Zweitens, und das ist entscheidend, könnten das einfach nur saisonale Effekte sein, welche du da beobachtest.

Natürlich ist es das. Das weiß er ja auch.
Adventswochenenden, .. vs. Schwachlastzeit zu Jahresanfang.
Macht er ne komplette Jahresstatistik, auch mit Vergleich zu Vor- und Nachjahr, sähe es anders aus,
dann käme er auch zu dem Ergebnis der 0% Preissteigerung.

(Beispiel zu - vermutlich - saisonalen Effekten: Die Freitage und Sonntage von KW52 bis KW02 des Folgejahres sind niedrig, weil es saure Gurken-Zeit für Fernpendler ist. Ende November bis Ende Februar ist generell schwächer, was Geschäftsreisende angeht. Deshalb sehen wir über deine gesamte Zeitreihe tendenziell recht moderate Preise montags, dienstags, donnerstags und freitags.)

Das wäre möglich, halte ich aber für eher unwahrscheinlich. Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, eine "versteckte" Preiserhöhung über den differenzierten Flexpreis 2020 nicht durchzusetzen.

da gibt so etliche Gründe, sehr gute Gründe.

Es gibt aber
keinen Grund, eine "versteckte" Preiserhöhung über den differenzierten Flexpreis 2020 durchzusetzen.
Wieso sollte die DB? Zudem wenn sie zuvor groß proklamiert, dass diese nicht erfolgen wird.

Schließlich steigt die Nachfrage im Fernverkehr ungebrochen und mit der angekündigten Mwst-Senkung wird man wohl eher ein höheres Preisniveau als Absprungbasis vorgeben.

dafür steigt auch die Kapazität und damit die Sparpreis-Kontingente - das bringt der DB erheblich mehr.
Der Umsatz der Flexpreise wird relativ weiter abnehmen.

Trotzdem glaube ich der DB, dass es dabei mehr um Auslastungssteuerung geht als um Gewinnmaximierung. Letztere ist natürlich ein dankenswerter Effekt, weswegen die DB wohl so stark auf das Instrument der Preisdynamik setzt statt andere Maßnahmen zu testen (z.B. Reservierungspflicht oder ausgeweitete Buchungssperren).
Dieser Eindruck wird von insgesamt recht günstigen Sparpreis-Kontigenten gestärkt, bei der die Steuerung über Zugbindung gut funktioniert.

ja
Die DB wird sehr versuchen, den Eindruck der Fokussierung auf Gewinnmaximierung zu vermeiden, erst recht beim Flexpreis.
Die Preiswahrnehmung ist bei den Sparpreisen eine durchweg sehr positive, ganz im Gegensatz zu den Flexpreisen,
allein auch daher wird die DB weiter versuchen, die Kunden zu den Sparpreisen hinzuführen.


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