Gerne geschehen, lieber Fahrgast... (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 13.12.2018, 09:14 (vor 2677 Tagen) @ 218 466-1

Die Ausfälle sind natürlich nicht gleichmässig verteilt. Wer heuer öfter ICE1 fahren wollte, hat vmtl. mehr FGR-Fälle, als IC-Fahrer. Auf VdE8 scheint es auch besser zu laufen, als z.B. auf KRM.

"Dank" der Umstationierung der Wackeleimer auf meine Stammstrecke ist nicht nur der Verbrauch an Reisekrankheitstabletten srunghaft gestiegen sondern auch die ICE1-Quote gesunken. Aber nichtsdestotrotz hatte ich in diesem Jahr noch genug ICE1-Fahrten ohne Probleme. Der besagte FGR-Fall war übrigens eine Streckenstörung und somit nicht vom Fahrzeugtyp abhängig.

Dank meiner selbst gebastelten Verbindungen, hatte ich nie FGR-Fälle, da die Übergangszeiten sehr grosszügig waren bzw. keinen Gebrauch davon gemacht, wenn der ex-MET verspätet war, da der in diesen Fällen fast immer der Grund für die Fahrten war. Den MET zu verpassen, wegen anderen Zügen, hätte die Stornierung der Fahrkarte bedeutet weil in Hamburg und Berlin wollte ich nichts.

Ich habe in aller Regel nur Umstiege vom oder zum Stadtverkehr. Und in meinem Fall war es einfach so, daß der ex-MET um meinen Einstiegsbahnhof herum umgeleitet werden mußte. Ich habe ihn sogar noch auf der Umleitungsstrecke auf dem Weg zu meinem Ersatzzug gesehen, allerdings wollte man mich nicht während der Fahrt umsteigen lassen.

Ich habe halt nur "Fachkräftemangel" in Deutschland und die recht niedrigen Arbeitslosenzahlen mitbekommen.

Die Arbeitslosenzahlen sind halt ziemlich geschönt, jeder Arbeitslose, der in irgendeiner "Maßnahme" steckt, und sei es nur das drölfzigste Bewerbertraining, ist aus der Statistik draußen.

Wie es im "unteren" Bereich aussieht, weiss ich nicht, aber bei einigen Unternehmen konnten auch nicht alle Lehrstellen besetzt werden. Ob das an den (zu hohen) Einstellungskriterien, oder an mangelder Nachfrage liegt, weiss ich nicht.

Wenn man sieht, wo im Handwerk mittlerweile unter einem sehr guten Realschulabschluß niemand mehr genommen wird, wo früher auch gute Hauptschüler Chancen hatten...

Bisher offenbar nicht. Sollte man aber bei Personalmangel. Ein weiterer Punkt der Bahnreform, wo sich der Sparkurs nicht ausgeht.

Zustimmung.

Aber das ist doch im NV zumidest regional (insbesondere bei Regio Württemberg und bei RAB) immer so. Und auch im FV fehlen neben dem generellen Fahrzeugmangel noch viele Tz, die defekt oder ausgebrannt, abgestellt sind.

Zugriff auf Link von hier nicht möglich, und selbst wenn wäre es ohne Audio wohl witzlos.

Dass DB nicht zögert, den FV bei jeder Kleinigkeit einfach pauschal, bundesweit komplett einzustellen, ist nichts neues mehr. Passt aber überhaupt nicht zur sonst gängigen Praxis, trotz Fahrzeugmangel, alles was noch irgendwie als "Betriensfähig" eingestuft wird, jeden Tag in Umläufe zu stopfen, damit ja kein Fahrzeug eine Stunde herumsteht, ohne Geld zu verdienen. Letztendlich stehen die Züge aber noch viel länger herum, s.o. was eben zu den vielen Ausfällen führt.

Wenn die Betriebszentralen bestreikt werden, ist doch abzusehen, daß nix läuft. Und bevor die Züge irgendwo auf freier Strecke stehen bleiben und die Leute in den Zügen hohl drehen, kann ich schon verstehen, wenn man gar nicht erst abfährt.

Die sollen sich einmal entscheiden: Entweder den Fahrplan massiv ausdünnen und überhaupt nur noch das nötigste fahren, oder mehr Fahrzeuge beschaffen und mehr Personal einstellen, weil der jetzige Fahrplan ist mit der aktuellen Situation nichts weiter, als eine Lotterie, die die Maximalgewinne anzeigt, die man mit den Losen (Fahrkarten) gewinnen kann.

Ich glaube, Du kannst das von so weit weg nicht wirklich beurteilen. Abgesehen vom Streik habe ich bei der DB in diesem Jahr nur den einen Ausfall, der aber ein Haltausfall und kein Zugausfall war, gehabt. Ansonsten noch einen Zug, der Verspätung gehabt hätte, was aber dank aufgehobener Zugbindung sogar zu einer früheren Ankunft geführt hat. Ich kann mich da echt nicht beklagen.

Das RIS ist jedenfalls seit Monaten täglich mit roten Hinweisen geflutet. Im Ersatzthread ist die Liste der Ausfälle auch viel zu lange. Manchmal wäre es echt einfacher, dort nur die pünktlichen Züge zu posten, weil man >50% praktisch vergessen kann, wenn die - sofern überhaupt - nur nach aktueller Betriebslage, statt nach Fahrplan fahren.

Ich lebe anscheinend in einem Paralleluniversum. Oder Frankfurt ist nicht annähernd so schlimm betroffen, wie andere Ecken. Da mir die reinen Zugnummern in der Regel nichts sagen, schaue ich in den Ersatzzugthread nur, wenn ich selbst eine Fahrt gebucht habe und daher nach "meiner" Nummer suchen kann.

Das wollen die Vorstände aber genauso. Wenn man aber das Brustklopfen der Alphatiere auf beiden Seiten aussen vor lässt, geht es letztendlich um die, die eh schon immer das ausbaden müssen, was eben die Grosskopferten im DB-Tower zu verantworten haben, nämlich das Betriebspersonal. Und die Fahrgäste sitzen doch im gleichen Boot, weil es ligt nicht an den Tf und ZuB, dass die Züge von DB, ständig Türstörungen, Fahrzeugstörungen, geschlossene Restaurants, nur halbe Kapazität, Schmierereien und generell total heruntergekommene Zustände aufweisen, sofern sie überhaupt fahren.

Es war aber schon immer so, daß die Chefs entschieden haben. Ob richtig oder falsch, es ist deren Entscheidung, deshalb sind sie Chef. Von daher kann der Vorstand entscheidne, was sie machen wollen. (Daß da mal ausgemistet und fühige Leute hingesetzt gehören, steht auf einem anderen Blatt, aber darum geht es den Gewerkschaften ja auch nicht.)

Das Bild, das DB heuer abgibt, ist einfach nur peinlich, selbst wenn man das dicke auftragen in den Medien wegrechnet. Das Feedback in Eisenbahnforen, in denen selbst eiserne DB-Verteidiger mittlerweile nicht mehr widersprechen, spricht Bände.

Ja, es läuft nicht alles gut. Aber der Deutsche hat nun mal einen Hang zum Jammern.

Aber meine Ansprüche sind vlt. auch zu hoch, weil Eisenbahner in den USA können von EVG- und GdL-Tarifverträgen nur träumen und die Fahrgäste hier sind genauso genervt.

Mehr als schienengebundenen Stadtverkehr bin ich in den USA noch nicht gefahren, wie es da mit den Konditionen für die angestellten aussieht, kann ich daher nicht sagen. Generekk sagt meine USA-Erfahrung aber, daß Arbeitnehmer es hier in Deutschland meist besser haben. Wir haben deutlich mehr Urlaubstage, die Sozialversicherung hier ist um Längen besser (mein Kumpel drüben hat neulich erzählt, die Krankenversicherung seines Arbeitgebers verlangt regelmäßige Blutuntersuchungen, um anhand von Cholesterin und wer weiß was die Beiträge anzupassen - mich für die Krankenversicherung anzapfen lassen, ich glaub, ich spinne!), und so weiter und so fort.

Von Personalmangel und technischen Störungen auch bei NJ-Transit geplagte Grüsse.

Vielleicht aufgrund meiner HLB-Erfahrung die DB gar nicht so schlecht funktionierend findende Grüße
der Colaholiker

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