halbwegs problemlos! (Fahrkarten und Angebote)

musicus, Dienstag, 28.02.2017, 21:10 (vor 3356 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von musicus, Dienstag, 28.02.2017, 21:12

Was Du beschreibst, ist alles andere als problemlos. Das sind Insider-Tipps und die können nicht die Lösung sein. Das Fahrkartenbuchungssystem muß für alle Kunden verständlich sein.

*tusch* hach, es ist ja Fachingsdienstag - da sind Kalauer gestattet.

Und warum soll München ein Umweg sein?

Definitionssache. Umweg(Relation) = kürzeste Strecke / gewählte Strecke. Je niedriger der Wert wird den dieser Quotient annimmt, umso größer der Umweg. Den unteren Grenzwert, an dem das Buchungssystem aussteigt und den Umweg für zu groß hält, kann man mit genügend Vorsatz immer auch als Willkür bezeichnen.

Wenn der Kunde schon einen Via-Punkt angibt, dann wird er dafür einen driftigen Grund haben und die Bahn wird doch wohl einen Preis angeben können, ohne sich dabei ein Bein auszurenken.

Nein. In einem Relationspreissystem gibt's da Grenzen. Man könnte allerdings auch innerhalb eines solchen Relationspreissystems für solche Verbindungen den Maximalpreis aufrufen (der dann womöglich noch höher ausfiele) oder eine Tagesnetzkarte verkaufen. Ausnahmslos jede Verbindung mit gleicher Transparenz oder überhaupt zu tarifieren, funktioniert nur in einem Preissystem, das sich an tatsächlich gefahrenen Kilometern orientiert, nicht jedoch primär an der Relation der Reise. Verkompliziert wird die Sache ja ohnehin noch durch den Umstand, dass es teilweise FV-Parallelverkehre über Bestands-/Neubaustrecken (KRM/NIM) gibt, wo man bereits mit streckenabhängigen Kilometerpreisen rechnen müsste. Ähnliches gilt für Rund-, Stich- bzw. Kreuzfahrten: bei enormen oder sehr außergewöhnlichen Umwegen könnten die mitunter zu nicht (gänzlich) tarifkonformen Fahrscheinen führen (verwandte Fälle gab's hier ja schon), die man vermeiden will. Ab einem gewissen Ausmaß des Umwegs ist auch mit gesundem Menschenverstand zu erkennen, dass die gewählte Fahrtroute erheblich von der direkten Fahrt auf ein Ziel hin abweicht oder eine Fahrt am Stück nicht praxisnah ist. Das Relationspreissystem ist so gestrickt, dass für solche Reiserouten grundsätzlich mehrere Fahrscheine zu verkaufen sind.

Der Kunde wird selber entscheiden, ob er den aufgerufenen Preis dann zu zahlen bereit ist. Wenn das aber gar nicht erst buchbar ist, dann ist man u.U. geneigt auf die Fahrt mit dem Zug gänzlich zu verzichten.

Wenn dann ein Maximal(phantasie)preis aufgerufen würde, wohl auch.

Wenn die DB schon ICE-Aktions-Fahrkarten Berlin-Frankfurt/M-Köln für 14,25 EUR (BC25) quasi verschenkt, dann soll sie sich bei einer Umwegfahrt mal nicht so haben. Bei 14,25 EUR scheint ihr ja auch alles egal zu sein.

Du hast's nicht begriffen: Gerade um die 14,25€-Werbewirksamkeit geht es - und mit genügend Trickserei bekommt man die sogar für eine Reise von Stuttgart über München nach Nürnberg (auch wenn's anders auf der Fahrkarte steht). Die DB führt einen ruinösen Preiswettbewerb mit Gegnern, gegen die sie nicht gewinnen kann und bemüht sich nach Kräften die Preiserhöhungen bzw. Einnahmequellen für Mehrerlöse vor der breiten Öffentlichkeit zu verbergen - da sind Umwegbepreisungen in der Größenordnung von Lufthansa-Inlandsflügen Gift.


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