Ticket im Voraus buchen: manchmal ein Akt (Fahrkarten und Angebote)

ALR997, Montag, 27.02.2017, 23:11 (vor 3362 Tagen) @ Alter Köpenicker

Guten Abend,

Das was die anderen Leut geschrieben haben stimmt soweit. Im Zweifelsfall müsste es wohl eine Verkaufsagentur oder Interrail werden.

Was aber in der Tat traurig ist ist, wie schwierig es teilweise ist, Ticksts für eine Auslandsstrecke zu kaufen. Gut die Problematik beginnt schon da, wie das eigene Staatsgebiet aufhört: 9 Länder mit neun verschiedenen Verkehrsmodellen, sei es die allmächtige Staatsbahn Frankreichs, das Konzessionsmodell der Niederländer oder das Ausschreibungssystem wie man es unter Anderem auch bei uns finden kann.

Manche Systeme sind schon in sich selbst inkompatibel, in den Niederlanden kann man mitunter keine durchgehenden Fahrscheine kaufen weil jeder Betreiber andere Tarife kennt, in England hat gar jeder ein individuelles Tarifsystem mit verschiedenen Angeboten.

An Einfachheit dürften Belgien und Tschechien (soweit ich die beiden erlebt habe) wohl kaum zu übertreffen sein. Wenige und simple Sparangebote und ansonsten moderate Normalpreise.

Das ist die erste Hürde. Dann folgt die Problematik des Ticketkaufs. Oft scheint man ein einheimisches Bankkonto zu benötigen um überhaupt eine Zahlung durchzuführen - by the way: hat man als Ausländer eigentlich auch Probleme in Deutschland Fahrkarten online zu buchen oder sind wir wieder die Guten die faire Arbeit abliefern?

Insbesondere Länder mit deutlichen Ermäßigungen für Frühbucher motivieren natürlich dazu, sein Ticket im Voraus zu buchen, nur ist das eben nicht immer möglich. So hatte ich mal versucht bei Renfe und Trenitalia Fahrkarten für den Hochgschwindigkeitsverkehr zu buchen und, abgesehen von der Sprachbarriere, denn im Buchungsverlauf gab es keine englischen Versionen, konnte auch hier Zahlung jeweils nicht durchgeführt werden.

In einem Fall habe ich noch gute Schnäppchen vor Ort erwischt, in einem anderen Fall musste ich die Fahrt dann sein lassen.

Jedenfalls empfinde ich es gelegentlich als unnötigen Aufwand und gerade in einer Zeit in der man den Ticketkauf im Internet nahezu überall fördert, sollte man solche Hürden abbauen.

Zum Schluss kommt natürlich das Problem: Auslandsstrecken mit Grenzübertritt. Das Highlight war für mich beispielsweise die Unverhältnismäßigkeit bei einer Fahrt von der Slowakei nach Polen - Start und Ziel habe ich gerade nicht mehr im Kopf. Online waren Tickets für umgerechnet einen einstelligen Eurobetrag erhältlich aber aus Deutschland nicht buchbar. Am Schalter der DB (der Preis wäre an einem Schalter von jeder anderen Bahn aber vermutlich der Gleiche) sollte das Ganze dann über 20 Euro kosten.
Nachdem sich hier im Nachhinein die Fahrt später erledigt hatte, konnte ich nicht mehr überprüfen, wie viel der Kauf der Karte vor Ort tatsächlich gekostet hätte.

Naja was mein Problem ist, ist wohl offensichtlich: ich finde man sollte langsam mal Zugangsbarrieren im internationalen Bahnverkehr abbauen. Wenn ich per Auto in ein anderes Land fahren möchte, ist das ja auch kein Problem.


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