Man kann die Hochwertigkeit auch anders definieren (Allgemeines Forum)

guru61, Arolfingen, Sonntag, 16.08.2015, 11:49 (vor 3886 Tagen) @ lokuloi
bearbeitet von guru61, Sonntag, 16.08.2015, 11:49

Deutschland ist aber auch nicht mit der Schweiz zu vergleichen. Fernverkehr in der Schweiz ist objektiv betrachtet ein qualitativ sehr hochwertiger Nahverkehr. Die Schweiz ist kleiner als manches Bundesland.


Ja. Und auf der Strecke St. Gallen - Genf legst Du dann auch Deine 400 Kilometer zurück... aber das ist in Deinen Augen kein Fernverkehr - oder?


St. Gallen - Genf (367 km) ist ja nun eher die Ausnahme . Aber bezüglich Reisegeschwindigkeit(86 km/h) und Haltestellenabstand (31 km) entspricht es eher einem deutschen RE.

In Bayern als Nahverkehr eingestuft und problemlos mit Bayernticket benutzbar:

München - Hof, 318 km, 91 km/h, 35 km Haltestellenabstand.
Nürnberg - Lindau, 330 km, 101 km/h (!), 25 km Haltestellenabstand.

Das entspricht von den Daten her schon St. Gallen - Genf. Selbst beim Komfort würd ich die SBB-IC2000-Dostos nicht soweit über Alex oder BR612 stellen, dass hier ein großer Unterschied bezüglich Hochwertigkeit zu erkennen wäre.

Ciao Uli

Sorry, ich hatte den falschen Knopf gedrückt. Ich bitte den Mod, die vorhergehende Antwort meinerseits zu löschen.

Die Hochwertigkeit des Schweizer Verkehrssystems ist eben, dass es mindestens eine Verbindung pro Stunde und Richtung gibt. 2 und sogar 4 Stunden Takte kennen wir nicht. Auch die Anschlüsse funktionieren: Wir brauchen nicht eine, 2 oder 4 Stunden früher zu fahren, in der Angst, dass man den Anschluss verpasst. So relativiert sich die anscheinend langsame Geschwindigkeit, die durch die Topografie bedingt ist.

Dann kommt dazu, dass die Schweizer Städte wenig Einwohner haben, so dass ein reiner Quell und Zielverkehr keine Züge füllt. Daher sind wir auf Umsteigeverbindungen angewiesen. Das heisst aber auch, dass die Verweildauer im Zug zum grossen Teil unter einer Stunde liegt.
Dafür haben ICs in der Schweiz mindestens Minibar, meistens auch Speisewagen. Also, mit der Minibar APS Service für beide Klassen. Das habe ich in D bisher 2. Klasse noch nicht erlebt.

De Bahn hat für die, die sie oft nützen, grosse Rabatte, in Form von Halbtax, Tageskarten, und GA. Für die, die sie selten nützen, bleibt halt der Normalpreis.
Wobei gerade im Tourismussektor betriebswirtschaftlich unsinnige Ausnahmen gemacht werden. Die gehen aber unter Tourismusförderung im weitesten Sinne.

Das kostet nun mal. Und das wollen wir auch. Volksabstimmungen haben das bewiesen: Wir haben genau die Bahn, die wir haben wollen.

Gruss Guru


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