Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (1) (Allgemeines Forum)

ThomasK, Samstag, 07.12.2013, 00:56 (vor 4503 Tagen) @ Alexander

Hallo!

Aus Effizienzgründen gehe ich jetzt nur noch auf diejenigen Dinge ein, die ich bei Oscar aus den Niederlanden noch nicht beantwortet habe bzw. nach denen Oscar (NL) gar nicht gefragt hat.


Du schreibst (1):

Die lange Fahrzeiten der RB (in deinem Beispiel 7:22) liegt aber an dem 20 Minuten Aufenthalt in Murnau, wo die RB durch den RE überholt wird.


Es besteht aber überhaupt keine Notwendigkeit, die RB in Murnau so lange warten zu lassen. Da der RE nur 12 Minuten schneller ist als die reguläre RB, und der RE in Lastrichtung nur im Stundentakt fährt, ergibt sich nicht die geringste Notwendigkeit, eine Überholung einzubauen.

Bereits auf einer zweigleisigen Strecke versucht man Überholungen zu vermeiden, aber auf einer eingleisigen Strecke mit identischem Zugmaterial ist so eine Fahrplangestaltung geradezu grotesk.


Du weiter (2):

Daher ist diese meiner Meinung nach nicht repräsentativ.


Ich will damit nur an etlichen Beispielen aufzeigen, dass die DB einen attraktiven Fahrplan nicht im Visier hat. Hauptsache, es werden Zugkilometergelder abkassiert. Bereits vor 10 Jahren hatte man so einen dämlichen Fahrplan, bei dem die Züge in Weilheim 15 Minuten Zwangspause einlegen mussten. Die Kunden sind der DB völlig egal.


Du weiter (3):

Das Problem am Wochenende mit der Strecke nach Reute liegt doch daran, da man einerseits den 2 Stundentakt (normalerweise mit Flügelung von der RB, wenn alle 442 ausgeliefert sind) hat und anderseits den Skifahrern eine schnelle Verbindung in die Alpen anbieten will.


Für gerade mal 10 Minuten Reisezeitverkürzung für EINEN KLEINEN TEIL der Fahrgäste, einen deutlich schlechteren Takt FÜR ALLE?

Ein konsequenter Stundentakt zwischen Reutte und München mit immer derselben Taktminute ohne Firlefanz ist genau das, was die Fahrgäste wollen und keine punktuellen Vorteile für einen kleinen Teil auf Kosten fast aller anderen.


Du weiter (4):

Eine Doppelführung nach München Hbf scheitert an den Gleiskapazitäten. Man ist im Jahr 2014 bei einer Auslastung von knapp 100% für den Münchner Hbf angelangt. Simulationen von DB Netz haben gezeigt das der Fahrplan ab Fahrplanwechsel (mit Ausweitungen der Verkehre ins Werdenfels und Richtung Rosenheim gerade so fahrbar sind. Es ist zu befürchten das bei größeren Verspätungen München Hbf nicht mehr alle Züge aufnehmen kann.


Dann rechnen wir doch mal nach:

Meridian Richtung Deisenhofen: Gleis 35/36.
BOB Richtung Holzkirchen: Gleis 33/34
Halbstundentakt München - Tutzing + Express: maximal 3 Gleise von 27 bis 32
Züge Richtung Buchloe: Maximal 2 Gleise von 27 bis 32
Züge Richtung Freising: 24, 25 und 26 sowie ein Gleis von 27 bis 36.

Ich sehe das Problem jetzt nicht.


Du weiter (5):

Der Halt Ohlstadt wurde nicht nur zur Strafe alle zwei Stunden gestrichen, sondern auch zur Verbesserung der Betriebsstabilität. Ich bin mir nicht 100% sicher, aber durch den Umbau soll ungefähr 1 Minute Fahrzeit eingespart werden. Viele werden meine, 1 Minute was sind das schon, aber dies kann sich sehr schnell vervielfachen.


Hier geht es darum, zwischen km 81 und 79,6 für die durchfahrenden Züge statt 80 km/h eben 100 km/h zu fahren. Für 1,4 km braucht man bei 80 km/h 63 Sekunden; bei 100 km/h sind es 50,4 Sekunden; die Differenz sind also 12,6 Sekunden.

Diese 12,6 Sekunden sind jedoch nur für durchfahrende Züge massgeblich. Bei den Zügen, die halten, sind es nur etwa 5 Sekunden.

Dazu kann ich nur sagen: DB Netz erzählt viel, wenn der Tag lang ist.

Auch sei die Frage erlaubt, warum dann für die durchfahrenden Züge die Weichen bei km 41,8 nicht für 100 km/h statt für 80 km/h ausgelegt wurden? Warum ist die Ausfahrt von Gleis 1 in Tutzing nach München für die durchfahrenden Züge nur auf 80 km/h ausgelegt, wohingegen die S-Bahn von Gleis 2 mit Streckengeschwindigkeit ausfährt?

Fakt ist einfach, dass die durchfahrenden Züge von der BEG eine klare Strafaktion gegen Ohlstadt sind. Falls es zu einer verwaltungsjuristischen Auseinandersetzung zwischen DB Netz und der Gemeinde Ohlstadt kommt, dann werden vor Gericht die Behauptungen von DB Netz in Grund und Boden widerlegt werden.

Die DB Netz will einfach nur den Bahnhof Richtung Bahnübergang schieben, um sich eine Unterführung zu einem Mittelbahnsteig in alter Lage zu sparen. Das ist alles. Wenn dann die Fahrgäste über die Gleise rennen, um sich 400 m zu sparen, dann interessiert das bei DB Netz keinen. De facto verlieren die Fahrgäste 5 Minuten, da sie ja den Bahnübergang noch queren müssen, bevor der Zug einfährt.

Wenn die DB so auf die Betriebsstabilität erpicht wäre, dann hätten sie als absolute MINDESTLÖSUNG von km 41,8 bis km 43,8 zwei Kilometer lang die Strecke zweigleisig ausgebaut. Aber bei Diemendorf hat man nach dem Abriss des zweiten Gleises die Schranke des Bahnübergangs direkt auf das Plenum des ehemaligen zweiten Gleises gesetzt, damit ein erneuter Aufbau des zweiten Gleises möglichst viel kostet. Dann kann nämlich die DB mehr abkassieren bei der Planungspauschale, die prozentual gerechnet wird.

Eine weitere Blamage der DB, kann ich dazu nur sagen.


Du weiter (6):

Dazu kommt, dass die Zeiten zur Vereinigung und Trennung der Züge nicht ausreichend ist, da durch die EBA-Verfügung jeweils die führende MG-Bremse ausgeschaltet sein muss. Das beutetet das der Zug der hinten drauf fährt vor der Weiterfahrt seine MG-Bremse wieder einschalten muss, dafür muss der Tf aber in den Fahrgastraum zwischen die Beine der Fahrgäste.


Hierzu gab es von der DB eine Auskunft, dass die Auswirkungen auf den Betrieb sehr gering sein werden.

Immer öfters hat man das Gefühl, dass sich die DB die Argumente immer gerade so zurechtlegt, wie sie es brauchen. ;-)

Die Erfahrungen mit der DB zeigen in vielerlei Hinsicht, dass man alles selbst überprüfen muss. Glauben kann man denen nichts mehr.


Du weiter (7):

Du hast das große Problem erkannt, die Infrastruktur ist mangelhaft. Versprochene Verbesserungen können nicht rechtzeitig umgesetzt werden.


Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis die Strecke endlich mal zweigleisig ausgebaut wird. Hoffentlich kostet endlich mal bald der Liter Benzin über 3 €, damit sich im autoverrückten Deutschland endlich mal etwas bewegt.


Grüße, Thomas


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