Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (1) (Allgemeines Forum)

Alexander, Donnerstag, 05.12.2013, 20:28 (vor 4506 Tagen) @ ThomasK

Hallo Thomas,

vorweg, meiner Meinung nach eine gute Analyse.

Die lange Fahrzeiten der RB (in deinem Beispiel 7:22) liegt aber an dem 20 Minuten Aufenthalt in Murnau, wo die RB durch den RE überholt wird.
Daher ist diese meiner Meinung nach nicht repräsentativ.

Das Problem am Wochenende mit der Strecke nach Reute liegt doch daran, da man einerseits den 2 Stundentakt (normalerweise mit Flügelung von der RB, wenn alle 442 ausgeliefert sind) hat und anderseits den Skifahrern eine schnelle Verbindung in die Alpen anbieten will.
Die "zusätzlichen" Züge nach Lermoos hängen daher an dem RE und nicht an der RB dran.

Der Umstieg aller 4 Stunden in Garmisch liegt, wie du schon richtig geschrieben hast, im Naturalausgleich mit der ÖBB.
Der Einsatz der ÖBB ist aber auch politisch gewollt.
Eine Durchbindung nach München scheitert an mehreren Gründen. Die ÖBB hat nicht genügend Triebwagen zur Verfügung um die Leistungen bis nach München zu fahren brächte man mindestens 6 ET, diese sind nicht verfügbar. (Bereits heute fallen im Raum Innsbruck regelmäßig Züge wegen ET-Mangel aus) Dann ist das nächste Problem das die die Umläufe mit der RB nach Weilheim/Kochel verknüpft sind. Hier würden dann statt 30 Minuten zukünftig teilweise 60 Minuten Wendezeiten entstehen. Dies macht es eventuell unwirtschaftlich.

Eine Doppelführung nach München Hbf scheitert an den Gleiskapazitäten. Man ist im Jahr 2014 bei einer Auslastung von knapp 100% für den Münchner Hbf angelangt. Simulationen von DB Netz haben gezeigt das der Fahrplan ab Fahrplanwechsel (mit Ausweitungen der Verkehre ins Werdenfels und Richtung Rosenheim gerade so fahrbar sind. Es ist zu befürchten das bei größeren Verspätungen München Hbf nicht mehr alle Züge aufnehmen kann.

Du hast das große Problem erkannt, die Infrastruktur ist mangelhaft. Versprochene Verbesserungen können nicht rechtzeitig umgesetzt werden.
Der Halt Ohlstadt wurde nicht nur zur Strafe alle zwei Stunden gestrichen, sondern auch zur Verbesserung der Betriebsstabilität. Ich bin mir nicht 100% sicher, aber durch den Umbau soll ungefähr 1 Minute Fahrzeit eingespart werden.
Viele werden meine, 1 Minute was sind das schon, aber dies kann sich sehr schnell vervielfachen.
Aber auch kleine Dinge wie ein Zugdeckungssignal in Weilheim oder Signalverschiebung an der Einfahrt Weilheim machen die Betriebsqualität und das einhalten des Fahrplan nicht einfacher.

Dazu kommt, dass die Zeiten zur Vereinigung und Trennung der Züge nicht ausreichend ist, da durch die EBA-Verfügung jeweils die führende MG-Bremse ausgeschaltet sein muss.
Das beutetet das der Zug der hinten drauf fährt vor der Weiterfahrt seine MG-Bremse wieder einschalten muss, dafür muss der Tf aber in den Fahrgastraum zwischen die Beine der Fahrgäste...

Viele Grüße

--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)


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