Eine (kleine) Ergänzung / derzweitwichtigste Tag für die Ba (Allgemeines Forum)

sappiosa, Mittwoch, 01.04.2009, 08:50 (vor 6309 Tagen) @ bigbug21

Hallo Peter,

Ein wesentlicher Punkt wäre auch, dass hier offenbar nicht in erheblichem Umfang Rechte verletzt wurden. Zumindest liegen darüber -- meines Wissens -- noch keine gesicherten Informationen vor, auf deren Basis fundierte Entscheidungen getroffen werden könnten.

Na ja: Was vorliegt, hat genügt, um das Vertrauen im Konzern DB AG zwischen Mitarbeitern und Führung nachhaltig zu zerstören. Und das finde ich schlimm genug, egal ob es legal war oder nicht.

Wer für ein Unternehmen arbeitet muss (nach meinem Verständnis) beispielsweise dulden, dass seine Stammdaten mit anderen Daten abgeglichen werden, um wesentliche Unternehmensinteressen zu schützen (hier: Korruptionsbekäpfung, Eingrenzung von Informationslecks, die erheblichen Schaden für das Unternehmen verursachen).

Grundsätzlich ja.
Hier allerdings geschah genau das wiederholt in konspirativen Aktionen mit externen Privatdetekteien, die ausschließlich mündlich beauftragt wurden und offenbar de facto alles mit den übergebenen Personendaten machen durften. Zudem das alles noch am Betriebsrat vorbei.

Ich jedenfalls möchte nicht, dass man mit meinen Daten so umgeht. Die Ziele der Aktionen kann ich verstehen - deshalb muss ich die Aktionen selbst noch lange nicht verstehen.
Und, wie im anderen Beitrag gesagt: Noch ärger ist mir aufgestoßen, dass Mehdorn überhaupt kein Unrechtsbewusstsein gezeigt hat.

Ich glaube nicht, dass Mehdorn ausschließlich wegen der Datenaffäre gegangen wurde. Ich denke es haben sich einfach mehrere Dinge angestaut (Du hast ja auch schlechte Erfahrungen mit der Bahn gemacht), und in der Datenaffäre hat man quasi das Knöpfchen zum Auslösen Schleudersitz gefunden.


Ja, und das finde ich durchaus bedenklich.

Das allerdings kann gut sein. In der Position hat jeder viele Feinde, und ein verbaler Raufbold wie Mehdorn dreimal so viele. Und viele Kritik hat eigentlich gar nicht gegen Mehdorn gezielt, sondern gegen die Bahnpolitik.

Aber gerade zu letzterer habe ich sogar ein Quentchen Hoffnung, dass die Politiker den Anlass nutzen, Mehdorns Nachfolger einen anderen Auftrag mit auf den Weg zu geben als nur auf Teufel komm raus den Börsengang. Dass der öffentliche Ruf der DB am Boden liegt, dürfte ihnen gerade im Wahlkampf nicht entgangen sein. Ich hoffe dann nur, dass sie sich auch nach der Bundestagswahl noch daran erinnern.

Schöne Grüße aus Frankfurt nach Dresden
Daniel (aka Sappiosa)


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