Danke für den Link, Wagenburgmentalität (Allgemeines Forum)

Henrik, Freitag, 06.01.2012, 02:12 (vor 5208 Tagen) @ Steffen

Vollkommen diskriminierungsfrei ist es in meinen Augen erst dann, wenn die Infrastruktur samt Bahnhöfe und Fahrkarten vollkommen vom Fahrbetrieb abgekoppelt würden. Sie dürften dann auch nicht mehr in der selben Holding sein.

Die Tickets sind doch direkt an Betrieb gekoppelt - die kann man da nicht rauslösen.

Dann nicht mehr ...

..und zwar?

Bahn-Tickets der Endkunden haben nichts mit der Infrastruktur zu tun, sondern direkt mit dem Betrieb,
rein von der Natur der Sache heraus schon.

Nahverkehr trägt sich nicht selbst und bedarf daher der massiven Finanzierung & Koordinierung durch den Staat.
Beim Fernverkehr sieht das ganz anders aus. Da hat daher der Staat grundsätzlich nichts zu suchen.

Es ist eine Grundsatzüberlegung:

Wenn man so weiter macht wie bisher, führt es unter Umständen (wahrscheinlich?) irgendwann dazu, dass es auf sehr nachfragestarken Strecken ein sehr gutes Angebot gibt, während große Gebiete keinen Fernverkehrszug mehr sehen. Siehe Westbahn. Und siehe Trier.

Westbahn?
Das Beispiel Westbahn zeigt doch grade sehr gut, dass es durch Wettbewerb wieder / weiterhin Verkehr auf Relationen gibt, wo der Staatsmonopolist drohte, ihn einzustellen...
Dann kam WESTbahn Management GmbH an und sagte "Hallooooo, dann machen wir's! :)"
und schwuppsss, machte die ÖBB einen Rückzieher vom Rückzieher.^^
Trier? Da gibts für Dich zu wenig Fernverkehr? So schlimm fand ichs da nicht, nur die ICEs kommen bisschen sehr spät an und fahren sehr früh ab. Aber irgendwie habens da doch auch nichts anderes verdient.^^ da wird der Bahnhof sogar noch abgeschlossen, haha.
Also, Du willst da mehr Fernverkehr, dann sorge für mehr Wettbewerb (siehe WESTbahn)
oder finde kommunale Unterstützer und finanziere den FV mit.

Von dem sehr guten Angebot haben wiederum die Kunden nur einen mäßigen Vorteil, weil sie nur mit dem unternehmen fahren können, für das sie eine Fahrkarte gekauft haben. Und nur so weit fahren können, wie das Unternehmen eine Fahrkarte anbietet (HKX nur bis Köln, nicht bis Koblenz).

gewiss, das kennt man ja aus anderen Bereichen genauso und genießt die großen Vorteile & freut sich drüber.

Wenn man das also in Kauf nimmt, kann man den rein marktwirtschaftlichen Weg gehen. Dann aber darf man sich nicht über die Folgen beklagen.

beklagen darf man sich doch immer, macht doch auch jeder, immer, stets.
Differenzieren sollte man dabei, das wäre nett.^^

Im Sinne eines gut zu benutzenden Bahnsystems wäre mir ein "Verkehrsverbund Deutschland" allerdings lieber. Und teurer würde er auch nicht zwangsläufig: Das System benötigt nicht mehr und nicht weniger Geld als jetzt auch, nur würden die Einnahmen anders verteilt (Billig-Fahrkarten fallen weg, Teuer-Fahrkarten ebenso).

Also zunächst einmal bedürfe es einer massiven Bürokratie, die heute nicht vonnöten ist.
Allein davon könntest Du Anschluss-Tickets connex->DB & HKX->DB dreimal finanzieren.
Wieso sollten Billig-Fahrkarten wegfallen? Wenn ja, fallen ebenso die Fahrgäste weg.^^
Rosinenpickerei ist dann auch weiterhin möglich, wie auch heute Unterstützung von FV-Leistungen.


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