Instandhaltungsintervalle Shinkansen und ICE (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Dienstag, 13.12.2011, 00:57 (vor 5228 Tagen)

Vor kurzem habe ich dieses Dokument hier gefunden, in dem die Instandhaltungsintervalle der Shinkansen-Züge aufgeführt werden:

alle 30 Tage oder 30.000 km: Allgemeine Inspektion
alle 18 Monate oder 600.000 km: Inspektion der Drehgestelle
alle 36 Monate oder 1.200.000 km: Generalüberholung

In diesem Wikipedia-Artikel sind die Instandhaltungsintervalle für den ICE aufgeführt:

"- Alle 20.000 Kilometer kommt es zur sogenannten etwa zweieinhalbstündigen Nachschau. Dabei werden zusätzlich die Bremsen, die Systeme der Linienzugbeeinflussung sowie der Gleitschutz geprüft.
- Nach 80.000 Kilometern kommt es zur so genannten Inspektionsstufe 1. In zwei je achtstündigen Modulen wird dabei eine Bremsrevision ebenso vorgenommen wie eine Prüfung von Klimaanlage, Kücheneinrichtung, Sitzen, Batterien und des Fahrgastinformationssystems.
- Nach 240.000 Laufkilometern werden im Rahmen der Inspektionsstufe 2 zusätzlich Fahrmotoren, die Lager und Wellen der Radsätze sowie die Kupplungen geprüft. Den Zeitaufwand für diese Stufe gibt die Deutsche Bahn mit zweimal acht Stunden an.
- Etwa jedes Jahr (nach 480.000 Kilometer) steht die dreimal acht Stunden umfassende Inspektionsstufe 3 an. Sie umfasst zusätzlich Prüfungen an den Luftpressern und der Trafo-Kühlung sowie Arbeiten im Fahrgastraum.
- Im Rahmen der 1. Revision werden nach 1,2 Millionen Kilometern alle weiteren Komponenten des Zuges untersucht. Dafür sind zweimal fünf Tage angesetzt.
- Im Rahmen der 2. Revision werden nach 2,4 Millionen Kilometern die Drehgestelle getauscht und viele weitere Komponenten zerlegt. Der Zeitaufwand liegt ebenfalls bei zweimal fünf Tagen."

Bisher dachte ich, die hohe Zuverlässigkeit der Züge in Japan läge daran, daß diese viel häufiger gewartet werden, aber anscheinend ist der Unterschied gar nicht so groß. Nun denke ich, daß japanische Züge einfach zuverlässiger gebaut wurden. Japanische Autos sind ja auch zuverlässiger als europäische, ohne daß sie man deshalb häufiger warten muß.

Im Prinzip müßte es doch möglich sein, einen Zug von einem japanischen Hersteller zu kaufen, so weit wie möglich baugleich denen, die in Japan erfolgreich herumfahren. Und dann diesen Zug genau so und genau so oft zu warten, wie die japanischen Bahnen dies tun. Dann müßte er auch hierzulande genauso zuverlässig fahren wie die Züge dort, oder? Mit japanischen Autos funktioniert das doch auch.

Besonders nötig wäre japanische Zuverlässigkeit bei Neigezügen, die in Europa und besonders in Deutschland, Pannenzüge waren und immer noch sind. Die Nachfolger von Baureihe 612 und ICE-T sollten in Japan gekauft werden.


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