Autofahren unattraktiv machen? (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Donnerstag, 17.03.2011, 17:59 (vor 5548 Tagen) @ Oscar (NL)

Oscar (NL):

Meine Erfahrung ist, dass es leicht ist, Möchtegern-Bahnfahrer an die Straße zu verlieren, aber fast unmöglich, Autofahrer wieder für die Bahn zurückzugewinnen.
Blickpunkt Deutsche Bahn: dann verbleiben nur noch die Fahrgäste von Zürich oder Schaffhausen über Stuttgart hinaus (z.B. Mannheim) aber das durfte irgendwann via Basel-Karlsruhe schneller sein als via Gäubahn. Als pragmatischer Niederländer bin ich damit aber nicht einverstanden.


218 466-1:

Man musste das Autofahren unattraktiv machen. Tempolimit [1], Spritpreise [2], Kfz-Steuer [3], Radarfallen [4], Bremsinseln [5]...


Zu [1]:
a. 96% (wenn nicht mehr) aller deutschen Straßen hat Tempolimit.

Die meißten Autabahnen in DE nicht.

b. bei uns hat 100% aller Straßen Tempolimit, inklusive alle Autobahnen, und dennoch ist man bei uns im Auto schneller als mit der Bahn. Klar ist unsere Bahn langsamer, aber im Vergleich zur Gäubahn auch nicht so ganz viel langsamer.

Zu [2]: wenn Treibstoff zu teuer wird, wird zumindest Jan Normalautofahrer eher auf die Autofahrt verzichten als mit Bus & Bahn fahren. Bei uns bezahlt man schon mehr als 1,70 Euro pro Liter Benzin; wenn es in Libien so weitergeht, wird es in ein paar Monaten 1,90 oder mehr sein. Dennoch gibt es jeden Tag dreistellige Kilometerzahlen an Staus auf den Autobahnen.

Zu [3, 4]: haben m.W. sowohl Deutschland als die Niederlande.

Aber zu niedrig bzw. zu geringe Anzahl.


Zu [5]: das führt dazu, dass man ständig beschleunigen und bremsen muss. Das ist umweltschädlicher als eine konstante Geschwindigkeit fahren.

Es ist doch ein IRE200/250 Würzburg-Stuttgart-NBS-Ulm-Friedrichshafen geplant.


a. Soweit ich weiß ist das nur geplant zwischen den Ohren einiger ICE-Fans.

Und in den Aussagen der BaWü Verkehrsministerin Gönner und einigen Landräten vom Bodensee.

b. von einem solchen "IRE250" profitiert die Region Stuttgart-Ulm (also Plochingen, Göppingen, Geislingen) nicht.

Aber die Regionen Bodensee, Oberschwaben, Allgäu, und Ostschweiz.

Der Güterverkehr profitiert gar nicht, weil die Güterzüge die Steigungen der Rennbahn nicht schaffen. Die müssen also nach wie vor über die Steige nachgeschoben werden.

Zumindest etwas mehr Platz auf der Altstrecke.


Mit Betonung: etwas mehr.
Mit der Betuweroute kann man den kompletten Güterverkehr Rotterdam-Ruhrgebiet auf eine Strecke verlagern. Dadurch behindern die Güterzüge die Strecke Rotterdam-Utrecht-Arnhem nicht mehr und kann man dort einen 10-Minutentakt anbieten.

Evtl. noch eine dritte (Güterverkehrs-)Strecke Stuttgart-Ulm bauen? *scnr*


Na gut, Schwäbische Alb ist keine Betuwe. Dennoch: was wäre passiert, wenn man statt Wendlingen-Ulm die Strecke Stuttgart-Aalen-Ulm als Cargobahn ausgebaut und die Steige für den ICE entschärft hätte?

Ulm-Aalen ist derzeit nur eingleisig und ohne Strom. Wenn man nur die Kosten der NBS mit diesem Projekt vergleicht, schenkt sich das finanziell nichts. Die Steige ist sehr eng und verläuft am Felsrand. Es gibt da nicht viel zu entschärfen.
Altenativ könnte der Güterverkehr auch Stuttgart-Aalen-Goldshöfe-Donauwörth-Augsburg fahren.

Die NT bringt ohnehin nichts, weil die Strecke nicht dafür ausgebaut ist. An den Stationen, die an den drei Bögen liegen hält (fast) kein Zug. Die Begradigung neben der B31 würde die Fahrzeit Neustadt-Donaueschingen um 60% verkürzen.


Meinte mich dennoch zu erinnern, dass der 611er geneigt hat. Muss dan halt Komfortneigung oder Streckenneigung gewesen sein, aber kein bogenschnelles Fahren.

So wird es gewesen sein. Die teilw. verkehrenden 218+n-Wagen Ersatzzüge und der frühere "Kleber-Express" Freiburg-München (ebenfalls 218+n-Wagen) können bzw. konnten die Fahrzeiten problemlos halten.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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