wer braucht Gäubahnausbau? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 17.03.2011, 10:00 (vor 5551 Tagen) @ 218 466-1

Hallo Alphorn / 218 466-1,

Kürzlich hab ich darüber berichtet, dass durch einen Bau von Doppelspuren in der Schweiz der IC Zürich-Stuttgart ab 2012 7 Minuten früher in Schaffhausen ankommen wird; es wäre sehr wertvoll, wenn diese Ersparnis auch in Stuttgart ankäme (Anschlüsse).
Leider berichtet jetzt der Schwarzwälder Bote, dass meine Befürchtung zutrifft und dieser Zeitgewinn bis zum Ausbau der Doppelspurinsel Horb-Neckarhausen in Singen abgebummelt werden muss.

"Muss" eigentlich nicht. Auch ohne den Ausbau könnte der Zeitgewinn durch Kreuzungsverlegungen und Anpassung der IRE/RE mitgenommen werden.

Frage: übernimmt der ICE normalerweise irgendwelche Anschlüsse in etwa Tuttlingen, Rottweil oder Horb?
Wenn ja, dann kann ich das Abbummeln irgendwie verstehen. Würde der ICE in genannten Bahnhöfen 7 Minuten früher abfahren, würden Fahrgäste, die den ICE haben möchten, ja ihren Zug verpassen.

Während die Schweiz in ihren Teil 120 Mio EUR investieren musste [1], kostet die deutsche Doppelspur nur 12 Mio EUR (weil sie auf einer ex-Doppelspurtrasse liegt). Das sind 10-15 Minuten Zeitgewinn [2] für 12 Mio EUR, wo das Geld fehlt... während man bei Wendlingen-Ulm knapp 3000 Mio EUR für 26 Minuten Zeitgewinn übrig hat [3].

Zu [1]: waren die CH-Investitionen nicht auch dafür gedacht, Schaffhausen als ITF-Knoten in den SBB-Fahrplan zu integrieren?

Zu [2]: Richtung Mannheim ist es sogar einen Takt, weil man ja den Anschluß zum ICE noch erreicht anstelle gerade verpasst. Aber (Blickpunkt Deutsche Bahn): für wen?

a. das von Dir verlinkte Artikel ist immer noch kommentarlos, also durften wohl wenige daran interessiert sein.

b. seitdem auf der Gäubahn Nicht-Neigezüge als ICE-Ersatz fahren und/oder ICEs mit abgeschalteter Neigetechnik verkehren, hat die Bahn diese Fahrgäste wohl schon für immer verloren. Es gibt ja quasi parallel eine gut ausgebaute A 81, wo man ohne zu bremsen an Stuttgart vorbeifahren kann, wohin man will, wann man will, sogar nach Heilbronn und Würzburg wohin die Fernbahn nur mit einem Riesenumweg via Frankfurt kommt.

Meine Erfahrung ist, dass es leicht ist, Möchtegern-Bahnfahrer an die Straße zu verlieren, aber fast unmöglich, Autofahrer wieder für die Bahn zurückzugewinnen.
Blickpunkt Deutsche Bahn: dann verbleiben nur noch die Fahrgäste von Zürich oder Schaffhausen über Stuttgart hinaus (z.B. Mannheim) aber das durfte irgendwann via Basel-Karlsruhe schneller sein als via Gäubahn. Als pragmatischer Niederländer bin ich damit aber nicht einverstanden.

Zu [3]: kann es sein, dass Wendlingen-Ulm Bestandteil einer TEN-T Transversale ist und man also EU-bedingt darin investieren muss?
Wobei ich dennoch vermute, dass sowohl Trassen als Geschwindigkeit auf Stuttgart-Ulm anderswie billiger zu haben sind (wenn auch nicht für 12 * (26/12) = 26 Millionen Euros).

Von Wendlingen-Ulm profitiert der Regionalverkehr nur sehr eingeschränkt. Bestenfalls ermöglichen durch den verschwundenen Fernverkehr freigekommenen Trassen einen Halbstundentakt Stuttgart-Ulm, sowohl RE als RB. Dennoch müssen die Regionalzüge die Steige hoch, und das durfte den entscheidenden Limitfaktor sein. Zudem ist zu erwarten, dass die Steige nicht fernverkehrslos wird. Dafür werden Plochingen, Göppingen und Geislingen schon sorgen.

Der Güterverkehr profitiert gar nicht, weil die Güterzüge die Steigungen der Rennbahn nicht schaffen. Die müssen also nach wie vor über die Steige nachgeschoben werden.

-Elektrifizierung Südbahn - nichts,
-Streckenbegradigung + Elektrifizierung der hinteren Höllentalbahn - nichts
-Ausbau Rheintalbahn - wenig
-Allgäu ABS - nichts
-Gäubahn - nichts.

Elektrifizierung wird auf der hinteren Höllentalbahn den Fahrplan sogar verlangsamen. Wenn die Behörden ja DB erzwingen, elektrisch zu fahren, geht die Strecke nicht mehr mit Neigetechnik; Regional-Elektrotriebwagen mit Neigetechnik hat DB ja nicht und s.i.w. sollen diese Triebwagen ja auch nicht beschafft werden.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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