Frankreich will ICE stoppen (Allgemeines Forum)

Thalyseo, Dienstag, 19.10.2010, 12:01 (vor 5692 Tagen) @ NIM rocks
bearbeitet von Thalyseo, Dienstag, 19.10.2010, 12:02

Wenn Eurostar und Thalys ihren Kuschelkurs weiterführen, dann wird es wohl zumindest in Belgien (Brüssel) bei der heutigen Situation bleiben, dass man nach Amsterdam und Köln (sofern nach Köln nicht der ICE aus London direkt vor/hinter dem Thalys fährt) immer umsteigen muss.

Habe gerade einen Hänger:

Wie meinst Du das bzw. was meinst Du mit "Umstieg in Brüssel"?

Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass der Anteil der deutschen Fahrgäste mit Fahrziel Paris relativ klein ist. Den eigentlichen Umstieg hätte man jedoch nur im "Korrespondenzverkehr". Da prakisch jeder aus Köln kommende ICE in Brüssel Anschluß an einen Thalys nach Paris hat - Gleis ggü., selber Bahnsteig, gleiche Fahrzeit wie Direktverbindung - wären vom Umstieg die Pariser Reisenden betroffen, aber eben auch nur, wenn Thalys nicht mehr nach Köln führe.

Für Amsterdam finde ich Paris als Reiseziel attraktiver. Gerade bei den Parisern ist Amsterdam sehr beliebt und drei Hauptstädte in drei Stunden ist nicht schlecht. Vorstellen könnte ich mir da aber einen "Korrespondenzverkehr/Rendez-vous-Verkehr" zwischen Thalys und ICE/Eurostar, also dass der aus Paris, mit Fahrziel Amsterdam kommende Thalys, in Brüssel auf den aus London, mit Fahrtziel Frankfurt/M., kommenden Eurostar/ICE trifft et vice versa. Damit werden attraktive Verbindungen geboten, die beiden Züge kommen sich nicht ins Gehege und entsprechende Kooperationen, wie sie heute bereits zwischen Thalys und Eurostar bestehen, werden möglich.

Letztendlich würde ich den ICE - statt Thalys für den Deutschlandverkehr präferieren, da so auch Frankfurt/M. angebunden würde, und nicht mehr der Zug gänzlich in Köln gefüllt werden müsste. Zudem würde ja auch Aachen von besseren Anschlüssen - respektive in Frankfurt/M. - profitieren.

Der Anschluß Lüttichs könnte dessen ungeachtet auch weiterhin bestehen, ohne dass eine Konkurrenz zum ICE/Eurostar bestünde, da Thalys keine innerbelgischen Verbindungen anbietet. Zudem könnte er auch nach Maastricht verlängert werden.

Der "Fyra" ist zwar auch Konkurrenz, spielt aber - nach meiner Meinung - in einer anderen Liga.


Warum? Ist doch auch ein HGV-Zug,...

Thalys ist eine Marke mit einem sehr starken Image (= Thema meiner Masterarbeit), der Fyra - hierzu kann ich nicht wirklich fundierte Aussagen machen - scheint eher gar kein Image bzw. ein schlechtes Image zu haben. Thalys ist einfach anders, und selbst wenn die Kunden nichts mit Thalys anzufangen wissen, spüren sie doch, dass er einfach anders ist [z. B. "Un train marrant qui dessert l´est de la France!" (= frei übersetzt: "Ein komischer Zug, der nach Ostfrankreich fährt!"); entstammt einem meiner Interviews]. Im Kolloquium habe ich mal das Präsentationsvideo des Fyra gezeigt und es war erstaunlich zu sehen, wie negativ der Fyra neben Thalys abschnitt (= obwohl ich immer wieder bemerke, dass die Deutschen den ICE besser als den Thalys, die Franzosen den Thalys jedoch weitaus besser als den TGV bewerten). Mein Dekan meinte bspw., dass ja auch sein Auto 250 km/h führe (= man bedenke, dass Thalys es auch "nur" auf 300 km/h bringt!).

Gerade im Fokus der Konkurrenz sehe ich eigentlich nur Deutschland als kritisch an, zumal die Deutschen - wenn mich meiner Erinnerung nicht täuscht - den Thalys auch - relativ gesehen - als schlechtesten beurteilen.

Daher sehe ich schwarz für Thalys, wenn der Londonverkehr startet, zumal dieser dann auch Frankfurt/M. bedient, während Thalys weiterhin in Köln enden muss.


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