Alles machbar; man muß nur wollen. (Allgemeines Forum)

Blaschke, Samstag, 14.08.2010, 22:47 (vor 5799 Tagen) @ liebe70

Moin.

Wenn Auftraggeber meinen, die Kontrollen weitgehend einsparen zu müssen, dann dürfen sie sich über derartige Zustände nicht wundern.


Wer ist hier mit Auftraggeber gemeint? Beispielsweise die LNVG, die bestimmte Nv-Leistungen an die DB vergibt?

Genau die. Derjenige (oder auch diejenige), der (die) ausschreibt.

Zubs kommen durch keine Doppelstockwagen, das sind KiN (= Kundenbetzreuer im Nahverkehr). Beim metronom heißen sie beispielsweise Fahrgastbetreuer. Zubs gibt es nur im Fernverkehr - und die haben keine Doppelstockwagen.

In Frankreich und in der Schweiz schon, oder? ;-)


Ob nun Zub oder KiN, dat is ja nu mal wurscht - jeder versteht, wer gemeint ist, auch wenn der Fachbegriff (Zub steht bei mir für Zugbegleiter) falsch sein mag. Im allgemeinen verwende ich das Wort Schaffner, das versteht jeder, ist nur manchmal so lang zu schreiben... ;-)


Und da die Zubs ja neuerdings (?) an jedem Halt wieder rausschauen sollen, geben sie damit ja auch einen schönen Hinweis auf ihren derzeitigen Standort.


Muß ein Zub schon immer machen.


War wohl bei den KiN (so besser?) dann mal anders; zumindest sagten mir das Kollegen so, dass sie ja "neuerdings" wieder den Serviceblick machen müßten. Ob's so stimmt, weiß ich nicht; die Erfahrung aus 25 Jahren Bahnkunde mit etwas Insiderwissen läßt man aber ahnen, dass das Motto heißt: Rin die die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln. Und so führt man regelmäßig zwischenzeitlich abgeschaffte Sachen wieder ein; will ja auch ausgelastet sein die Plüschetage.

Wunderbar! Wenn jedes EVU was ÖPNV erbringen will, per Verkehrsvertrag gezwungen wird, mindestens pro Wagen einen Fahrgast-/Kundenbetreuer zu stellen, dann sind die vielen kleinen privaten EVU ruck-zuck weg. Das ergibt gewaltige Personalkosten, die die nicht stemmen können. Also fällt alles zurück an DB Regio. :-)


Tut es in ein paar Jahren ja sowieso. Die Blüte der Privaten erlebt gerade ihren Höhepunkt und neigt sich langsam wieder dem Ende entgegen. Sie werden ja nicht mehr gebraucht. Zum Lohndrücken waren sie nützlich, jetzt haben sie ihre Schuldigkeit getan.

Zurück zu den Personalkosten: Das kann ja alles entsprechend geregelt und monetär verrechnet werden und über die Ausschreibung und die gezahlten Entgelte abgerechnet werden. Es muß sich nur einer finden, der bezahlt. Das kann und wird realistischerweise de facto der Auftraggeber sein. Wie man das vertraglich fixiert ==> darüber dürfen sich die Experten Gedanken machen. Auch, wenn sie schon dabei sind, über den volkswirtschaftlichen Nutzen bzgl. der Schaffung tausender Arbeitsplätze.


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Solange der Kunde im Nahverkehr einen Schaffner nur im Ausnahmefall sieht, muß man sich doch nicht wundern, dass mancher nicht bezahlt. Erinnert sei an den Start eines der besten Privatunternehmen, wo man auch meinte, Kontrollen brauchen wir ja nicht - nach einiger Zeit zahlten so wenig Leute, dass die DB von jetzt auf gleich Amtshilfe leisten mußte und Fahrgeldsicherer spielen mußte, damit das ganze Konzept und die ganze Firma nicht über den Deister (oder die Wupper) ging. Gut, dass das Internet und die Eisenbahnforen noch in den Kinderschuhen steckten - DAS wären feine Diskussionen geworden...


Schöne Grüße von

jörg


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