(Allgemeines Forum)

liebe70, Freitag, 13.08.2010, 18:41 (vor 5802 Tagen) @ Blaschke

Wenn Auftraggeber meinen, die Kontrollen weitgehend einsparen zu müssen, dann dürfen sie sich über derartige Zustände nicht wundern.

Wer ist hier mit Auftraggeber gemeint? Beispielsweise die LNVG, die bestimmte Nv-Leistungen an die DB vergibt?

Das Schwarzfahren dürfte deswegen ja auch einkalkuliert sein. Auch auf der Emsland-Strecke z.B. erlebe ich es REGELMÄSSIG, dass sich die Kunden bei überwiegend kurzen Strecken ohne Fahrschein in den Zug setzen. Dank fehlendem Verbund ist das Nachlösen im Zug ja problemlos möglich.

Viele Verkehrsverträge sehen vor, daß beispielsweise DB Regio eine bestimmte Fahrgeldeinnahme beim Besteller abliefert. Alles was darüber hinaus ist, darf behalten werden. Dann muß man sich über bestimmte Dinge in der tat nicht wundern.

In 95% der Fälle kommt die Kundschaft aber um das Nachlösen drumrum, weil entweder gar kein Zub an Bord ist oder aber der eine Zub halt braucht, bis er bei 4 Dosto-Wagen durch ist.

Zubs kommen durch keine Doppelstockwagen, das sind KiN (= Kundenbetzreuer im Nahverkehr). Beim metronom heißen sie beispielsweise Fahrgastbetreuer. Zubs gibt es nur im Fernverkehr - und die haben keine Doppelstockwagen.

Und da die Zubs ja neuerdings (?) an jedem Halt wieder rausschauen sollen, geben sie damit ja auch einen schönen Hinweis auf ihren derzeitigen Standort.

Muß ein Zub schon immer machen.

Wir kommen nicht drumrum, auch wenn es keiner hören will: Auf die Züge gehört Personal, Personal, Personal. Und zwar in ausreichender Anzahl. 1 Zub bei 5 Dostos oder keiner, das macht dann auch keinen Unterschied. Da gehören auf ausgelastete Züge 3, 4, 5 Mann Personal drauf. So dass der Fahrgast regelmäßig immer wieder einem gewissen "Kontrolldruck" ausgesetzt ist.

Wunderbar! Wenn jedes EVU was ÖPNV erbringen will, per Verkehrsvertrag gezwungen wird, mindestens pro Wagen einen Fahrgast-/Kundenbetreuer zu stellen, dann sind die vielen kleinen privaten EVU ruck-zuck weg. Das ergibt gewaltige Personalkosten, die die nicht stemmen können. Also fällt alles zurück an DB Regio. :-)

Wie die Plüschetage aber denkt, zeigt folgendes Beispiel:

Eine länderübergreifende Linie wurde von Zubs beider Länder kontrolliert. Die einen schrieben lieber 40er (weil Prämie), die anderen ließen lieber nachzahlen (weil keine Prämie, aber Anteil am Fahrgeld). Das Verfahren wurde dann geändert, nur noch Zubs der 40er-Fraktion waren auf der Linie. Es hagelte am Anfang EBE. Die Plüschetage war zufrieden. Dann aber ging der EBE-Anteil recht schnell recht drastisch zurück - der Kontrolldruck sorgte natürlich dafür, dass sich manch Fahrgast nun einen Fahrschein kaufte. Der zurückgehende EBE-Anteil aber ließ die Plüschetage nachdenklich und nörgelig werden; am liebsten hätte sie den Anteil der zu begleitenden Fahrten heruntergeschraubt - ging nur nicht, weil n-Wagen. Dafür "moserte" sie dann übers ihrer Meinung nach fauler werdende Personal.

Kommentar überflüssig...

Das ist die Plüschetage im Nahverkehr, die vom Fernverkehr ist da ganz anders. Die haben andere "Sorgen".


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