Handelsblatt: DB hätte mit 36 Stunden Woche zugestimmt (Allgemeines Forum)

Henrik, Mittwoch, 06.03.2024, 21:00 (vor 920 Tagen) @ J-C

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GDL-Chef Weselsky räumt „Denkfehler ein“

Der Gewerkschafter hat zugegeben, den Vorschlag der Vermittler im Tarifstreit falsch dargestellt zu haben. Dass die GDL am Arbeitskampf festhält, sorgt nicht nur bei der Bahn für Unverständnis.

Berlin. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat mit der falschen Darstellung eines Zwischenstands bei den Bahn-Tarifverhandlungen Unverständnis ausgelöst. Der Präsident des Bundesverbands Schienennahverkehr, Thomas Prechtl, äußerte am Mittwoch zwar Verständnis, dass es nach zahlreichen Runden zu Fehlinterpretationen kommen könne.

Er würdigte zudem, dass Weselsky den von ihm so bezeichneten „Denkfehler“ eingestanden habe. Es dürfe aber nicht passieren, „dass Millionen Fahrgäste ab Donnerstag wegen eines solchen Denkfehlers erneut nicht zur Arbeit kommen können, weil streikbedingt keine Züge fahren“.

Hintergrund sind Schilderungen Weselskys über einen Kompromissvorschlag, den der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU) als Moderatoren bei den wochenlangen Verhandlungen zwischen den beiden Tarifparteien unterbreitet hatten. Dieser sah eine Senkung der Wochenarbeitszeit in zwei Schritten auf 36 Stunden bis 2028 bei vollem Lohnausgleich vor.

Die Bahn hatte den Vorschlag angenommen. Die GDL lehnte jedoch ab. Die Gespräche scheiterten deshalb vergangene Woche, und die Gewerkschaft rief zum nächsten Streik auf.

Weselsky stellte den Vorschlag der Schlichter bei einer Pressekonferenz am Montag zunächst anders dar: Diese hätten eine Absenkung auf lediglich 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich ins Spiel gebracht. Eine weitere halbe Stunde Reduzierung wäre lediglich optional und mit finanziellen Einbußen für die Beschäftigten verbunden gewesen. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ räumte Weselsky am Dienstag ein, ihm sei bei dieser falschen Darstellung ein „Denkfehler“ unterlaufen. Das ändere aber nichts an seiner Haltung, betonte er.

Es wurde also von beiden Moderatoren - also auch dem Moderator, der von der GDL entsandt wurde - ein Kompromiss vermittelt, welcher eben 36 Stunden als Möglichkeit ansah.

Ich würde jetzt echt gerne wissen, wieso genau Weselsky weiterhin auf seinem Standpunkt beharrt... sind 36 Stunden nicht schon ein guter Schritt?

hier der Link zum veröffentlichten Vorschlag der Moderatoren:
https://tp-presseagentur.de/wp-content/uploads/2024/03/Moderatorenvorschlag_Bahn_GDL_20...
(pdf)

die DB schreibt dazu,

Zum heute von den Moderatoren Daniel Günther und Dr. Thomas de Maizière veröffentlichten Einigungsvorschlag erklärt ein DB-Sprecher: „Der Einigungsvorschlag der Moderatoren war sehr weitreichend. Die DB zeigte sich bereit, ihre Schmerzgrenze zu überschreiten und auf dieser Grundlage die Verhandlungen zu Ende zu führen. Auch, weil das Papier Maßnahmen enthält, die dem Kapazitätsverlust durch die Arbeitszeitreduzierung entgegengewirkt hätten. Die GDL lehnte den Einigungsvorschlag der Moderatoren rundweg ab.“

https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Presse-Blog-All...


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