Auch hier läuft es völlig aus dem Ruder ... (Aktueller Betrieb)

Der Blaschke, Sonntag, 10.09.2023, 22:04 (vor 288 Tagen) @ Proeter
bearbeitet von Der Blaschke, Sonntag, 10.09.2023, 22:05

Hallo.

Menschenleben stehen in sehr vielen Situationen auf dem Spiel - z.B. bei gewöhnlichem Betrieb des Straßenverkehrs, bei dem viel mehr Menschenleben nicht nur dem Spiel stehen, sondern verloren gehen. Unser Leben ist voll von Güterabwägungen - auch unter Einbeziehung des menschlichen Lebens. Die generelle Wahrnehmung ist ja, dass diese Abwägung bei "Personen im Gleis" unausgewogen ist, weshalb das Thema nun auch bei der Politik auf der Agenda ist.

Eben nicht. Das ist eine reine Sommerlochdiskussion. Es geht immer mehr dahin, dass die Gesellschaft den Tod und das Unglück gar nicht mehr akzeptiert.

Dabei ist der Tod was völlig natürliches. Und egal, wann wie wo: in den allermeisten Fällen wird der Zeitpunkt als ungerecht empfunden werden. Ich habe bislang nicht erlebt, dass wer sagt: jetzt passt es; jetzt ist es okay.

Und so wird der Wahnsinn immer schlimmer. Da staunt man, dass manches noch erlaubt ist. Ist es nicht z.B. lebensgefährlich, dass so ein Personenzug am Bahnsteiganfang noch massig km/h drauf haben darf und erst entlang des Bahnsteiges bremst. Hätte ich längst geändert. Max 5 km/h, sobald die Spitze des Zuges den Bahnsteiganfang erreicht. Da können wir alle bisherigen Fahrpläne wegwerfen. Drehfalttüren sind der DB auch zu gefährlich. Ich bin ja schon lange dafür, Stehplätze im Zug auch zu verbieten aus Sicherheitsgründen. Gibt's im Flugzeug auch nicht; und der Bus darf auf der Autobahn dann nur 60 fahren.

Würde die Polizeigewerkschaft da mal etwas differenzierte herangehen, wäre das mehr als angemessen.

Aber gegen den Zeitgeist.

Erschwert wird die Diskussion dadurch, dass häufig die Hintergründe der Personen im Gleis nicht öffentlich werden. Ich habe bereits zwei Fälle erlebt, bei denen ich vor Ort die Hintergründe feststellen konnte - und da sage ich ganz klar: Da stand nix auf dem Spiel und die Sperrung war maßlos überzogen. Alle Seiten könnten zu einer Versachlichung der Debatte beitragen, in dem die Details und die Abwägungsgründe offengelegt werden, so dass sich eine breite Öffentlichkeit eine fundiete Meinung bilden kann (...)

Da finde mal wen, der dann anordnet: fahrt mal auf Sicht. Nee, da pupt sich jeder in die Hose; Verantwortung?: ich nicht. Nachher bekommt da ein Kind ein Schreck, Mama verklagt die Bahn, BILD tobt.

Nee, nee, das ist alles dem Untergang geweiht. Ach ja, Stufen am Einstieg und auch im Zug würde ich auch verbieten; Stolpergefahr, Lebensgefahr, tot. Da gibt es dann viel zum Stilllegen: alle ICE, alle Dosto, die meisten (alle?) Dieseltriebwagen. Nur der ex-Hannover-424-Quietschie bleibt.

Was noch? Wie ist das mit Anschnallen im Zug? Und wann werden die Strecken endlich umfassend eingezäunt. So wie viele Autobahnen.

Es gibt noch viele Spielwiesen. Nur dass jemand da die Entwicklung jemals zurückschraubt, ist völlig illusorisch.

Apropos Spielwiese: hier haben Anwohner an einem Mülleimer eine riesige Spinne entdeckt; 10 cm Durchmesser, gelb-schwarz gestreift angemalt. 3 Anwohner riefen die Feuerwehr. Letztere sagte zur Größe: 2 Euro-Stück mit Beinen. War eine harmlose Wespenspinne. Aber die Bürger drehten ab - nebenan sei ein Kindergarten.

https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/osnabrueck-feuerwehreinsatz-wegen-wespens...

Deutschland am Ende.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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