Bahnfahrt als Genuss - Opa erzählt von damals™️ (Reiseberichte)

mrhuss, FKON, Freitag, 21.10.2022, 15:22 (vor 1248 Tagen) @ J-C
bearbeitet von mrhuss, Freitag, 21.10.2022, 15:24

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass auch als passionierter Bahnliebhaber nach spätestens 10 Jahren der Genussfaktor etwas abnimmt. Nach 15 Jahren ging mir die Fahrerei dann auf den Zeiger, auch wegen zuletzt stark gesunkener Zuverlässigkeit auf meiner Verbindung.

Ich persönlich kann den Effekt nach 6 Jahren Wochenendpendeln und nun Tagespendeln nicht sehen, vorher bin ich ja fast täglich mit der S-Bahn gefahren. Im Rückblick eigentlich eine ganz nette Zeit gewesen.

Deswegen schrieb ich ja auch 10 Jahre, bis es nichts besonderes mehr ist. :) Die ersten 6 Jahre im Fernverkehr fand ich auch noch cool, zumal meine Stammstrecken zwischendurch gewechselt haben und interessant waren.

Ich hatte erst wöchentlich Mainz-Amsterdam, der erste Abschnitt über die wundervolle Rheinstrecke und dann weiter mit dem ICE International, das war was besonderes. Für den Rückweg bin ich öfters statt am Rhein lang in Köln in den ICE nach Mainz über die Schnellstrecke und Wiesbaden gestiegen, der war immer schön leer. In den ICE3 der ersten Serie im Abteil ein Nest gebaut, so ist das auch gemütlich.

Dann kam Mainz-Bielefeld über die immer noch wundervolle Rheinstrecke. Manchmal ließ es sich einrichten, dass ich den IC "Loreley" mit Metropolitan-Wagen erwischt habe. Das war natürlich auch was besonderes.

Dann kam zwischendurch mal eine Kurzstrecke, Mainz-Frankfurt. Das war dann eher unspektakulär, aber zumindest konnte ich die Strecke in der Anfangszeit dank noch vorhandener Bahncard 100 komfortabel mit IC/ICE statt RE oder S-Bahn zurücklegen.

Zuletzt kamen ca. 10 Jahre Frankfurt-Schwarzwald. Die Teilstrecke über die Schwarzwaldbahn ist zwar landschaftlich auch eine der schönsten Strecken Deutschlands, der spektakuläre Abschnitt ist aber im Vergleich zur Rheinstrecke verhältnismäßig kurz. Da hatte ich dann doch irgendwann satt gesehen. Manchmal hatte ich das langsame Pedelec :) dabei und bin die sprichwörtliche letzte (bzw. erste) Meile (naja, eher so 10 Meilen) statt mit dem Bus mit dem Rad durch den Wald gehackt. Das hat Spaß gemacht! Unter ganz praktischen Aspekten betrachtet war nicht gut, dass die Zugfahrt durch den Schwarzwald sehr langsam war und ich durch unvorteilhafte Umstiege Zeit verloren habe. Seit den Bauarbeiten vor einem Jahr gab es bis heute auf der Schwarzwaldbahn praktischen keinen Normalbetrieb mehr und es wurde insgesamt so unzuverlässig, dass es mich zuletzt nur noch genervt hat.

Bestimmt kann ich den Fernverkehr auch bald wieder genießen, wenn es wieder was besonderes wird. Jedenfalls wünsche ich Dir weiterhin, dass es für Dich ein Genuss bleibt. Ich denke so vier Jahre hast Du noch dafür. :)


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