Railjet-Set-Leben über die Grenze - besser als Fliegen :) (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 20.10.2022, 18:03 (vor 1247 Tagen)
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 20.10.2022, 18:08

Morgens und abends durch die Felder und Wälder im Norden Österreichs reisen, seinen Blick über die Landschaft schweifen lassen, das Farbenspiel beim Sonnenauf- und Untergang bewundern, vielleicht am Kopfhörer entspannte Musik hören

...und dabei noch vielleicht was arbeiten, studieren, vor allem sich mal um E-mails kümmern.

Das ist das, was ich von Anfang an zu schätzen lernte und was ein weiteres Mal der Grund ist, wieso ich es nicht bereue, meine Wohnung in Wien zu kündigen.

Seitdem ich sowohl eine Zeitkarte für den Verkehrsverbund auf tschechischer Seite habe sowie im Besitz einer INKarta 50 bin, ist es eigentlich ziemlich entspannt. Die Zettelwirtschaft ist halt bei den Fahrkarten zur Grenze natürlich etwas lästig, aber eine Routine, die sehr leicht über die Bühne geht.

Ich habe bisher nichts erlebt, wo ich sagen würde "Nein, das ist der Grund, wieso ich auf keinen Fall jetzt es durchziehen kann, zu pendeln". Alle Probleme, die sich, wenn überhaupt, auftun, finden auch eine Lösung.

Mit allen Umstiegen und Wartezeiten ist der Weg von Tür zu Tür eben 2-2.5 Stunden lang. Ist das viel? Auf den ersten Blick ja. Aber wie zu erwarten vergeht die Zeit wie im Fluge. Nein, im Flieger könnte ich nicht so gut entspannen wie in Wien. Es gibt keine Triebwerke, die die ganze Zeit laufen zum Beispiel. Stattdessen kann ich einsteigen, rasch hinsetzen, Laptop auspacken und tun, was auch immer ich will.

Oder ich bewege mich ins Bordrestaurant, manchmal kann es ja nett sein, im JLV oder WARS zu dinieren, wobei ich ehrlich gesagt das nicht so häufig wie vorher tu. Reisen ist für mich ein ganz selbstverständlicher Teil meines Alltags geworden.

Es ist eine dezidierte Zeit, wo ich nichts planen muss, sondern der Fahrplan dies für mich dankenswerter Weise erledigt. Diese Zeit kann ich mit allem füllen, was mir beliebt. Ich hab schon einen Zoom-Anruf im EuroCity erledigt. Da tut es eben das Handy als Hotspot und das funktioniert sogar gar nicht so schlecht.

Ich muss die Zeit nicht aktiv erleben, ich kann sie auch vergehen lassen, ich kann sie vor lauter Arbeit völlig vergessen. Hin und wieder bin ich überrascht, wenn ich plötzlich schon am Ziel bin. Nicht immer läuft alles wie geplant. Aber das ist ja das schöne daran, es gibt immer ein wenig Abwechslung. Keine Fahrt ist exakt gleich wie die andere.

Wer's kann und will, dem kann ich also nur sagen: nur Mut! Es ist viel einfacher als es erscheint und letztlich, was ist cooler, als ein Railjet-Set-Lifestyle zu pflegen? :D

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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