gefahrene km? und alte Argumente... (Allgemeines Forum)

bendo, Freitag, 16.09.2022, 11:42 (vor 16 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo,

der Artikel bezieht sich auf die Zahl von Zulassungen, was nur implizit einen Hinweis auf eine Veränderung tatsächlich gefahrener km bzw. auf das Nutzerverhalten im Hinblick auf eine Verkehrswende geben kann. Extrembeispiel: Jemand kauft sich 10 PkW weil er/sie Spass daran hat, parkt diese in einer (großen) Garage und fährt trotzdem mit dem ÖPNV ;-)

... Bus & Bahn werden erst in folgenden Fällen ein Thema:

...


2. man ist z.B. nach einem Konzert zu müde fürs Autofahren, oder nicht mehr alkoholfrei. Hier müsste man extra Busse & Bahnen einsetzen, die auch nach dem Konzert noch verkehren, damit man die Zugaben nicht verpasst. Eine weitere Möglichkeit wären Konzertreisen mit Charterbussen.

Du hast es hier auf das Beispiel des Konzertbesuchs bezogen. Dieses Beispiel kennzeichnet jedoch DAS strukturelle Problem des ÖV: Man ist an Fahrzeiten, Strecken und Verbindungen gebunden. Bei (üblicherweise) nicht ausreichendem Takt, umständlichen Strecken und unsicheren Anschlüssen ist der ÖV bezüglich der Gesamtfahrzeit Start-Ziel meist erheblich im Nachteil. Ein Beispiel: Ich war gestern Abend im Kino in der Stadt. Bin mit dem PkW gefahren. Filmende: 21:40 Uhr. Ankunft zuhause: 22:20 Uhr. Mit dem ÖV wäre es frühestens um 23:15 Uhr soweit gewesen (sofern der Anschluss klappt). Zu spät für den heutigen Tag.


3. von Start bis Ziel ist das Auto zu langsam. Hier hat DE mit seinem ICE einen Vorteil zu NL. Bei uns ist die Bahn zu langsam, da kann man besser die ganze Strecke mit dem Auto fahren. Sogar mit Stauzeit und Parkplatzsuche.

Das gilt auch für D. Selbst für die meisten überregionalen Strecken. Wenn man nicht gerade in Siegburg wohnt und am F-Flugh. arbeitet...

So betrachtet sollte man eigentlich doch für Mobilitätshubs plädieren. Wenn also eine Rennbahn Hannover-Hamburg kommt, dann mit einem Bahnhof "Walsrode ICE" wo Landstrasse, Autobahn, Bus, Regiobahn und Fernbahn einander treffen.

Dafür spreche ich mich schon lange aus! Ein HGV-Netz, ähnlich jenem von Autobahnen. Ein Netz, das Verbindungen ermöglicht, die tatsächlich schnell quer durchs Land gehen können. Ohne dass JEDER Zug zwingend durch langsame Stadtfahrten/halte massiv Zeit verliert. Haltepunkte auf der grünen Wiese liesen auch eine optimale Kombination zu: Eine kurze Strecke mit dem PkW, für den Abschnitt in welchem der ÖV das große Nachsehen hat. Den weit größeren Streckenanteil dafür mit dem (HGV-)Zug, zwischen dessen Halten der PkW üblicherweise langsamer wäre. Außerhalb von Stadtzentren böte die Flächenverfügbarkeit auch eher die Chance für ausreichende P&R-Möglichkeiten. Am Ziel bräuchte es wieder individuelle Mittel wie Carsharing, einen Abholer etc...

4. von Start bis Ziel sind Bus & Bahn unschlagbar günstig. Das haben wir gesehen mit dem 9-Euro-Ticket.

Aber eben nur damit...oder mit dem SSP...

5. mit Bus & Bahn kann man die Zeit besser verwenden. Auch hier hat der ICE einen Vorteil, wegen Komfort. Unsere Züge sind als "mobile office" weniger geeignet. Gut, dafür sind die Reiseabstände auch etwas kleiner.

Alte Argumente...Ich stimme zu, wenn ich in einem ICE einen bequemen Sitzplatz habe, mit etwas Raumgefühl und freiem Blick aus dem Fenster. Solange aber auf (auch für den Laien abzuschätzenden) gefragten Verbindungen beim 1h-Takt und 9€-Ticket im Regionalverkehr ein einzelnes, kurzes Züglein disponiert wird, und damit die Leute wie die Sardinen in der Büchse stehen, ist mir das einfach unsicher mit dem Komfort..

Gruß, bendo


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