NL: "Abreisstarife" sind Zusatz zu "Abreisetarife". (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 11.05.2022, 09:42 (vor 12 Tagen) @ Der Blaschke

Hallo Blaschi,

Der Nv/Verbund wird als teuer EMPFUNDEN, weil die Preisgestaltung mit festen Einheitspreisen psychologisch betrachtet Unfug ist. Es müßte auch im NV und im Verbund ein SP/SSP-System wie im FV her. Zeitkarten, die immer in allen Zügen gelten, sind teurer. Wer sich auf ruhigere Züge beschränkt, zahlt weniger.

NL: es ist zur Zeit möglich, "IC" Eindhoven-Den Haag v.v. mit einer Art "Sparpreis" zu fahren. Die Fahrkarten sind "zeitraumgebunden" = innerhalb einer bestimmten Zeit muss die Fahrt erledigt sein.
Wichtig dabei ist, dass diese "Abreisstarife" (NL: "afbraakprijzen") eine zusätzliche Option zu den (ggf. rabattierten) Normalpreisen ("Abreisetarifen") sind.

Grund dafür ist allerdings nicht Finanzlastenerleichterung (wie bei den Iren), sondern Auslastungssteuerung.
1. Es fahren immer noch diese festen Surrogatzugverbände, die in Schwachzeiten Überkapzität darstellen. Mit den neuen IC-Triebwagen... ;)
2. Besagte Züge verkehren nur halbstündlich, weil kein Platz für 15-Minutentakt da ist. Auf Eindhoven-Amsterdam machen Sparpreise weniger Sinn; ist der "IC" weg, dann wartet man einfach ab -> wenige Minuten später kommt der nächste "IC".

Was die Menschen von der Bahn abhält, ist das allgegenwärtige Chaos und die Unzuverlässigkeit. Die sich seit Jahrzehnten nicht bessert und auch absehbar mittelfristig allein ob der ganzen Bauerei auch nicht ändern wird. Die Hochglanzwerbung und 85%-Zufriedenheitspünktlichjubelmeldungen wirken ja wie Satire; 'weltfremd' trifft es auch. Sie beweisen nur die Ahnungslosigkeit der Chefetagen von der Basis.

Aber was sollte man tun gegen dieses Chaos?
Osnabrück hat 164.000 Einwohner, 's-Hertogenbosch 151.000.
In Osnabrück gibt es eine Hauptachse Dortmund-Hamburg und eine Nebenachse NL-Hannover.
In "Den Bosch" gibt es eine Hauptachse Eindhoven-Amsterdam und eine Nebenachse Arnhem-Breda.

Statt das Produkt zu verramschen, ist mehr Realismus zu verkaufen, Fahrpläne und Umstiege zu erstellen, die auch praktisch funktionieren können. Es passt nicht zusammen, wenn Netz Trassen quasi sekundengenau berechnet - im Betrieb aber 5:59 Min als pünktlich selten; und dort mit der Einstellung auch gearbeitet wird.

NL hat das Bahnwesen derart vereinfacht, dass Fernverkehr nicht existiert und die allermeisten Cargos auf einer Strecke fahren. In "Den Bosch" ist die Wahl nicht zwischen ICE, IC/EC, RE oder RB, sondern "schnell" oder "langsam". Dann wird es leicht, sogar auf der Nebenachse halbstündlich einen schnelleren und einen langsameren Zug anzubieten.

Etwas in mir sagt, das sei in Deutschland nicht machbar. Bestenfalls könnte man überlegen: FV schnell (ICE), FV langsam (IC/EC), NV schnell (RE), NV langsam (RB/S). Aber das habt Ihr schon. Man muss nur alle Gattungen (mindestens) stündlich anbieten.
Dann kommen wir aber bei dem guten alten "das muss alles bezahlt werden" und dann hat man keine Lust drauf.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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