NL: Flachland nicht unbedingt vorteilhaft. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 09.12.2021, 09:15 (vor 165 Tagen) @ GibmirZucker
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 09.12.2021, 09:15

Hallo GibmirZucker,

Der Vorteil ist einmal, dass Holland sehr flach ist. Eine SFS ist da viel günstiger realisierbar als durch's Erzgebirge.

Bin ich mir nicht sicher.

1. Schiphol-Rotterdam liegt meist unter Meeresspiegel. Dennoch war hier ein Tunnel von 1 Milliarde notwendig. Umgehung eines Naturschutzgebietes.
2. Rotterdam-Breda ist auch Flachland, aber auch Wasserland. Es waren zwei Tunnel und ein Viadukt notwendig. Umgehung von Wasserstrassen (Oude Maas, Dordtsche Kil, Hollands Diep).
3. Das NL-Flachland ist so butterweich (erst recht in der Randstad), dass man für die HSL-Zuid zuerst eine 5-6-stellige Zahl an Betonpfeilern in den Boden schlagen musste, bevor man die Rennbahn überhaupt bauen konnte.

Fläche ist sicher ein Aspekt, aber sicher und wohl nicht das einzige Aspekt.

Und mit rein von B-Zügen bedienten Zwischenhalte könnten auch bestimmte innerholländische Relationen aufgewertet werden.

Das ist auch meine Vision. Für europaweiten HGV muss man auch akzeptieren, dass nicht jede Stadt direkt angebunden werden kann. Die HSL-Zuid lässt ja auch Den Haag, Dordrecht und Breda aus, und von einer HSL-Oost Amersfoort-Enschede(-Bielefeld) werden bestimmte Regionen auch weniger profitieren als andere, und die südlichen Provinzen gar nicht (da ist die Bummelbahn via Venlo schneller).

ICE International sollte in Amsterdam, Amersfoort (für Den Haag/Rotterdam/Utrecht), Enschede (für Twente/Zwolle/Deventer), Münster (Umstieg nach Bremen/Dortmund/Hamm), Bielefeld (Korrespondenz mit ICE International Brüssel-Hamburg), Hannover (Grossstadt) und Berlin halten.
Die vorgesehenen Talgos sollten dann die Verbindungen innerhalb NL und DE erstellen oder die Zubringerfunktion haben (damit man z.B. ab Stendal, Wolfsburg oder Minden auch nach Münster kommt oder mit einem dortigen Umstieg nach Amsterdam).

Klar, ich weiss, das ganze ist Wunschdenken für ICE-Fans. Denn konkrete Vorhaben in dieser Richtung habe ich zumindst hier in NL noch nicht erfahren.

Sicher, alles kostet. Aber wenn in Spanien in schwierigem Gelände SFS in die Gegend geklatscht werden, die von einem Zug pro Stunde und Richtung befahren werden, dann wäre eine SFS Amsterdam-Hannover sicher nicht absurd. Der Verkehr Holland-Hannover/Berlin/Hamburg würde extrem beschleunigt.

Man soll bedenken, dass die Spanier die ganzen Rennbahnen mit EU-Subvention gebaut haben (Spanien ist Nettoempfänger, DE/NL Nettobezahler). Die Rennbahnen sind also zum Teil mit DE- und NL-Moneten bezahlt worden. Das Geld hätte die EU auch in die von Dir besagte Rennbahn investieren können (oder meinetwegen Köln-Utrecht oder Berlin-Prag-Brno-Wien/Budapest).

Dabei muss ich aber auch gestehen, dass Spanien besser für echten HGV geeignet ist als DE/NL.
Spanien ist genauso wie Frankreich monozentrisch (Madrid vs. Paris). Hinzu kommen einige Bevölkerungskonzentrationen (Zaragoza, Barcelona, Alicante, Valencia, Malaga, Sevilla) die auf HGV-affiner Entfernung liegen und zwischen denen relativ wenig Menschen wohnen. Dann gibt es noch zwei Ballungsräume mit mittelgrossen Städten (Galizien mit A Coruña und Vigo, sowie Baskenland mit Santander, San Sebastian, Bilbao), genauso HGV-affin von Madrid entfernt.

DE/NL, das ist doch vor allem IC-Verkehr wobei DE auf Deutschlandtakt mit überwiegend 250 km/h Zügen setzt und NL auf 10-Minutentakt mit bestenfalls 160 km/h. Man müsste dann entweder eine sauteure zusätzliche Infra für 300-320 km/h vmax bauen, oder die vorhandene Infra für höhere vmax ausbauen (was dann wieder zulasten der Kapazität geht).

Vielleicht müssen wir ggf. akzeptieren, dass eine Reise von A nach B ohnehin eine Mindestzeit kostet. Und dass man, wenn es zu langsam ist, besser auf komfortablere als schnellere Züge setzen kann. Für schnellere Züge ist neue Infra nötig, für komfortablere Züge nicht. Vielleicht bekommt der Billigflugsüchtige sogar die Idee, er kann seine Zeit besser in einem bequemen Zug mit alles drauf und dran spendieren als zwei Stunden in einer Abflughalle. Schlussendlich geht's ja um Lebensqualität.


gruß,

Oscar (NL).

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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