DB: Rote Zahlen im Bordrestaurant (Allgemeines Forum)

NIM rocks, Dienstag, 04.05.2010, 15:31 (vor 5933 Tagen) @ Oscar (NL)

...hohe Kosten wie Instandhaltung der Speisewagen und Übernachtungen in Hotels für das Bordpersonal.

Die Instandhaltungskosten hat es immer gegeben, die haben s.i.w. nur mit der Inflationsrate zugenommen, sind aber nicht explodiert.
Oder waren letztes Jahr tatsächlich viele Cateringwagen kaputt = mussten viele Defekte repariert werden?

Cateringwagen, beim deutschen IC vor allem die WR, bilden meist eine Splittergruppe des gesamten Wagenbestandes und sind zudem durch die technischen Einrichtungen auch noch deutlich komplexer als ein "normaler" Großraumwagen ohne irgendwelche besonderen "Goodies" für die Reisenden. Deshalb kann ich mir schon vorstellen, dass die Instandhaltung von Speisewagen deutlich teurer ist als von normalen Wagen, denn je weniger Wagen es gibt, desto teurer werden die Ersatzteile...

Zu 2:

Am Service und an der Qualität des Angebots liege es nicht. Im Gegenteil, seit dem Verkauf der früheren Bahn-Tochter Mitropa im Jahr 2004 sei beides stark verbessert worden.

Für wen verbessert worden?

Allgemein gilt: wenn in einem Zug ein anständiger Speisewagen vorhanden ist, dann wird auch ordentlich gespeist = anständig Umsatz gemacht.
Wenn der Fahrgast sich aber mit einem Bistro befriedigen muss, kann ich mir klar vorstellen, dass der Fahrgast sich eher auf seine Thermosflasche mit Hauskaffee, seine vom Hause mitgenommenen Brötchen/Kekse/Naschsachen und/oder seine Flasche Mineralwasser verläßt.
Leider ist der Trend im Fernverkehr weniger Resto und mehr Bistro; das wird mit dem BR 407 nicht anders aussehen.

Warum? Der 407er hat ein Restaurant, zwar ist es nicht einen ganzen Wagen groß, aber immerhin hat er eines. Und ich vermute fast, dass man den halben Wagen 1. Klasse bei Bedarf auch durch Restaurantplätze ersetzen kann.

Ich finde die Qualität der angebotenen Speisen in den deutschen Cateringwagen (Nachtzüge außen vor) sehr gut, deshalb lohnt es sich meiner Meinung nach auch, dafür einen höheren Betrag zu berappen, denn es steckt ja doch eine komplizierte Logistik dahinter. Und diejenigen, die von München über Frankfurt nach Berlin im ICE 1 hinter dem Tresen stehen und unaufhörlich servieren und verkaufen, wollen schließlich auch ihr Geld verdienen.

Leider sehe ich auch immer wieder, dass Businessmenschen mit Laptop im Restaurant hocken und an einem Gläschen Bier oder eine Tasse Kaffee zwei Stunden hinnuckeln, in dieser Zeit könnten zwei Fahrgäste ordentlich Essen (Umsatz ~20 Euro pro Fahrgast). Diese Leute drücken die Bilanz!

Der Beibehalt des BordCaterings ist richtig/wichtig. Otto Fernbahnfahrer ist ja länger unterwegs als Jean Grand Voyageur. Letztere nutzt mittags in Paris sein déjeuner, steigt in den TGV ein und ist 3 Stunden später schon in Marseille, 800 km weiter. An Bord wird er am besten wohl nur ein café-au-lait mit einem baguette fromage brauchen. Da reicht ein einfacher Barwagen bei weitem aus.

Zustimmung! Das Bordcatering sollte keinesfalls abgesetzt werden. Leider setzt sich aber der Bistro-Wahn jetzt auch schon in Tschechien fort, dort werden viele WR zu Bistros umgebaut...

Gutes hört man aber von den ÖBB: Die planen mit ihren vorhandenen Speisewagen anscheinend noch längerfristig und ohne irgendwelche Umbauten :-) Das Railjet lassen wir mal außen vor... ;-)


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