DB: Rote Zahlen im Bordrestaurant (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 04.05.2010, 14:42 (vor 5934 Tagen) @ Sören Heise

Hej!

Die Deutsche Bahn fährt mit ihren Speisewagen nach wie vor hohe Verluste ein...

Ein Verlust kann sich dreierlei Wege manifestieren:

1. zu viele Kosten
2. zu wenig Umsatz
3. Kombination von 1 + 2

Zu 1:

Die Ursache für das Umsatzminus seien vor allem im vergangenen Jahr ausgefallene ICE-Züge gewesen.

Nur teilweise richtig:

1. Es fuhren ja mal ICE-Ersatzzüge, auch mit BordCatering.
2. Man hatte für die IC-Ersatzzüge Speisewagen von regulären IC-Zügen geklaut. Die IC-Fahrgäste mussten also teilweise auf das BordCatering verzichten. Zwar ist das Anteil IC im Fernverkehr kleiner als das ICE-Anteil, aber "nach wie vor sehr wichtig".
3. Es haben mal defekte Cateringwagen rumkutschiert.

...hohe Kosten wie Instandhaltung der Speisewagen und Übernachtungen in Hotels für das Bordpersonal.

Die Instandhaltungskosten hat es immer gegeben, die haben s.i.w. nur mit der Inflationsrate zugenommen, sind aber nicht explodiert.
Oder waren letztes Jahr tatsächlich viele Cateringwagen kaputt = mussten viele Defekte repariert werden?

Zu 2:

Am Service und an der Qualität des Angebots liege es nicht. Im Gegenteil, seit dem Verkauf der früheren Bahn-Tochter Mitropa im Jahr 2004 sei beides stark verbessert worden.

Für wen verbessert worden?

Allgemein gilt: wenn in einem Zug ein anständiger Speisewagen vorhanden ist, dann wird auch ordentlich gespeist = anständig Umsatz gemacht.
Wenn der Fahrgast sich aber mit einem Bistro befriedigen muss, kann ich mir klar vorstellen, dass der Fahrgast sich eher auf seine Thermosflasche mit Hauskaffee, seine vom Hause mitgenommenen Brötchen/Kekse/Naschsachen und/oder seine Flasche Mineralwasser verläßt.
Leider ist der Trend im Fernverkehr weniger Resto und mehr Bistro; das wird mit dem BR 407 nicht anders aussehen.

Der Beibehalt des BordCaterings ist richtig/wichtig. Otto Fernbahnfahrer ist ja länger unterwegs als Jean Grand Voyageur. Letztere nutzt mittags in Paris sein déjeuner, steigt in den TGV ein und ist 3 Stunden später schon in Marseille, 800 km weiter. An Bord wird er am besten wohl nur ein café-au-lait mit einem baguette fromage brauchen. Da reicht ein einfacher Barwagen bei weitem aus.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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