Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 3/5 (Reiseberichte)
Auch heute Morgen verließ ich Zvolen per Bus. Denn in der Stadt, die ich als nächstes besuchen wollte, ist der Bahnhof 3 km vom Zentrum entfernt. Auf dem Weg vom Hotel zum Busbahnhof ging ein Rad meines Koffers kaputt.^^ Die Busfahrt von Zvolen hinauf nach Banská Štiavnica dauerte eine Dreiviertelstunde. Für den Koffer löhnte ich 50 ct Zuschlag.^^ Der Bus lieferte mich zwar auch nicht im Ortszentrum ab, aber wenigstens oberhalb davon. Auf dem Weg ins Zentrum ging das zweite Rad meines Koffers kaputt. :D Ich musste nun also einen Koffer ohne Räder durch die kopfsteingepflasterten Gassen einer alten Bergstadt abwechselnd bergab und bergauf schleifen. -.- Auch diese Stadt hatte ich schon einmal gesehen, aber trotzdem ist es ja schön hier. ;-)
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175 Der Kalvarienberg von Banská Štiavnica
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176 Die Mariä-Himmelfahrts-Kirche
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177 An der Hauptstraße
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178 Blick die Hauptstraße hinauf…
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179 …oder hinunter
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180 Einer der Busse stand zu lange vor der Evangelischen Kirche, als dass ich auf seine Abfahrt hätte warten können, also fotografierte ich beide :p
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181 Der Dreifaltigkeitsplatz mit einer entsprechenden Säule
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182 Unterhalb von ihm steht die Katarinenkirche
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183 Aus dieser Perspektive stört kein Bus vor dem gelben Haus, in dem heute ein Archiv untergebracht ist
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184 Katharinenkirche & Archiv zusammen, dazwischen weit hinten die Dreifaltigkeitssäule
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185 Und hier nochmal ohne die Säule
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186 Blick über die Dächer von Banská Štiavnica
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187 An der Straße zum Bahnhof
Bei meinem letzten Besuch 2015 konnte ich die Bahnstrecke hierhin nicht fahren. Ich war Samstag & Sonntag hier und weiß noch, dass sonntags genau drei Züge fuhren: einer früh um kurz nach fünf und der nächste irgendwann am Nachmittag. Aus diesem Grund war ich ja jetzt nochmal hergekommen. :p Wochentags wird ja häufiger gefahren. Blöderweise ist der Bahnhof eben 3 km vom Stadtzentrum entfernt, immerhin leicht bergab. Ich ging zwar früh genug los, aber bald verließen mich mit zu schleifenden Koffer die Kräfte. Ich blieb am Straßenrand stehen und versuchte, ein Taxi anzuhalten. Nachdem fünf Taxis an mir vorbeigefahren waren ohne anzuhalten, sah ich ein, dass es wohl sinnlos war, und trottete weiter. Wenn ich ein Taxi sah, erhob ich weiterhin die Pfote, aber nur einmal hielt jemand an, um mir zu sagen, dass er bereits einen Auftrag habe. -.- Gegen Ende blieb ich stehen und versuchte, am Rad des Koffers noch etwas zu verrücken. Ich hatte übersehen, dass direkt daneben ein Metallstück war. Jenes war vom Schleifen so heiß geworden, dass ich mir sofort eine fette Brandblase am Finger holte. :D
Völlig durchgeschwitzt erreichte ich den Bahnhof früh genug. Es stand schon wieder eine Brotbüchse bereit. Die Strecke hinab ins Tal des Hron soll zu den schönsten Bahnstrecken des Landes gehören. Ich würde zumindest die Strecken durchs Slowakische Paradies, von Turčianske Teplice nach Zvolen via Kremnica sowie die Bahnen der Hohen Tatra noch vor ihr einordnen. Nach einer guten Dreiviertelstunde erreichte der Zug pünktlich Zvolen.
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188 Längst nicht so schön wie die Innenstadt ist das Bahnhofsgebäude :p
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189 Abwechslung geht anders -.-
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190 – 193 Durch die Mittelgebirgslandschaft hinab
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194 Wechsel auf die andere Talseite
Ich schleifte meinen Koffer aus dem Bahnhofsgebäude hinaus und verlud ihn im SEV-Bus. Und zur Abfahrtszeit passierte einfach: nichts. Fünf min nach Abfahrt ging ich nochmal raus. Da SEV in der Slowakei immer möchtegern-fahrzeitneutral durchgeführt wird, ist er auch immer begleitet. Aktuell stand das Personal unmotiviert rauchend vor dem Bus. Ich fragte, wann wir denn losfahren würden. Die Kine: „Wir warten noch ... zrrk ... hooch ... zskrcy ...“ Ich: „Ich möchte danach umsteigen.“ Sie: „Wir warten noch!“ Natürlich blieb der Motor ausgeschaltet, sodass es drinnen mit Maultäschle wirklich unangenehm wurde. Irgendwann fehlten aus dem Knoten nur noch die beiden Schnellzüge (mit + 32 bzw. + 36). Man kann es auch übertreiben mit dem Abwarten von Anschlüssen! Einige Minuten nach den übrigen Anschlüssen, aber ein paar Minuten bevor die beiden Schnellzüge eingetroffen wären, fuhren wir mit + 19 los. Wegen des SEV war eine Fahrzeitverlängerung um ca. 15 min angegeben. Ich hatte danach zwei knappe Umstiege, am Ende einen 4-h-Takt und den letzten Umstieg mitten im Nirgendwo… Einen Zwischenhalt, der abseits der direkten Straße von Zvolen nach Krupina liegt, ließen wir komplett aus. Hintergrund: Alle Bahnhöfe sind ja besetzt. Das Personal kann ja wunderbar nachsehen, ob es überhaupt Reisende an ihrem Bahnhof gibt (die planmäßige Abfahrtszeit war ja mittlerweile ran), und wenn durchgegeben wird, dass dort eh keiner wartet, braucht der Bus ja keinen Umweg zu fahren (die Kine kontrollierte ja die Tickets im Bus, wusste also, dass es dort auch keine Aussteiger gibt. Das ist Theorie 1. Theorie 2 wäre: Scheiß auf die Fahrpläne. Würde mich bei der ŽSSK auch nicht so sehr überraschen.^^
In Krupina wechselten wir in den Zug. Auch hier ging man nicht stumpf nach MÜZ, sondern jemand vom Bahnhofspersonal schaute, wer als letztes den Bus verließ, und verfolgte ihn bis zum Einsteigen in den Zug. (Normalerweise würde das die KiNe machen, allerdings war der folgende Abschnitt einer der wenigen im Land, auf denen unbegleitet gefahren wird – sowas ist dann auch direkt im Fahrplan vermerkt, weil man ja wissen muss, dass man kein Ticket im Zug bekommt.) Mit diesem Verfahren ist sichergestellt, dass auch die alte Dame mit Gepäck, der die MÜZ nicht ausreichen würde, weiterfahren kann. Oder dass bei wenig Andrang Verspätung abgebaut werden kann. Wir nahmen Platz im 812-001, also dem ersten seiner Art. Oh mein Gott, ein Mutant! Schnell, tötet es, bevor es Eier legt! Ach nee, zu spät… -.- Abfahrt war nach dem SEV mit + 15. Die Bahnstrecke Zvolen – Krupina – Šahy war jahrelang ohne PV, erst seit Anfang 2019 kann man hier wieder mitfahren, auch wenn man nicht Güter ist. Die Brotbüchse hoppelte gen Süden der ungarischen Grenze entgegen. Dudince heißt auf Ungarisch ernsthaft Gyűgy (gesprochen Djüüüdj). Ich hatte das Wort zwar irgendwie im Kopf, aber ich dachte, das wäre ein Fantasiewort von mir selbst, mit dem ich bloß demonstrieren wollte, welch Merkwürdigkeiten diese Sprache hervorbringen kann. Aber nein, das Wort gibt es wirklich. :D Südlich von Dudince befindet sich die Sprachgrenze zwischen Slowakisch & Ungarisch. Der gesamte Süden der Slowakei entlang der Grenze ist ja bis heute mehrheitlich ungarischsprachig.
Mit + 10 wurde nach einer knappen Stunde Šahy/Ipolyság erreicht. Der 12-min-Anschluss wartete 2 min. In der nächsten Brotbüchse fand ich mich allein unter Ungarn. Wenige Erwachsene waren im Zug, der Großteil waren Jugendliche, und von denen trug niemand eine Maske (die Erwachsenen auch nur teilweise und wenn dann à la Depp). Der Zug war wieder unbegleitet. Ich war wirklich der einzige mit Maultäschle. Das war mir vorher nur in Berlin passiert... Ich wusste, dass sie über mich redeten, aber hielt es für aussichtslos, diese **…***…****…* zu bitten, verdammt nochmal ihre Masken zu tragen. -.- Zum Glück leerte sich der Zug an jedem der wenigen Zwischenhalt deutlich. 40 min dauerte die Fahrt bis Čata/Csata. Hier hatte ich noch einen 11-min-Umstieg. Hätten wir in Krupina nicht + 15, sondern wie prognostiziert + 30 oder mehr gehabt, wäre es wohl wirklich haarig geworden... Weil mal wieder der Gegenzug Verspätung hatte, war die Abfahrt mit + 7, davon waren 25 min später bei Ankunft am Zielbahnhof Štúrovo/Párkány noch + 4 übrig.^^
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195 Der Personenzug nach Šahy 5 min nach seiner planmäßigen Abfahrtszeit -.-
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196 Schnellschuss in Šahy
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197 Ödland & Orbáns Land
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198 Wenn ich hieraus ein Bahnhofsrätsel gemacht hätte, hätte es wahrscheinlich auch eine ganze Weile bis zur Lösung gedauert :p
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199 Mit dem kam ich
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200 Mit dem fuhr ich weiter
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201 Aber dazu brauchen wir noch den hier ;-)
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202 Wie in der Südslowakei oft Maske getragen wird -.-
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203 Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht? :D
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204 Am Ziel
Bei der Reservierung hatten meine Gastgeber mir schon angeboten, mich am Bahnhof abzuholen und in die Stadt zu fahren, damit ich nicht den Bus nehmen müsse. Ich meinte zunächst, ich würde mal schauen (bei dem günstigen Übernachtungspreis hätte ich mich echt schlecht gefühlt…), aber bei dem apokalyptischen Zustand meines Koffers ging ich jetzt nur zu gern darauf ein. :D So kam ich so unkompliziert wie nur irgend möglich zu meinem gebuchten Apartment gleich in der Stadt. Für die Fahrt am nächsten Morgen zum Bahnhof rief ich ein Taxi – im Voraus! :D
In der Grenzstadt Štúrovo ist der Anteil der Ungarischsprachigen zwar nicht ganz so groß wie in den kleineren Orten der Umgebung, er liegt bei „nur“ zwei Dritteln. Alles in der Stadt ist auf Ungarisch beschriftet, fast alles zweisprachig. Einfach faszinierend, was eine Sprache an merkwürdigen Worten aufweisen kann: „Apotheke“ heißt „Gyógyszertár“ (DJOOTJßerrtaarr)! :D Gegenüber von Štúrovo befindet sich die ungarische Stadt Esztergom (ESSterrgomm). Dort erhebt sich auf einem Plateau hoch über der Donau die riesige, 100 m hohe St.-Adalberts-Kathedrale. Angeblich ist es die 18.-größte Kirche der Welt. Die genaue Definition von Größe ist natürlich unklar, aber es ist definitiv die größte Kirche Ungarns und eine der größten (wenn nicht gar die größte) Kuppelkirche Mitteleuropas.
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205 Dieser dumme Baum steht leider sowas von exakt im Weg, sonst hätte ich direkt aus meinem Zimmer den Ausblick auf die Große Paprikakirche gehabt^^
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206 Große Paprikakirche. Wegen ihrer gigantischen Ausmaße hat man den besten Blick natürlich von der Ferne, nämlich von der slowakischen Seite der Donau aus. B-)
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207 Kirche & Schiff
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208 – 210 Es wird Abend
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211 Wir wechseln die Perspektive, dazu begeben wir uns auf die Grenzbrücke
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212 Und hier bei Nacht
Jetzt wollte ich mal ausprobieren, ob man der Kirche noch etwas näherkommen kann. Praktischerweise war die Brücke dafür schon da. ;-) Nur hatte man einige Vorbereitungen getroffen, um blauhaarigen Monstern die Sache nicht so einfach zu machen...
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213 Na ob das gut geht…?
Das ungarische Einreiseverbot ohne dringenden Grund für ausländische Staatsangehörige gilt übrigens unverändert bis heute…
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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)
Meine alten Reiseberichte (inkl. Bildern) verschicke ich gern per Email - bitte per Direktnachricht melden!
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