Fragen dazu (Auslösekaskade Oberleitung vs. Tz) (Allgemeines Forum)

ICETreffErfurt ⌂ @, Eisenach, Dienstag, 31.03.2020, 01:16 (vor 99 Tagen) @ ICE16
bearbeitet von ICETreffErfurt, Dienstag, 31.03.2020, 01:17

Wobei die Gefährlichkeit nicht in der Spannung selbst begründet liegt sondern der übertragenen Energiemenge.

Ich habe als Schüler mal einen Stromschlag von 500 V an einen Kondensator bekommen. Hat zwar furchtbar weh getan und mein Arm war mehrere Stunden schmerzhaft wegen der Muskelkontraktion, aber ich habs unbeschadet überlebt.

Eine von der Stromquelle (Unterwerk) getrennte Oberleitung mag zwar noch statistisch aufgeladen sein, aber die Restenergiemenge, welche im Fahrdraht gespeichert ist, dürfte zumindest so gering sein, dass sie keinen größeren Schaden anrichten kann. Im Zweifel würde ich hier der potentiellen Rettung von Menschenleben die höhere Priorität einräumen als "auf Nummer sicher" zu gehen. Zumal bei ausreichender Luftfeuchte die Restspannung der Oberleitung ziemlich schnell an die Umgebung abgegeben werden dürfte.

Ein anderer Fall ist es, wenn die Nachbarleitung noch unter Spannung steht, da durch Induktion dann auch das nicht geerdete Leitungsseil permanent unter Spannung stehen kann, wenn auch deutlich weniger Energie enthält. Bei einer vollständigen Abschaltung beider Seiten ist die Leitung nach einer einzelnen Entladung dann aber gegenüber der Erde vollständig neutral.

Okay, da ein Schaltabschnitt mehrere Kilometer lang ist, kann er auch immer noch als Antenne für elektromagnetische Wellen aus dem Hintergrund (Radiowellen, Funkstrahlen) fungieren. Aber die Energiemengen, die so übertragen werden können, sind auch relativ gering. Man sollte halt den direkten Kontakt zum Kabel meiden und es nicht unbedingt in der Hand halten.

PS: Gegen Wiedereinschalten hilft dann aber wirklich nur konsequentes Erden.


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