Abschaffung des öffentlichen Verkehrs (Reiseberichte)

Gast, Mittwoch, 20.11.2019, 15:39 (vor 2312 Tagen) @ J-C

Um die Fahrgäste der Bahn aufzunehmen, braucht es mehr Autos als derzeit, viel mehr Autos.

Quatsch. Kein einziges. Jedenfalls nicht in Deutschland. Geht man von einem „Modal Split“ des motorisierten Individualverkehrs von 76% und des öffentlichen Verkehrs von 14% und einer durschschnittlichen Besetzung von PKWs mit 1,5 Personen aus (erstbeste auf die Schnelle gefundene Zahlen), dann wären, wenn man den gesamten öffentlichen Verkehr, Schiene wie Straße, einstellen und alles in den Individualverkehr verlagern würde, 0,28 Personen pro Fahrzeug unterbringen, es müßte also ungefähr jedes vierte Auto gerade mal eine Person mitnehmen. Also nicht das geringste Problem!

Dann säßen durchschnittlich 1,78 Personen in einem Auto. Geht man davon aus, daß drei Personen bequem in einem Auto sitzen können, so könnte man nach der Abschaffung des öffentlichen Verkehrs noch den Straßenverkehr durch entsprechendes Zusammenlegen von Fahrten um 40% reduzieren, wodurch auch so gut wie alle Stau- und Parkprobleme auf einen Schlag gelöst wären.

Die Umsetzung des Gesagten ist sicherlich eine utopische Vorstellung. Eigentlich schade... Brauchen würde man den öffentlichen Verkehr für gar nichts. Deshalb ist es ja trotzdem nicht verboten, ihn zu mögen und gut zu finden, nur bitte nicht mit der Begründung, er sei notwendig.

Ich zum Beispiel komme mit einem Umstieg schon bis nach Tschechien.

Als Mitfahrer mit dem Auto auch: Vor der Haustür -> Autobahnauffahrt wird häufig „angeboten“, dort fahren dann immer wieder Autos nach Tschechien vorbei.

Und ich kann während der Zugfahrt meinetwegen am Laptop arbeiten, die Landschaft genießen, mal dösen, etwas rumgehen oder so...

Bis auf Rumgehen geht alles auch im Auto.

Und ich habe nicht das mulmige Gefühl der Unsicherheit, wenn ich in einem selbstfahrenden, überdies nicht so geräumigen, Auto sitze.

Geschmackssache, wird vielen auch umgekehrt gehen, bei der Bahn, die nicht innerhalb der einsehbaren Strecke bremsen kann usw. ...

Mal ganz davon abgesehen, wo parken?

Bei den vorgerechneten 40% weniger Verkehr sähe das schon ganz anders aus...

Und ich müsste erstmal ein Auto haben. Geschweige denn einen Führerschein.

Ersteres ist ohnehin nicht erforderlich, als Beifahrer auch das zweite nicht.


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