Ausbau Infrastruktur Täsch - Zermatt (Reiseberichte)

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 25.10.2019, 22:19 (vor 2338 Tagen) @ ThomasK

Hoi,

Würde er im August bei den Zermatt Bergbahnen arbeiten, dann würde ich ihn wahrscheinlich vom Sehen her kennen. Ich kenne auch Mitarbeiter der Zermatt Bergbahnen, die auch einen Account im Alpinforum (Seilbahnforum) haben.

Er arbeitet für da EW, nicht für die Bahnen. Er ist auch nicht in Foren unterwegs.

Zwischen Täsch und Zermatt bleibt die MGB unverändert und es werden alle Täsch - Zermatt - Shutte auf eine neu zu bauende Standseilbahn Täsch - Zermatt gelegt, sodass auf der MGB nur noch die halbstündlichen Taktzüge aus Visp (Durchfahrbetrieb), die Glacierexpresszüge und die Güterzüge verbleiben.

Du hast wahrscheinlich auch letzten Winter von der völligen Isolierung Zermatts gehört? Wenn schon was neu gebaut wird, dann will die MGB dann auch die Regios, GEX und Güterzüge auf dieser neuen und deutlich wintersichereren Linie führen. Ansonsten wäre die Übung nämlich sinnlos. Daher wird die neue Linie sowieso als Eisenbahnlinie gebaut.

Es nützt nichts, wenn zwar eine Standseilbahn fahren könne, die GEX, der einen beträchtlichen Teil der Hotelübernachtungen in Zermatt generiert, sowie die Güterzüge, welche die Waren des täglichen Bedarfs bringen, gleichzeitig wegen einer Lawine nicht fahren könnten. Vor allem für die Güterzüge müssten dann Helikopter fliegen. Da müssen die Prioritäten ganz klar in erster Linie auf der regulären Eisenbahn liegen. Und wenn da schon eine neue Eisenbahn gebaut wird, dann legt man diese auch gleich für viertelstündliche Shuttle-Züge aus. Denn die Zusatzkosten, die neue Eisenbahnlinie auch für die viertelstündlichen Shuttles auszubauen, dürften dann nämlich kleiner sein, als eine parallele komplett neue Standseilbahn.

Die genaue Ausführung des (einspurigen) Tunnels ist noch offen. Es muss ein Fahrplan zu Grunde gelegt werden und dann ist es auch möglich, dass man wie im Vereina oder Furka im Tunnel eine Kreuzungsmöglichkeit einbaut. Man wird die Shuttle künftig einfach mit reinen Adhäsionszügen führen, da dort dann keine Zahnstange mehr liegen wird. Die Fahrzeit wird auf maximal sieben Minuten reduziert.
Eine Standseilbahn auf einer Verbindung zu bauen, wo die Eisenbahn dann nicht einmal eine Zahnstange braucht, finde ich jetzt auch etwas verwunderlich.

Vorteil: Die Standseilbahn wird - von der Ausweiche einmal abgesehen - vollständig eingleisig gebaut, verlangt kürzere Tunnelstrecken und kann, da die Fahrzeit 7 Minuten beträgt, ohne Probleme im 10-Minuten-Takt fahren. Mit zwei Fahrzeugen zu je 400 Personen kann dann die Standseilbahn also pro Stunde und Richtung 2400 Personen zwischen Täsch und Zermatt befördern und damit den MGB-Shutte schlagen.

Es wird ja vier neue dreiteilige Shuttle-Triebzüge ORION ohne Zahnrad geben. Eine ca. 105 m lange Komposition bestehend aus zwei dreiteiligen Triebzügen dürfte auch 600 Leute alle 15 Minuten abtransportieren können. Falls eine Shuttle-Komposition in Revision muss, kann dann auch ein ORION mit Zahnrad kurzfristig aushelfen. ORION ist die künftige Rollmaterialgeneration der MGB.

Wehret den Anfängen.

Würde Zermatt Autos erlauben, dann sähen die mich als Tourist nicht mehr.

Also eine etwas sicherere Strasse ist ja noch in Ordnung. Aber eine Lockerung der Zufahrtbeschränkung geht gar nicht und ich glaub auch nicht, dass da was kommt. Da geht es ja um recht viel Geld aus Bern und wer zahlt, schafft an.

Es sind sicher um die fünf Autos pro Tag, die das nicht checken, dass in Täsch Schluss ist. Gestern war mein Kollege dabei, wie ein Franzose in Zermatt von der Polizei auseinander genommen wurde. Der musste grad 500.- CHF Busse zahlen. Das muss jeder, der ohne Bewilligung mit dem Auto da hochfährt.

Frage: Wo leben die Autobekloppten?

Hier gabs 2013 mal einen Artikel: https://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/zermatter-aerger-ueber-die-bahn-1.17978206
Und hier hat die Einwohnergemeinde alles relevante gesammelt: http://gemeinde.zermatt.ch/news/strasse-taesch-zermatt
Insbesondere die Medienmitteilung vom 23.07.2019 hält den aktuellen Stand fest. Mal sehen, was da nun für ein Vertrag zu Stande kommt. Klar ist wohl, dass der Bund keine 320 Mio CHF für die Anbindung eines 6‘000-Einwohner-Dorfes ausgibt, auch wenn dieses Zermatt heisst, wenn diese Investition nicht gesichert wird.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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