ES/FR: HGV-Netze sind Volltreffer auf falsche Scheibe. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 06.03.2019, 15:30 (vor 2587 Tagen) @ Lumi25

Das Problem ist wohl eher, dass man in Deutschland unbedingt HGV will aber halt immer nur für 50-100 km.

Weil dort dann wieder eine Stadt liegt, deren Bürgermeister erzwingt dass da gehalten wird, und zwar durch alle ICEs die dort vorbeikommen.

Solche kurzen NBS für 250-300 km/h lohnen sich einfach nicht.

Bin ich mir nicht sicher.
Bei uns ist Schiphol-Rotterdam auch nur 40 km. Hier wären 200 km/h völlig OK gewesen. Hauptziel der Strecke war nämlich Trennung der Verkehre Amsterdam-Rotterdam von Amsterdam-Den Haag. Man hätte ja auch Amsterdam-Den Haag-Rotterdam für 200 km/h ausbauen können, so wie der Fall auf Amsterdam-Utrecht oder meinetwegen Duisburg-Düsseldorf-Köln.

Wegen des butterweichen Bodens in NL musste man aber sowieso "slab track" (feste Fahrbahn?) bauen.
Wenn man dann aber für wenig Mehrpreis 300 km/h als vmax haben kann, dann wird das eben so gemacht.
Dennoch krass, dass der Thalys auf diesem kurzen Abschnitt die 300 ausfährt. Der Fahrzeitgewinn ist nur marginal, dafür sind aber die Energiekosten hoch und man nimmt IC-Trassen weg (ich schätze, ab 2030 gibt es auf Amsterdam-HSL Zuid-Rotterdam einen 7,5-Minutentakt).

Des weiteren baut man die NBS so, dass diese nicht mit Anbindungen an den kleineren Städten vorbei gehen sondern mittendurch und dort muss man dann auch noch oftmals auf 80-120 km/h runter.

Vermutlich noch eine Art "Garantieverfahren". Denn wenn man so langsam durchschleicht, kann man ohne viel Zeitverlust auch halten.
Und am Ende ist der ICE so langsam geworden, dass jemand erst dann auf die Idee kommt, eine Schienenautobahn chinesischer Bauweise zu bauen. Während man solche Infra auch gleich haben könnte, und nichtdestotrotz Kleinstädte anbinden kann. Siehe Italien (Piacenza, Fidenza, Parma, Reggio, Modena).

In Frankreich wird eine ganze Fülle von Direktverbindungen angeboten auch wenn es diese nicht im Stundentakt sondern nur 2-3 mal am Tag gibt.

Sprich: Flugnetz auf Höhe null.

Von Strasbourg nach Bordeaux direkt oder von Brüssel nach Marseille. Möchte ich dagegen von Köln nach Leipzig/Dresden muss man immer in Frankfurt einen unsicheren Umstieg in Kauf nehmen (kommt mir bitte jetzt nicht mit der Direktverbindung über Hannover). Mit ein Grund warum ich bisher nur ein mal in den Osten gefahren bin (Berlin mal ausgeklammert).

Bei mir ist es genau umgekehrt: trotz fehlenden echten HGVs aber dank vertaktete Regios mache ich lieber Urlaub in Deutschland als in Frankreich. Wenn ich in Deutschland einen Anschluss verpasse, komme ich in der Regel doch innerhalb einer Stunde wieder weiter.

In Frankreich habe ich 2007 noch 2-3 Stunden in Perpignan gestanden weil zwischen 13:00-16:30 keine Regios nach Narbonne verkehrten und wir mit unseren Interrailtickets keine Expressreservierungen in die (reservierungspflichtigen) TGVs bekamen (obwohl Plätze reichlich vorhanden waren, denn viele erst ab Narbonne, Beziers, Montpellier oder Nîmes belegt). Der 14-Wagen Corail (heute Intercités) Marseille-Bordeaux den wir in Narbonne erwischten, war ursprünglich erst ab Toulouse geplant (und von uns gebucht), aber nur dank Charmeoffensiv und meinem besten französisch genehmigte der Schaffner uns die Mitfahrt (Stehplätze bis Toulouse, danach hatten wir unsere Plätze).

Der Zug erreichte übrigens, trotz vmax 160 km/h aber mangels Lafas, hervorragende Reisegeschwindigkeiten. Wenn der Zug nun stündlich verkehren würde, wäre er vermutlich viel beliebter gewesen. Gut, irgendwann soll hier der Coradia Liner kommen. Keine 14-Wagen, dafür soll er öfter fahren und bis zu 200 km/h schnell sein.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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