Colaholikers Comeback: Xavier und der Urlaub (m0B) (Reiseberichte)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 26.10.2017, 13:49 (vor 3071 Tagen) @ Colaholiker

Spulen wir die wenig erholsame Nacht vor, es ist Samstag, den 7. Oktober, der Wecker klingelt um kurz vor 6. Der erste Griff geht zum Handy, DB Navigator, Live-Auskunft... und der Colaholiker ist wach. Ohne Kaffee. Das gibt es wirklich nur selten.
Die geplante Verbindung mit dem ICE nach Berlin und weiter mit einem IC nach Warnemünde war mit einem Ausfall des ICE nach Berlin gekennzeichnet. Alternativen? Nope. (Wie ich später erfuhr, fiel auch der anschließende IC aus, Fahrgäste wurden teils mit Taxis nach Warnemünde kutschiert.)

Also raus aus der Koje, ran ans Telefon, Autovermietungen abklappern. Auf meine Erklärung, daß es vom grün-weiß karierten Panda bis zum 7,5-Tonner alles sein darf, hauptsache es fährt (nur bitte kein Smart, der ist für zwei Leute und drei Koffer zu klein), kniete sich die Dame von der Reservierungszentrale richtig rein. Hildesheim: Nix. Göttingen: Nix. Braunschweig: Nix. Wolfsburg: Nix. Hannover: Nix. Hamburg.. da hätten wir noch was. Okay, nach Hamburg kommen wir mit der Bahn, buchen. Wir sind um 10 da.

Wir marschieren als gen Hildesheim Hbf - nur um dort zu erfahren, daß erixx und S-Bahn nach Hannover "wegen Unwetter" ausfallen. Äh - da lief doch letzte Nacht noch alles, was soll das denn jetzt? Okay, in einer Stunde der erixx fährt wieder, mit der kommen wir auch nach Hamburg, dann eben um 11. Also gleich wieder bei Europcar angerufen, die Reservierung verlängert, nicht daß das Auto weg ist. Neue Abholzeit: bis 11:30.
Eine Stunde später als angedacht ging es dann nach Hannover, von dort dann mit einem bumsgranatenvollen ICE. Dank Xavier kam ich tatsächlich zweimal in den Genuß des ICE 2, wobei die zweite Fahrt aus Gruppenkuscheln im Einstiegsraum bestand, zum Glück direkt am Übergang zum Triebkopf (in der Zugsmitte, also unbesetzt), wobei der Bereich dann spontan als Gepäckablage diente. Die Fahrt am Freitagabend hat mir übrigens gezeigt, daß die Redesign-Sitze auch bei längeren Fahrten für mich recht bequem sind.

Im Hamburg ging es dann schnell zur Autovermietung... lange Schlange, kaum Vorwärtsbewegung. Nach der ersten halben Stunde habe ich dann sicherheitshalber nochmal bei Europcar angerufen, der Mitarbeiter der Hotline teilte mir auf meine Beschreibung "wir sind in der Warteschlange, werden aber bis 11:30 den Schalter vermutlich nicht mal sehen" mit, ich sei nicht der erste, von dem er das heute hören würde. Sage und schreibe eineinhalb Stunden "durften" wir warten - wobei die letzte halbe Stunde auch klar war, wieso. Zwei Schalter, beide geöffnet, aber an einem Schalter ein Mitarbeiter, der offensichtlich Führerscheine und Ausweise nicht einfach in den Computer eingegeben hat, sondern abgemalt. 15 Minuten für eine einfache, vorbestellte Vermietung. So etwas habe ich noch nie erlebt, mehr als 5 Minuten hat es noch nie gedauert. Eine erste Erleichterung stellte sich dann ein, als wir den Schlüssel in Händen hielten und als Sahnehäubchen der Mitarbeiter auf mein gemurmeltes "jetzt noch den Weg zur Autobahn finden..." mir grinsend eröffnete, der Wagen hätte ein Navigationssystem. Grandios! Zum ersten Mal in der Freien und Hansestadt mit dem Auto unterwegs hätte ich doch ziemliche Schwierigkeiten gehabt, raus zu finden - erstmal auf der Autobahn hätte ich es ja noch grob geschafft, mich richtung Lübeck und dann Rostock zu orientieren, aber in der Stadt...

Im Parkhaus noch schnell eine Runde ums Auto gedreht, alles okay, raus aus dem Parkhaus, zwei Ampeln weiter merke ich, es ist eben nicht alles okay. Der Vormieter hat die Karre nicht vollgetankt, es fehlt locker ein Viertel. Um zurück zu fahren fehlte uns dann die Zeit, immerhin hatten pünktlich in Warnemünde zu sein, oder unser Schiff wäre ohne uns gefahren. Also schnell fotografisch Uhrzeit, Kilometerstand (600m seit Übernahme) und Tankanzeige dokumentiert, man kann dsa ja bei der Rückgabe klären, und ab auf die Piste. Aber wie, Heizer Blaschi hätte seine wahre Freude gehabt.

In Rostock noch schnell getankt, ab an den Hafen - und erstmal gesucht, wo das Auto abgegeben werden kann. Die "Station" ist ein löcheriger, bei Regen extrem schlammiger Parkplatz, ein verwaister Bürocontanier und ein Schlüsselsafe. Also noch ein Anruf bei der Hotline, ob wir überhaupt richtig sind - ja, das muß so sein. Na gut. Das Tankgedöns habe ich dann gedanklich auf nach dem Urlaub verschoben.

Im Kreuzfahrtterminal habe ich erstmal einen Kniefall hingelegt, wir haben es mehr oder weniger gerade noch so geschafft, rechtzeitig zu sein.

Den Rest, abgesehen vom Epilog und den Versuchen, mein Geld zurück zu bekommen, erspare ich Euch mangels Bahnbezug - einzig ein Hinweis für alle, die in Oslo mit dem ÖPNV fahren wollen - die Automaten an den Metrostationen nehmen nur Münzen oder Kreditkarten, keine Scheine. Und wer versucht, zweimal hintereinander die gleiche Fahrkarte (für zwei Personen direkt buchen geht nicht) mit der gleichen Kreditkarte zu buchen, guckt in die Röhre, das verweigert der Automat aus Sicherheitsgründen.

...Fortsetzung folgt...

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