Colaholikers Comeback: Xavier und der Urlaub (m0B) (Reiseberichte)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 26.10.2017, 12:57 (vor 3072 Tagen)

Servus zusammen! Nachdem mich mit Sicherheit alle hier schon heftig vermißt haben und sicher schon spekuliert wurde, wo denn der einzige User, der es mit Blaschkes Colakonsum aufnehmen kann, geblieben ist, bin ich wieder da. Eine etwas unvorteilhafte Kombination aus Urlaub, krank und zuviel Arbeit aufgrund der ersten beiden Faktoren hat mich eben etwas aus dem Verkehr gezogen.

Und dann feiert der Kerl gleich sein Comeback mit einem Reisebericht? Sowas schreibt der doch sonst nie. Aber ich denke, angesichts des zeitlichen Abstands ist mein Erfahrungsbericht mit der abenteuerlichsten Bahn aller Zeiten(TM) dort am besten aufgehoben.

Vorneweg, den Pustefix Xavier hatte ich absolut nicht auf dem Schirm. Da es am 6. Oktober in Richtung Urlaub los gehen sollte, sich vorher aber noch die Termine gestapelt haben, war alles, was ich im Vorfeld mitbekommen habe, eine Frage meiner Mutter (aus dem Urlaub im sonnigen Süden), ob es irgendwelche Probleme mit dem Sturm gäbe. Da es in Frankfurt nicht mehr als den üblichen Herbstwind gab, schob ich es darauf, daß meine Eltern am Urlaubsort vermutlich nur die Bild-Zeitung (die sie sonst nicht lesen) irgenwdo gesehen haben müssen, die vermutlich in großen Lettern den Weltuntergang hinaufbeschworen hat. Also ein "Nö, hier ist alles ruhig :)" zurück geschickt und nicht weiter dran gedacht.

Am 7. Oktober hätte es am frühen Abend zunächst (wen wundert's) von Frankfurt nach Hildesheim gehen sollen, gebucht war IC1992. Wenige Stunden vor Abfahrt bekam ich von einem Freund, der bei der DB arbeitet, eine Nachricht "alle Züge F-B fallen aus, Du fährst doch heute?!". Ich schaue in die Live-Auskunft des Navigators - mein Zug soll fahren. Bei den ICE hingegen waren Ausfälle hinterlegt. "Nö, nur die ICE. Der 1992 fährt. Aber danke." - Thema abgehakt.
Also zeitlich passend mit Sack und Pack zum Bahnhof, Zug ist angekündigt für Gleis 1a. Zugegeben, für einen IC etwas ungewöhnlich, aber der 1992 ist ohnehin eine Wundertüte, und der Bahnsteig 4/5, wo der Zug sonst abfährt, wird momentan erneuert. Also kein Grund zur Verwunderung. Bis zu dem Zeitpunkt, als Blech-Else für Gleis 1a einen einfahrenden RE aus Limburg (nicht Süd) ankündigt, der etwa eine Viertelstunde nach Abfahrt meines IC hätte nach Limburg zurück fahren sollen. Die Anzeigen beharrten aber weiter auf meinem IC. Da selbst mir klar wurde, daß nicht beide Züge zeitgleich auf dem gleichen Gleis stehen können, dachte ich, jetzt sollte man doch mal schauen... also ab zur DB-Information. Deren Schlange erstreckte sich aber über den Bahnsteig 12/13 bis zum Ende der Bahnhofshalle. Reisezentrum? Lange Schlange vor dem Eingang, Türsteher, um die maximal zulässige Anzahl von Personen drinnen nicht zu übreschreiten. Bringt also auch nichts. Ach, da oben ist doch noch die DB Lounge. Dorthin, gefragt.. "Der 1992 fährt von Gleis 1a" - "Nö, da steht'n RE nach Limburg." - ¯\_(ツ)_/¯

Also wieder zurück ans Gleis und abgewartet, was an Informationen rum kommt. Auf Gleis 1 (ohne a) stand derweil iene IC-Garnitur, die hätte passen können, ohne angezeigten Zuglauf, laut Anzeige hätte sie nach "Bitte nicht einsteigen" verkehren sollen. Langsam wuchs die Erkenntnis, daß es sich bei dieser Garnitur wohl um den 1992 handeln werden würde. Also brav vor der Tür gewartet, bis dann pünktlich zur Abfahrtszeit des Zuges Blechelse verkündete: "Information zu IC 1992: Dieser Zug fällt heute aus."
O-kay... das weiß man wirklich erst zur Abfahrtsminute des Zuges? Ganz großes Kino.

Der DB-Navigator spuckte dann eine Ersatzverbindung Frankfurt-Duisburg-Hannover-Hildesheim aus, Ankunft etwa 3 Stunden später als geplant. Nun ja, was will man machen, an in den verspäteten ICE in Richtung Rennstrecke, einen der wenigen freien und nicht reservierten Plätze geangelt und erst mal die Achterbahn genossen. Unterwegs nochmal nach dem Anschluß geschaut - Mist, der ICE hat +35, das wird viel Wartezeit in Duisburg. Wobei... ich habe keine Zugbindung (mehr), beide Züge halten in Düsseldorf, und ohne den Duisburger Bahnhof zu kennen, dürfte Düsseldorf (alleine schon zwecks Lounge-chen) der angenehmere Ort sein, um die Verspätung abzubummeln.

Dort bin ich dann mit einem netten Mitreisenden ins Gespräch gekommen, der meinte, sein (und mein) ICE nach Hannover sei sehr voll, er hätte gerade noch so reservieren können. Gut zu wissen, ab ins Reisezentrum (erstaunlich wenig los, auf dem roten Teppich sogar nur eine Kundin vor mir) und noch schnell eine Reservierung geholt. Bei der Gelegenheit mal nach dem Status für die Reise des Folgetages gefragt, die Dame am Schalter guckt nach "Ja, nach Berlin läuft ab morgen früh wieder." Schön. Trotzdem eine Bitte an die Freundin geschickt, mal sicherheitshalber rumzufragen, wer aus dem Familien- oder Freundeskreis am nächsten Tag notfalls SEV für uns spielen kann. Natürlich hatte bis auf Schwiegerpapa keiner Zeit, der konnte aber mangels Auto auch nur mit den Schultern zucken. Alle Autovermietungen waren schon abgegrast.

Mittlerweile wuchs die Verspätung des ICE nach Hannover (der letzte des Tages) auf +75, aber eine kurze Abfrage ergab, daß zur letzten S-Bahn nach Hildesheim noch genug Luft bleibt. In netter Gesellschaft ging es dann in einem (erstaunlich leeren, Reservierung war überflüssig) ICE quer durch Deutschland nach Hannover, letztlich mit Ankunft in Hildesheim um kurz vor 1 in der Nacht. Noch ein kurzer Check für den nchsten Tag, alles
grün, und auf in eine kurze Nacht, sollte es doch am nächsten Morgen weiter gehen.

...Fortsetzung folgt...

Für alle Zugbindungaufhebenlasser - ich bin ohne irgendeinen Stempelabdruck auf meinem Handyticket einfach in die angezeigten Züge eingestiegen. Ich habe nicht das Zugpersonal extra aufgesucht, sondern mich nur auf die Frage, ob noch jemand zugestiegen ist, gemeldet. Lediglich zwischen Düsseldorf und Hannover kommentierte ich das Vorzeigen meines Handytickets mit "mal schauen, was Sie dazu sagen...", der Zugchef schaut aufs Display seines Geräts, guckt mich mitleidsvoll an und erwidert nur "armer Kerl, viel Glück bei der Weiterfahrt!". Dieser Aspekt war also entspannt wie es nur geht.

Gleich weiter schreibende Grüße,
der Colaholiker

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