Langstrecken- und Nacht-HGV (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 20.10.2017, 11:59 (vor 3109 Tagen) @ Lumi25

Hallo Lumi25,

Eine TGV-Verbindung von Frankfurt nach Marseille gibt es ja bereits aber einen Thalys von Köln nach Marseille sucht man vergebens obwohl die Fahrzeit mit 6-7 Stunden noch im erträglichen wäre.

Man kann sich die Frage stellen, ob solche Langstreckenrelationen wirklich lohnend sind.
Innerhalb Deutschlands (wenn ich Basel dazurechne) gibt es Strecken wie Hamburg-München und Hamburg-Basel, die stündlich angeboten werden (mit Umstieg wohl öfter).
Nach Interlaken, Zürich, Chur und Wien kommt man auch recht oft.
Aber ICE International Amsterdam-Basel (etwa gleiche Fahrzeit) gibt es nur 1x pro Tag; Amsterdam-München, Brüssel-Berlin und Brüssel-München gar nicht.
Angeblich sind Systemgrenzen Schuld dran.

Es kann sein, dass Mehrsystemtechnik in einem TGV leichter machbar ist wie in einem ICE. Beim TGV muss man nur die Lokomotiven umbauen, beim ICE den ganzen Zug. Wäre der Aufwand gleich gross, dann hätte es vermutlich längst einen ICE International Frankfurt-Marseille gegeben.

Andererseits: was hat der e320, das(s?) der ICE International nicht hat? Der e320 ist ja auch ein verteilt angetriebener Mehrsystem-Rennzug.

Von Amsterdam nach Marseille gab es ja mal einen Thalys.

Gibt es s.i.w. immer noch, wenn auch nur saisonal am Samstag.
Im Winter fährt der Ski-Thalys nach Bourg St. Maurice. Brüssel-Chambéry wird nonstop gefahren.

HGV-Nachtzüge wären dann noch ein weiteres Feld worüber man durchaus mal nachdenken sollte.

Nachtzug ist gleich Nachtzug ist nicht gleich Nachtzug.

In Frankreich verkehren schon saisonale Nacht-TGV, z.B. Paris-Bourg St. Maurice in der Wintersaison. Das sind aber reine Sitzwagenzüge.
HGV-Schlaf-/Liegewagenzüge gibt es bisher nur in China. Z.B. Beijing-Guangzhou, 2000 km. Es fahren 16-teilige CRH1E-Triebwagen mit den Kategorien Hard/Soft/Deluxe Sleeper (und seit Juli der CRH2E).
In China geht das, weil man die Strecke fast ununterbrochen schnell fahren kann und weil die Städte ganz gross sind.

Von Paris nach Madrid/Sevilla oder das ganze auch von Köln/Frankfurt aus dürfte sicher kein uninteressantes Geschäftsfeld und von der Fahrzeit durchaus konkurrenzfähig sein.

In Europa müsste man das mit zwei Halbzügen machen, damit das Einzugsgebiet möglichst gross ist. Berlin/Hamburg - Frankfurt - Barcelona - Madrid/Sevilla (in Frankfurt oder Barcelona ggf. Zugteil wechseln).

Sollte das TGV-Netz voll geöffnet werden kann ich mir sehr gut vorstellen, dass dies für viele private EVU oder auch Fluggesellschaften interessant werden könnte.

Wichtig ist, dass man nachts die Hochgeschwindigkeit ausfahren kann.
Ansonsten kann man besser 200 km/h NightJets einsetzen.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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